Geschichten einer Abenteurerin – Band 24

Geschichten einer Abenteurerin – Band 24
Das vierundzwanzigste Buch einer Reihe von Nacherzählungen zu den Erlebnissen von Kari Sha’thar. Dieses Buch trägt den Titel: "Operation Bandagenbrand - Der Angriff auf die Festung".

Operation Bandagenbrand

Prolog

Operation Bandagenbrand war wieder einer dieser Großeinsätze, in denen nicht nur einzelne Einheiten Einsätze und Missionen durchführten, sondern zu denen auch unzählige Söldner und Freiwillige dazukamen.

Für die einzelnen Missionen wurden dann vom Oberkommando die passenden Leute zusammengesucht, die den meisten Erfolg versprachen.

Der Arkanist, unser Kommandant, war als einer von drei Leuten im Oberkommando vertreten.

Und dadurch war automatisch die ganze Einheit An’arkhana mit dabei.

Die Ausgangslage versprach zumindest schon mal spannend zu werden.

Eine Gruppe Astraler hatte zusammen mit einer Horde Goblins von R.A.U.B.B.A.U.2.0 die Festung Dai-So in Pandaria erobert, in der ein verrückt gewordener Naturgeist gefangengehalten wurde.

Vermutlich hatten die Astralen vor, den Geist zu befreien und mit ihm irgendetwas richtig Böses anzurichten, so die einhellige Meinung.

Ein erster Gegenangriff der Shado Pan wurde abgeschmettert und nun hatten sie Allianz und Horde gleichermaßen um Hilfe gebeten.

Wir schlugen unser Lager in einem nahegelegenen Kloster auf und sammelten dort unsere Truppen.

Es wurden Informationen ausgetauscht, wie Astrale zu bekämpfen wären, was man von den Goblins halten müsse und welche Gefahren sonst noch auf uns lauern könnten. Schließlich wurde der Plan, wie wir die Festung zurückerobern wollten, erörtert.

Es war geplant, von mehreren Seiten aus anzugreifen, außerdem aus der Luft, um für maximale Ablenkung zu sorgen. Es würde haarig werden, denn wir hatten keine genauen Vorstellungen, mit wie vielen Gegnern wir es zu tun bekommen und mit welchen Kräften sie aufwarten würden, von denen wir bisher noch nichts wussten.

Inhalt

Kapitel 1 – Vorbereitungen

Für den Angriff auf die Festung Dai-So wurde ich einem kleinen Trupp für eine Infiltrationsmission zugeteilt. Das Kommando hatte die Dunkle, unter der ich bereits bei dem Angriff auf Anteves gedient hatte.

Den Einsatz hatte ich tatsächlich noch in guter Erinnerung, denn sie hatte mir damals bereits freie Hand gelassen und das hatte sich am Ende ausgezahlt. Wie ich bei der Vorbesprechung und kurz vor dem Einsatz feststellen musste, hatte sie für eine Untote tatsächlich einen feinen Humor. Sie verbot allen Ernstes den Kameraden, mich von den Brücken zu schubsen, als hätten diese jemals sowas in Erwägung gezogen.

Dann war da noch die Todespirscherin, scheinbar eine Bekannte der Dunklen, so wie sie diese behandelte. Sie grinste unnatürlich oft und schien auch guter Stimmung zu sein, vielleicht war ja der Untot doch nicht so düster wie vermutet? Ich wollte und will es jedenfalls nicht herausfinden.

Als nächste im Bunde war die Vogelelfe, eine Quel’dorei die ich auch bereits von früheren Großeinsätzen kannte, wie der Operation Seidenbrand oder dem Einsatz im Hochland. Sie war ein wenig verrückt, aber fähig. Und man konnte ihr vertrauen. Also, sofern man ihr nicht den Rücken zudrehte.

Der nächste war der alte Mann, ein Menschensöldner aus Gilneas, der früher in einer mir bekannten Söldnereinheit gedient hatte und mit dem ich ein oder zwei Einsätze bei dem Großeinsatz auf den Dracheninseln absolviert hatte. Ich konnte mich noch daran erinnern, wie er als Einziger bei einem Späheinsatz mithalten konnte und mich fast bis zu dem auszuspähenden Lager von Zentauren begleitet hatte. Erst kurz vor den Toren blieb er zurück. Damit ließ sich arbeiten.

Dann war da noch die Rothaarige, die mit einer Armbrust umgehen konnte und sich auch mal gerne in einen Worgen verwandelte, wobei dieser dann gar keine roten Haare aufwies. Sehr verwirrend, aber sie hatte bei der Vorbesprechung eine gute Figur gemacht und selbst der alte Mann war von ihr beeindruckt. Das waren dann schon mal ein paar Vorschusslorbeeren.

Die nächste im Bunde war eine Nachtgeborene, aus der ich nicht ganz schlau geworden war. Sie war recht ruhig, konnte jedoch Magie wirken, wie mir schien, war aber gleichzeitig eine Nahkämpferin. Nun, die Mission würde zeigen, was sie so drauf hatte. Als letzter war da noch ein Soldat, steif wie der typische Grünschnabel. Veteranen salutieren nicht mehr vor jedem Mist, sie teilen sich ihre Bewegungen sehr sorgfältig ein. Ein Anfänger hingegen versucht meist, wie ein Zinnsoldat auszusehen: gerader Rücken und Besenstiel im Allerwertesten. Und genau so ein Exemplar hatten wir dabei. Bei der Vorbesprechung kam er noch mit einem Hund, den er jedoch beim Einsatz nicht dabei hatte.

Zum Glück.

Der Grund der Infiltration war, eine Spionin der Astralen zu befreien, die wohl bereits einige der uns zur Verfügung stehenden Informationen beschafft hatte.

Jetzt hoffte man, dass sie noch einige Dinge mehr wusste. Und wenn sie nicht mehr lebte, dann, dass sie genug Informationen hinterlassen hatte.

Das Gefängnis der Astralen befand sich auf einer der Felszinnen vor der Festung Dai-So, die über vier Brücken mit dem Festland verbunden war. Über das Meer oder die Luft dorthin zu gelangen, war schlicht unmöglich, denn das Meer war vermint – und nicht zu knapp – und auf den verschiedenen Zinnen standen Kanonen auf Türmen, die jeden Anflug zu einem Himmelfahrtskommando werden ließen.

So blieb uns nur die Reise via Riss und uns über die vier Brücken zu kämpfen, denn näher war ein Teleport nicht möglich durch irgendwelche Stördinger. Wie das genau funktionierte, überstieg meinen Horizont. Fest stand eben nur, es ging nicht.

Den Leerenriss wollte uns Schönling stellen, ein Ren’dorei, der immer möglichst geschniegelt und gestriegelt aussah und mit dem ich bereits einmal eine Mission zusammen mit meiner Einheit absolvierte und ein zweites Mal, als wir beim Untergang Dalarans einige Flüchtlinge retten wollten. Ich hatte ihn eher als Illusionisten kennengelernt, aber er schien auch Leerenrisse zaubern zu können.

Als Ren’dorei Magier lag das allerdings auch nahe.

Kapitel 2 – Die Infiltration

Wie sich herausstellte, störte dieses Störding den Teleport entweder gewaltig, oder Schönling war doch nicht so gut bei Risszaubern und sollte schleunigst ein paar Unterrichtsstunden beim Arkanisten nehmen. Jedenfalls landeten wir alle ziemlich verteilt auf einem Berghang.

Um mich herum herrschte bereits die Schlacht und das Krachen der Kanonen war überall zu hören. Ich war gefährlich nahe am Meer gelandet und konnte dort die Minen im Wasser treiben sehen. Es waren viele, verdammt viele. Und nicht nur im Wasser.

Wie ich feststellen musste, lagen selbst welche am Land. Und der Weg weiter den Hang hinauf entwickelte sich zu einem ziemlich explosiven Lauf. Ein falscher Schritt und man würde meine Einzelteile in allen vier Winden wiederfinden. Aber ich schaffte es, ohne mich in die Luft zu sprengen, bis zur Brücke, wo die restlichen Kameraden bereits warteten. Auf der Brücke war mehr los als erhofft. Wir bemerkten aber eine kleine Balustrade unterhalb einer Kanonenstellung und die Rothaarige schoss mit ihrer Armbrust einen Anker samt Seil hinüber. Das Seil wurde befestigt und wir kletterten über einen ordentlichen Abgrund bis zur Balustrade. Ich entdeckte seitlich des Übergangs eine breite Verzierung, über die man laufen konnte und so praktisch bis zur Mitte der ersten Brücke kommen konnte.

Ich probierte den Weg und kam gut voran, die Todespirscherin direkt im Nacken. Während ich die Kletterkrallen nutzte, die ich besaß, kletterte sie mit purer Kraft. An der Mitte der Brücke angekommen, war es nur noch ein kleines Stück nach oben, um auf die Brücke selbst zu kommen. Ich kraxelte nach oben und spähte über den Rand. Natürlich mussten sich genau an der Stelle drei Goblins breitmachen. Schlecht. Lies sich aber nicht ändern. Ich zog mich ganz nach oben, holte ein Seil heraus und band es an die Brüstung. Jetzt hatten es die nachfolgenden Kameraden einfacher. Noch während ich das tat, tauchte plötzlich irgendetwas auf. Ein Ding oder eine Person. Es war zu schnell, um es richtig erkennen zu können, jedenfalls stürzte danach einer der drei Goblins in die Tiefe. Was immer es war, es schien auf unserer Seite.

Und ich wollte die Chance nutzen.

Ich gab der Todespirscherin, die immer noch hinter mir war, ein Zeichen und wir näherten uns den beiden verbliebenen Goblins, mit dem Vorsatz, diese ebenfalls in den Abgrund zu werfen. Doch da passierte etwas Unerwartetes.

Ein Knistern war hinter uns von der Festung zu vernehmen, dann tauchte ein greller Strahl aus weißem Licht auf, der in den Himmel schoss. Der Strahl wurde von lila Schwaden umschlungen und schwarze Wolken bildeten sich am Himmel.

Nur Augenblicke später erzitterte der Boden einmal, nur um direkt darauf zu beben.

Man konnte das Knacken der Mauern hören, Risse durchzogen die ganze Festung und selbst auf der Brücke, auf der wir standen, spürten wir, wie langsam das Mauerwerk nachgab. An einigen Stellen konnte man sehen, wie die Erde sich öffnete und daraus Wolken aus schwarzen Schatten schossen. Ein unglaublich lauter, gequälter Schrei hallte über das ganze Gelände.

»EUCH WAR NIE ZU TRAUEN!«

Dann gab es einen Schlag und magische Energien überfluteten uns, sodass selbst ich sie spüren konnte. Es flackerte wie wild vor meinen Augen. Und dann sah ich mit Entsetzen, wie mit einem Schlag alles Leben aus jeder Pflanze am Boden gesogen wurde und schlagartig verdorrte. Von einem auf den anderen Augenblick sah das Land ausgezehrt und leblos aus. Dann verschwand die Lichtsäule langsam, die schwarzen Wolken hingegen dehnten sich weiter aus. Lila Blitze zuckten durch den Himmel und lauter Donner war zu vernehmen. Ein Teil der Festung brach in sich zusammen und wir konnten spüren, wie auch die Brücke, auf der wir standen, immer schwächer wurde. Wir mussten hier so schnell wie möglich weg.

Die Todespirscherin und ich fingen uns einen Augenblick früher als die beiden Goblins. Und wir nutzten das gnadenlos aus.

Ich packte einen der beiden Goblins mit den Kletterkrallen und beförderte ihn über das Geländer. Die Todespirscherin tat es mir nach und auch der zweite Goblin nahm seinen Weg abwärts.

Ich hörte das Knirschen der Kanone auf dem nahen Turm, der zu uns herumgedreht wurde, aber das überließ ich meinen Kameraden, denn ich rannte bereits weiter, Richtung der zweiten Brücke, der Todespirscherin auf den Fersen. Ich hörte hinter mir Explosionen und Rauch, der aus dem Turm, in dem die Kanone stand, drang. Damit wusste ich, meine Kameraden hatten dort wenigstens eine Granate hineingeschleudert. Doch schon waren wir mit dem nächsten Problem konfrontiert. Auf der einen Seite standen drei leicht lädiert aussehende Goblins und auf der Anhöhe der zweiten Brücke erkannte ich einen weiteren Goblin, dieser jedoch mit einem Schwarzblut-Gewehr mit einer Art Zielsteuerung. Der war eindeutig gefährlich.

»Beschäftige die drei Goblins, ich hole mir den Anderen!«, meinte ich zur Todespirscherin, die mir darauf nicht antwortete, aber in ihrer Bewegung nicht innehielt und auf die von mir genannten Feinde zustürmte. Ich schleuderte eine Blitzgranate, in der Hoffnung, das würde diesen Scharfschützen auf der Brücke lange genug ablenken, um nicht getroffen zu werden. Es gelang auch tatsächlich, wenn ich auch seine Kugel haarscharf an meinem Hals vorbeifliegen spürte. Ich hörte das Ächzen des Steins und hinter mir brach etwas ein, ob es der Turm oder die Brücke waren, konnte ich nicht sagen. Ich hatte keine Zeit, mich umzusehen, sondern rannte weiter, so schnell ich konnte, zog im Laufen meine Pistole, zielte und schoss.

Ich war mir sicher zu treffen. Immerhin hörte ich den Goblin aufschreien und dann davonlaufen. Im Versuch, den Goblin zu stoppen, schleuderte ich ihm meine leer geschossene Pistole in den Rücken.

Dann hörte ich wieder dieses Knirschen einer Kanone und sah, wie das Geschütz auf dem zweiten Turm vor mir zu mir umschwenkte. Verdammter Mist!

Aber zum Glück hatte ich noch einige Asse im Ärmel. Ich zückte eine der Glaskugeln, die ich an einer Schlaufe am Gürtel befestigt hatte, und schleuderte sie direkt auf die Kanone. Ich traf und die Kugel zerschellte. Sie verspritzte eine Flüssigkeit, die jedoch nicht ätzend war, sondern einfach nur sehr schwer wieder zu entfernen. Und sie stank. Und zwar absolut barbarisch nach Erbrochenem, vermengt mit faulen Eiern. Mit Befriedigung konnte ich sehen, wie den beiden Goblins am Geschütz in kürzester Zeit speiübel wurde. Aber nicht, bevor sie den Abzug der Kanone betätigt hatten.

Die Kugel flog nur knapp an mir vorbei, krachte gegen das Geländer und zertrümmerte einen guten Teil davon.

Ich war dem Tod wirklich nur um Haaresbreite entkommen. Während ich dem fliehenden Scharfschützen hinterherjagte, sprang die Rothaarige in Worgengestalt an mir vorbei, übersprang eine metallene Barriere unterhalb des Turmes und landete in einer Gruppe Goblins. Ich konnte nicht weiterverfolgen, was dann passierte, denn der fliehende Scharfschütze drehte sich mit einem Mal um und schlug mit dem Gewehrkolben nach mir. Ich hatte mit dieser Reaktion nicht gerechnet und so kam meine Abwehr einen Tick zu spät.

Der Gewehrkolben traf mich an der Schläfe und ich sah Sterne. Geistesgegenwärtig griff ich in meine Tasche, holte ein kleines Papierpäckchen hervor, das ähnlich verschlossen war wie ein Bonbon, zerdrückte es in meiner Hand und schleuderte den herausrieselnden Pfeffer dem Goblin entgegen. Während ich zurücktaumelte und mir den Schädel hielt, im verzweifelten Bemühen, wieder einen klaren Kopf zu bekommen, hörte ich den Scharfschützen niesen und irgendwelche Worte in seiner Sprache sprechen, die ich nicht verstand. Sie klangen aber sicherlich nicht nach „Lass uns Freunde werden“ oder so. Vermutlich verfluchte er mich und die letzten fünf Generationen vor mir in einem Aufwasch.

Ich hörte etwas scheppern. Und als mein Blick sich endlich wieder klärte, sah ich das Gewehr des Goblins am Boden. Er versuchte danach blind zu greifen und kickte es dabei ungeschickt zwischen das Geländer in den Abgrund. Er fluchte erneut und blickte der abstürzenden Waffe hinterher. Diese Chance nutzte ich, stürzte vor, packte seine Beine und schob ihn selbst über das Geländer.

Der Goblin war viel zu überrascht, um Gegenwehr zu leisten und verschwand in der Tiefe.

Ich brüllte ihm noch ein »Herzlich willkommen im Aufzug der Marke Kamikaze. Wir bringen sie sicher bis ganz nach unten!« hinterher, bevor ich versuchte, meine immer noch andauernde Doppelsicht zu klären, indem ich den Kopf schüttelte. Das machte es jedoch nicht besser und ich griff mit der Hand an den dröhnenden Schädel. Ich spürte Feuchtigkeit. Als ich auf meine Fingerspitzen starrte, sah ich Blut. Zum Glück nicht so viel, dass es in irgendeiner Form lebensgefährlich gewesen wäre.

Als meine Sicht sich langsam wieder normalisierte, sah ich bereits, wie die Todespirscherin, der alte Mann, die Nachtgeborene und mittlerweile sogar die Dunkle an mir vorbeihasteten und bereits auf der dritten Brücke standen. Ich lief ihnen hinterher. Niemand stellte sich uns in den Weg, bis wir zur vierten Überquerung kamen. Hier lagen überall verstreut Goblinleichen herum und ein kurzer Blick sagte mir, dass sie sich vermutlich gegenseitig umgebracht hatten. Als ich mich umsah, bemerkte ich eine Pandarin, die uns folgte. Ich war verwirrt. Hatte ich einen so schweren Schlag auf den Kopf bekommen, dass ich mich nicht mehr an sie als eine unserer Gefährtinnen erinnern konnte? Ich sagte dies laut, doch der alte Mann unterrichtete mich, dass sie die Pandarin auf dem Weg hierher getroffen hatten und sie alle das gleiche Ziel hatten. Wo bei allen Dämonen war uns die denn zugelaufen, ohne dass ich es gemerkt hatte? Unsere neue Gefährtin war deutlich verletzt, aber immer noch wild entschlossen für einen Kampf, daher fragte ich gar nicht erst weiter nach.

Kapitel 3 – Der Endkampf

Mir schwante bereits Böses, als wir von der letzten Felsnadel einen unglaublich schiefen Singsang vernahmen. Es wurde Zeit, es zu Ende zu bringen. Ich hätte gerne gewartet, bis wir uns wieder alle gesammelt hatten, aber die Dunkle war anderer Meinung und befahl, das sofortige weitere Vorrücken.

Ich nahm einen leicht anderen Weg als meine Gefährten, indem ich eine Treppe vermied und seitlich über ein paar Felsen kletterte. Dadurch, so rechnete ich mir aus, könnte ich einen Überraschungseffekt erringen.

Doch es kam alles ein wenig anders als gedacht. Vor einem kleinen Turm saß ein Goblin, mit einem Kristall in der Hand. Um ihn herum waren überall Pfützen mit schwarzem Blut.

Dieser Goblin sang diese schiefen Töne, denn von ihm ging eindeutig ein Leereneffekt aus, der mich selbst zwar nicht sehr berührte, aber jedoch die Nachtgeborene. Diese zückte mit einem Mal eine Blendgranate und warf sie der Dunklen zu Füßen. Es blitzte, aber das schien die Dunkle nicht im mindesten zu interessieren. Die Todespirscherin stürmte auf den Goblin zu, doch kurz bevor sie ihr Schwert in seine Kehle versenken konnte, stoppte sie und erstarrte zur Salzsäule. Der alte Mann schleuderte seine Pistole nach der Nachtgeborenen und traf sie am Kopf, wodurch ein Pfeilschuss, den der Soldat auf sie abgegeben hatte, daneben ging.

Zu guter Letzt stürmte noch die Pandarin auf die Nachtgeborene drauf. Sie knallten wild zusammen und kugelten die Treppe hinunter und rissen dabei noch den alten Mann mit. Es wäre fast ein amüsantes Schauspiel gewesen, wenn der Druck, den der Goblin weiter erhöhte, nicht so anstrengend wäre. Doch schließlich konnte sich die Todespirscherin wieder bewegen und versenkte die Klinge in den Feind. Zur gleichen Zeit schoss die Dunkle einen Pfeil in den Körper des Goblins. Dieser war sofort tot und der Druck auf den Kopf verschwand. Ich konnte wieder aufatmen.

Letztlich stieß die Vogelelfe dazu und fand heraus, dass die Astrale, die wir hätten befreien sollen, bereits gestorben war.

Mittels eines komplizierten Geräts konnte sie jedoch die Botschaft, die die Gefangene hinterlassen hatte, auffangen und aufschreiben. Im Turm fanden wir noch den Störsender und schalteten diesen ab, sodass der Schönling uns wieder mittels Leerenriss zurückholen konnte. Der Einsatz war ein Erfolg, wenn auch ohne die lebende Astrale, so doch wenigstens mit ihrer Information, die uns für die kommenden Kämpfe weiterhelfen sollte.

Wie wir später herausfanden, waren auch die anderen Missionen erfolgreich durchgeführt worden, wobei einige wirklich heftig Prügel bezogen hatten. Der Naturgeist war in Stücke gerissen worden und seine Teile hatten die Astralen, die leider durch ein Portal fliehen konnten, mitgenommen und das Portal hinter sich zerstört. Die Hauptdrahtzieher waren entkommen und somit war die Operation nicht beendet. Es würden weitere Missionen anstehen, denn es musste herausgefunden werden, wohin die Astralen verschwunden waren und was sie mit dem Naturgeist anstellen wollten. Auch waren uns Informationen zugetragen worden, dass an anderer Stelle Astrale und Goblins von R.A.U.B.B.A.U.2.0 zugeschlagen hatten. Es war noch viel zu tun.


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