Des Magisters neue Kleider

Vor vielen Jahren lebte ein Magister, der so ungeheuer viel auf neue Kleider hielt, daß er all’ sein Geld dafür ausgab, um recht geputzt zu sein. Er kümmerte sich nicht um politischen Angelegenheiten, kümmerte sich nicht um gesellschaftliche Zusammenkünfte, und liebte es nicht, in den Immersangwald zu fahren, außer um seine neuen Kleider zu zeigen Er hatte einen Robe für jede Stunde des Tages, und ebenso wie man von einem Gardisten sagt, er ist am Tor, so sagte man hier immer: »Der Magister ist in der Garderobe!«

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Eine pandarische Herbstnacht

Hinter dem Tempel kann man zwei Bäume außerhalb der Mauer sehen. Der eine ist ein Kirschblütenbaum und der andere ist auch ein Kirschblütenbaum. Nachts, auf dieser Seite des Himmels, ist es seltsam und weit. In meinem Leben habe ich noch nie so einen merkwürdigen und hohen Himmel gesehen.

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Auf einmal ist man verloren

Ein Streit ein Sparziergang, oder nennt man es doch Flucht. Nun ich wusste erst mal nicht was ich tun sollte, außer weg weit weg. Leider wollte es das Schicksal wohl doch anders. Auf einmal wurde es dunkel, sehr dunkel und ich habe mich verlaufen, verloren gefühlt. Ich lief wohl im Kreis oder doch nicht? Alles sah auf einmal so gleich aus. Panik machte sich nun etwas breit. Dann auf einmal…

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Der weiße Hirsch und der Mond

Die Erdenmutter erfüllte die mutigen Herzen ihrer reinen Kinder mit der Liebe zur Jagd. Denn die Kreaturen der ersten Dämmerung waren wild und gefährlich. Sie verbargen sich vor der Erdenmutter, suchten Zuflucht in den Schatten und an den rauen Orten des Landes. Die Shu’halo jagten diese Bestien, wo immer sie sich auch versteckten, und zähmten sie mit dem Segen der Erdenmutter.

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Die Frau mit der Orange

Rhythmus

Der langsame Takt meiner Schritte auf dem steinigen Boden passte zu meiner Stimmung. Ein jüngeres Familienmitglied zu beerdigen war immer eine grausame und bittere Angelegenheit. Die Beileidsbekundungen fühlten sich leer und wertlos an und so zog ich mich früh zurück, in der Hoffnung, ein kurzer Spaziergang könne mich für den restlichen Abend vorbereiten. Ich kenne die Gegend gut und in der Nähe war ein kleiner Pfad, den kaum jemand benutzte. Ich lief eine Weile, bis ich beschloss, mich auf den Rückweg zu machen. So blieb ich stehen. Der Takt von Schritten allerdings, blieb bestehen.

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Der Bäcker von Dunkelhain

Vorwort

Die folgende Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, auf einem Fall, den die Stadtwache von Sturmwind im Jahr 32 ndÖddP bearbeitet hat. Sie möge eine Warnung an all jene da draußen sein, für die Verbrechen einen möglichen Weg in die Zukunft darstellt.

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Der Forscher

Es war an einem dieser warmen Herbstabende in Sturmwind, ich saß noch am See und ließ das schöne Bild der schwimmenden Lichter auf mich wirken, die während eines Festes den See schmückten. Ich genoss die Stille und träumte wohl ein wenig vor mich hin, als ich plötzlich eine Gnomin bemerkte, die sich wortlos zu mir setzte. Freundlich nickte ich ihr zu und sie versuchte wohl meinen Blicken zu folgen, um zu ergründen was mich denn da so faszinierte. Ihre Ruhe hielt aber nur für einige Momente, dann sprang sie auf und fertigte eine Skizze vom See und den Lichtern an, dann setzte sie sich wieder zu mir und drehte und wendete die Skizze immer wieder.

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