{"id":2132,"date":"2020-09-16T14:14:16","date_gmt":"2020-09-16T13:14:16","guid":{"rendered":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?post_type=rcno_review&#038;p=2132"},"modified":"2023-04-13T01:33:39","modified_gmt":"2023-04-13T00:33:39","slug":"die-insel-des-doktor-weavil","status":"publish","type":"rcno_review","link":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?rcno_review=die-insel-des-doktor-weavil","title":{"rendered":"Die Insel des Doktor Weavil"},"content":{"rendered":"<p><!--more Weiterlesen--><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"inhalt\">Inhalt<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"#kap1\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap1\">Kapitel 1: Einleitung<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap2\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap2\">Kapitel 2: \u00dcberfahrt I<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap3\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap3\">Kapitel 3: \u00dcberfahrt II<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap4\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap4\">Kapitel 4: Das Ende der Reise<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap5\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap5\">Kapitel 5: Die Ankunft<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap6\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap6\">Kapitel 6: Erkundungsausflug<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap7\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap7\">Kapitel 7: Wenn die Dunkelheit sich senkt<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap8\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap8\">Kapitel 8: Die Diener des Doktor Weavil<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap9\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap9\">Kapitel 9: Aufgeflogen!<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap10\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap10\">Kapitel 10: Aller Anfang\u2026<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap11\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap11\">Kapitel 11: \u2026ist schwer<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap12\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap12\">Kapitel 12: In Tr\u00fcmmern<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap13\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap13\">Kapitel 13: Neue Hoffnung?<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap14\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap14\">Kapitel 14: Zur\u00fcck unter den Lebenden<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap15\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap15\">Kapitel 15: Vorbereitungen<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap16\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap16\">Kapitel 16: Das gro\u00dfe Warten<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap17\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap17\">Kapitel 17: Flammen des Todes<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#schlusswort\" data-type=\"internal\" data-id=\"#schlusswort\">Schlusswort<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap1\">Kapitel 1: Einleitung<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Es war gerade einmal sieben Uhr in der Fr\u00fch, als die Besatzung der Brigg \u201eSonne von Beutebucht\u201c begann, selbiges Schiff, im Hafenbecken von Beutebucht vor Anker liegend, aus dem naheliegenden Lager der Handelsgesellschaft zu beladen. Waren unterschiedlicher Art, bestimmt f\u00fcr den Handel und Weiterverkauf in Kalimdor, fanden in gro\u00dfen Kisten ihren Platz im Laderaum im Bug des Schiffs. Unter den eifrigen M\u00e4nnern und Frauen unterschiedlichster Herkunft und Volksangeh\u00f6rigkeit, die, beaufsichtigt vom Bootsmann, das Schiff beluden, befand sich auch eine Handvoll M\u00e4nner, die dies taten, weil sie sonst keinen anderen Ausweg hatten: Deserteure, M\u00f6rder, Wegelagerer. Verbrecher aller Art, denen bei R\u00fcckkehr in die Heimat, etwa ins K\u00f6nigreich Sturmwind, durch die Stadtgarde der Strick drohen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Und unter all jenen, lichtverlassenen Gesellen, befand ich mich: Edgar Prescott, ehemaliger Teil von Kurzens Expeditionsteam in den Schlingendorn, der \u00fcber die Jahre seinen Weg hier hinab fand. Gezwungen, mich mit Gelegenheitsarbeiten \u00fcber Wasser zu halten. Und nun? Die \u201eSonne von Beutebucht\u201c, ein klassisches Handelsschiff, f\u00fcr meine Person vor allem die M\u00f6glichkeit auf gutes, ehrlich verdientes Geld bei Verpflegung und Schlafplatz. Mehrere Monate sollte die Fahrt dauern, so war neben der Reise \u00fcber das Meer nach Ratchet auch eine Weiterfahrt nach Gadgetzan und anschlie\u00dfend zur\u00fcck nach Beutebucht geplant. Obgleich der Weg direkt nach Tanaris k\u00fcrzer gewesen w\u00e4re, teilte ich meine Bedenken nicht. Ich war nur Matrose, befolgte Befehle und tat meine Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEd! Nich\u2018 tr\u00f6deln, arbeiten!\u201c schallte es vom Bootsmann, einem Orc, heran. Ich schnaubte aus, tat aber, was er sagte. Er stand \u00fcber mir und da wir nicht unter der Flagge der Allianz, sondern der des Dampfdruckkartells, segelten, hatte ich ihm genauso zu gehorchen, wie wenn dort ein Mensch st\u00fcnde. Eine Peitsche surrte durch die Luft und traf mit einem schaurig-klatschenden Ger\u00e4usch meinen R\u00fccken. Ich keuchte auf und ging in die Knie. Der Orc trat n\u00e4her heran. \u201eAufstehen, weitermach\u2019n! Sonst mach\u2018 ich dich\u2026 Knack.\u201c Sprach der Orc drohend aus, woraufhin ich eifrig nickte und mich wieder erhob, bem\u00fcht, meine Schmerzen vor dem Bootsmann zu verstecken. Zusammen mit den anderen Matrosen, die teilweise gar Brandzeichen auf H\u00e4nden und Unterarmen trugen, als Zeichen f\u00fcr ihre Vergehen, was mich pers\u00f6nlich stark anwiderte, luden wir den Rest der Fracht auf das Schiff um.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap2\">Kapitel 2: \u00dcberfahrt I<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Es war eingetreten, was sich kein Seefahrer w\u00fcnschte: Eine Flaute. Windstill lag das Meer dort, bereits seit Stunden. Fast friedlich wirkte es, w\u00e4re da nicht der Bootsmann, der mal wieder seine Willk\u00fcr auslebte. T\u00e4glich traf es jemand anderes und wir waren bereits seit zwei Wochen auf dem Meer. Der Kapit\u00e4n hatte die Route zwischen Zandalar und Pandaria entlang gew\u00e4hlt, um eine Begegnung mit dem Mahlstrom, dem Schrecken der Seeleute, zu vermeiden. Doch gerade diese Entscheidung war es wohl, die uns die Flaute verschaffte.<\/p>\n\n\n\n<p>T\u00e4glich war es ein anderer Grund: Mal soll ein Matrose angeblich einen falschen Knoten gezogen haben, weswegen der Bootsmann beim morgendlichen Rundgang beinahe abgest\u00fcrzt sein soll, ein anderes Mal soll sich ein Matrose an den Vorr\u00e4ten des Orcs bedient haben. Heute traf es einen notorischen Trotzkopf. Der Bootsmann hatte ihn mit den Stiefeln aus der Koje getreten und selbst dann blieb der Mann noch arbeitsunwillig. So wurde er von anderen Matrosen, die eine Repressalie durch den Bootsmann im Fall einer Verweigerung f\u00fcrchteten, an den Mast gebunden, wo die neunschw\u00e4nzige nun zum wiederholten Male seinen blo\u00dfen R\u00fccken traf und tiefe Riemen zog. Blutende Wunden waren die Folge, \u00fcber den gesamten R\u00fccken verteilt. Doch der Orc missachtete jegliche Wunde und drosch weiter auf den Mann ein, bis jener nach einer schier endlosen Zeit nachgab: \u201eBitte&#8230; aufh\u00f6ren. Ich werde arbeiten! Ich werde arbeiten, ich verspreche es!\u201c brachte er zwischen lauten Ger\u00e4uschen des Schmerzes heraus, woraufhin der Orc die Peitsche weiterreichte und den Mann vom Mast riss, welcher, der Ohnmacht nahe, in sich zusammensank. Erst, als der Bootsmann den Weg freigab, nahm ich mich mit dem Schiffsarzt der Behandlung des Ausgepeitschten an. Wir zogen ihn zur\u00fcck ins Schiff, in die kleine Zelle im Bug, wo wir ihn ablegten. Ich lie\u00df den Schiffsarzt allein, damit sich jener um die Wunden k\u00fcmmern konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd Du!\u201c fuhr der Orc mich an, als ich gerade wieder an Deck trat. \u201eHilf\u2018 nochmal jemandem ohne, dass ich es erlaube und ich mache Knack mit dir.\u201c Drohte der Bootsmann mir, ehe er sich abwandte, wohl, um den n\u00e4chsten Matrosen zur Sau zu machen. \u201eKnack\u201c machen\u2026 das hie\u00df in der Sprache des dunkelh\u00e4utigen Orcs, jemandem einen Arm, ein Bein oder gleich den R\u00fccken zu brechen. Er war zust\u00e4ndig f\u00fcr die Disziplin an Bord, welche durch den Umstand aufrecht erhalten wurde, dass wir mehr Angst vor ihm als vor irgendwelchen Gefahren des Meeres versp\u00fcrten.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap3\">Kapitel 3: \u00dcberfahrt II<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Wochen vergingen. Ich hatte das Gef\u00fchl, dass mich der Bootsorc, wie ich ihn nun innerlich und in freien Momenten unter Matrosen nannte, besonders im Auge hatte. An jenem Tag war es schlie\u00dflich so weit: Wir sa\u00dfen zum Essen in der Messe, mittschiffs im Bug. Ein anderer Matrose, Hans sein Name, stie\u00df mich beim Vorbeigehen an. Ich stolperte und fiel dem Bootsorc auf seine Sch\u00fcssel mit der Ration. Der Orc br\u00fcllte wutentbrannt auf und packte mich am Kragen, ehe er mich hochhob und aus der Messe schleifte. Er ging hinauf, \u00fcber die Treppen, an Deck, wo er mich zu Boden schleuderte und mit den dicken Lederstiefeln in meine Seite trat. Beim knackenden Klang, dem Ger\u00e4usch der brechenden Rippen, kr\u00fcmmte ich mich vor Schmerzen keuchend zusammen, doch lie\u00df mir der Bootsorc keine M\u00f6glichkeit zur Erholung: Er packte mich erneut, dieses Mal an der Schulter, drehte mich herum, sodass ich gezwungen war, zu ihm zu blicken. Er stellte sich breitbeinig \u00fcber mich und beugte sich hinab, ehe er zum Schlag ausholte. Mehrmals trafen die schweren, harten F\u00e4uste des Orcs auf meinen Oberk\u00f6rper und mein Gesicht. Nach einer Zeit, die mir endlos vorkam, erhob er sich, zufrieden schnaufend, und kehrte in die Messe zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor Schmerzen schwer keuchend, setzte ich mich langsam auf und versuchte, mir einen \u00dcberblick zu verschaffen, doch es misslang: Ich blutete aus dem Mund, meine Nase war schief und gebrochen, mein Blick begann zu verschwimmen, ehe ich zur Seite fiel und ohnm\u00e4chtig wurde. Der Orc hatte gewonnen. In diesem Moment rechnete ich nicht damit, wieder aufzuwachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und doch tat ich es, wenn auch erst am folgenden Tag. Auf dem strohbedeckten Boden in der Zelle, in die wir den Matrosen vor einigen Wochen brachten, lag ich nun, bis auf meine Hose entkleidet, mein Oberk\u00f6rper eingeh\u00fcllt in Verb\u00e4nde. Ich realisierte meine Verletzungen, drehte mich zur Seite und \u00fcbergab mich auf den Boden neben mir.<br>Es dauerte einige Zeit, bis sich Schritte der Zelle n\u00e4herten. Inzwischen hatte ich mich aufgesetzt, als der Schiffsarzt an der Gittert\u00fcr auftauchte. \u201eWie f\u00fchlst du dich?\u201c waren seine einzigen Worte, w\u00e4hrend er missbilligend die Pf\u00fctze von Erbrochenem neben mir registriere.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich nickte tonlos, ehe der Arzt fortfuhr. \u201eDer Kapit\u00e4n hat den Bootsmann gema\u00dfregelt, er habe leicht \u00fcbertrieben, doch habe ich erst heute wieder jemanden verarztet. Du wirst den Rest der Reise in dieser Zelle verbringen und dein Erbrochenes sp\u00e4ter noch bereinigen. Du erh\u00e4lst zudem einen Eimer f\u00fcr k\u00fcnftige\u2026 Gesch\u00e4fte jeglicher Natur.\u201c Erkl\u00e4rte er mir dann, woraufhin ich erneut nickte. Wunderbar, dachte ich. Mehrere Wochen in dieser engen, stickigen Zelle. Es roch, neben meinem frischen Erbrochenen, nach dem Unrat von Tieren und Menschen. Selbst Insassen im Verlies hatten es besser, dort kam zumindest ab und an jemand Neues hinein. Hier&#8230; w\u00fcrde nun jeder den Respekt vor dem Bootsorc wahren.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap4\">Kapitel 4: Das Ende der Reise<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Ich hatte meine Zelle ges\u00e4ubert und nach einer kurzen Eingew\u00f6hnungszeit auch den Eimer angenommen. Das gr\u00f6\u00dfte Problem war, neben der Einsamkeit, vor allem die Langeweile. Ich hatte in meiner Zelle nichts zu tun. Niemand, vom t\u00e4glichen Besuch des Arztes abgesehen, hielt f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch an. Ich schwor mir, dass, sollte ich mal wieder auf der anderen Seite der Gitter stehen, ich dem Insassen zumindest ein kleines Gespr\u00e4ch w\u00fcrde bieten wollen. Ein solches Schicksal w\u00fcnschte ich niemandem\u2026 au\u00dfer dem Bootsorc.<\/p>\n\n\n\n<p>So vergingen die Tage. Man brachte mir mein Essen, tauschte ab und an den Eimer aus und den Rest der Zeit war ich gezwungen, vor allem dem Rauschen des Meeres und den Ger\u00e4uschen des gesch\u00e4ftigen Schiffes zu lauschen. Doch dieser Tag war anders. Die Schiffsglocke l\u00e4utete hektisch und unregelm\u00e4\u00dfig, lautes, eifriges Fu\u00dfgetrappel war an Deck zu vernehmen. Der Bootsorc verk\u00fcndete lautstark: \u201eAn die Kanonen, ihr dreckigen Ratten!\u201c, woraufhin das Knarzen und Kratzen der verschobenen Kanonen zu vernehmen war. Es dauerte nur wenige Minuten, ehe Kanonendonner die Luft erf\u00fcllte. Explosionsartig schossen die schweren Kugeln von Eisen und Blei aus den Rohren auf beiden Seiten, Holz splitterte und brach. Die Schreie der M\u00e4nner erf\u00fcllten die Luft, der orcische Bootsmann br\u00fcllte einen Befehl nach dem Anderen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Matrose stolperte die Treppe zum Unterdeck herab, wo er blut\u00fcberstr\u00f6mt vor meiner Zelle zusammenbrach. Es stand au\u00dfer Frage, dass wir diesen Kampf verlieren w\u00fcrden. Ein schweres Rumpeln war zu vernehmen, als der obere Teil des Hauptmasts einbrach und zu Deck st\u00fcrzte. Eine fremde Stimme rief zur Enterung der \u201eSonne von Beutebucht\u201c auf, ehe ein weiterer Kanonenschlag folgte. Er durchbrach die W\u00e4nde des Schiffs und\u2026 ein weiterer Knall folgte. Eine markersch\u00fctternde Explosion, die mir zeitweilig das Geh\u00f6r nahm. Ein grauenvoller, dauerhafter, pfeifender Ton erf\u00fcllte meine Ohren, ehe das Schiff praktisch auseinanderbrach. Ich wurde r\u00fccklings an die Wand meiner Zelle geschleudert, ehe jene auseinanderfiel. Ich wurde f\u00fcr einen Augenblick, dessen L\u00e4nge mir nicht bekannt ist, ohnm\u00e4chtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich erwachte, trieb ich auf einem St\u00fcck der Wand meiner engen Zelle unweit der Stelle, an der wir angegriffen wurden. Ich sah, als ich mich umsah, brennende Reste auf dem Wasser treiben, M\u00e4nner, die schrien und sich verzweifelt an Planken festzuhalten versuchten, ehe ich erneut das Bewusstsein verlor. Ich wei\u00df nicht, wie lange ich \u00fcber das Wasser trieb, ob es Stunden oder Tage waren. Ich h\u00f6rte auf zu Z\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap5\">Kapitel 5: Die Ankunft<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Als ich mein Bewusstsein zur\u00fcckerlangte, war es gerade Mittag. Die Sonne brannte hei\u00df und unerbittlich vom Himmelszelt herab. Ich lag auf feuchter, moosbedeckter Erde, umgeben von hohen Felsen und Klippen. Einen Steinwurf entfernt entdeckte ich einen Leuchtturm, in die andere Richtung einen Steg. Im Wasser vor mir schwammen einige Objekte: offene Kisten, ein Stiefel, einige Planken. Es war ungewiss, ob dies zu meinem Schiff geh\u00f6rte oder doch zu einem fremden Schiff. Gerade, als ich mich erheben wollte, h\u00f6rte ich Schritte n\u00e4herkommen und entschied mich, liegen zu bleiben, so zu tun, als w\u00e4re ich bewusstlos.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine kratzige, undeutliche Stimme, welche sich meiner Position n\u00e4herte, forderte, wohl gen einer anderen Person: \u201eWirf\u2018 ihn zur\u00fcck ins Meer!\u201c Ich erschrak, doch versuchte, mir nichts anmerken zu lassen. \u201eNein, nein, Herr. Wir brauchen ihn. Wir brauchen ihn.\u201c H\u00f6rte ich eine zweite Stimme sprechen. Sie klang ungew\u00f6hnlich hoch, wohl nicht von einem Menschen. Die erste Stimmte brummte missmutig, ehe sie nachgab. Ich sp\u00fcrte, wie etwas gegen meine linke Schulter stie\u00df, wie mir jemand dagegentrat. \u201eHe, steh\u2018 auf! Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!\u201c verlangte die kratzende Stimme eines Mannes, dessen Proportionen verschoben wirkten. Er sah aus wie ein Gnom, jedoch beinahe so gro\u00df wie ich selbst. Seine Haut war leichenblass, stellenweise sogar gelblich. Auch sein Begleiter, in der Gr\u00f6\u00dfe eines normalen Gnoms, hatte diese gelbliche Haut vorzuweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich stand m\u00fchsam auf. Ich hatte selbst kleinere Wunden davongetragen, einige Splitter steckten noch in meinen Armen und Beinen, doch bejahte ich die Frage, ob ich werde gehen k\u00f6nnen. Die beiden Gnome gingen voran, teilweise in schl\u00e4ngelnden Serpentinen, \u00fcber einen Weg, der eigentlich breit genug war, dass wir in doppelter Anzahl neben einander h\u00e4tten gehen k\u00f6nnen. So wurde mir, als ich den Grund erfragte, lediglich mitgeteilt, dass der Weg vermint sei, um ungebetene Besucher abzuhalten. Ich nickte und versuchte nun, mir den Weg genauestens einzupr\u00e4gen. Am Rand dieses Weges standen in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden kleine, mechanische Objekte. Ich fragte nicht nach, dachte mir jedoch, dass es wohl Schie\u00dfanlagen sein k\u00f6nnten, wenn der Weg schon vermint war.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie f\u00fchrten mich weiter ins Landesinnere, lie\u00dfen dabei einen Weg zu einer Ansammlung von H\u00e4usern links liegen. Der Weg f\u00fchrte hinauf zu einem alten, leicht eingefallenen Haus, vor welchem einige alte, leicht rostangefressene Bots besch\u00e4ftigt waren. \u201eSieh es uns nach\u2026\u201c begann der kleinere der Gnome. \u201e\u2026wir haben nicht oft Besuch.\u201c Beendet er seinen Satz, als sie am Haus ankamen. Rechts vor dem Haus befand sich ein vergitterter Schacht, doch hatte ich keine Zeit, mich l\u00e4nger mit jenem zu besch\u00e4ftigen. Der gr\u00f6\u00dfere der Gnome ging zur T\u00fcr und dr\u00fcckte nur sanft gegen jene, welche bereits knarzend aufschwang. \u201eHier bleiben. Schlafen.\u201c Sprach jener Gro\u00dfgnom, ehe er sich abwandte und ging. Der Kleinere blieb noch und schloss die T\u00fcr hinter mir. \u201eDu wirst hier alles finden, was du brauchst. Mein Name ist Tibik, ich bin der Assistent des Doktors, den du eben kennenlerntest. Bleibe zun\u00e4chst hier. Du kannst dich auf der Insel umsehen, aber andere Geb\u00e4ude als dieses sind f\u00fcr dich tabu. Wenn du bleibst, werden wir f\u00fcr dich sorgen, bis man dich hier abholen kann.\u201c Sprach der Gnom, ehe ich nur leicht nickte. Er verlie\u00df das Haus und lie\u00df mir Zeit, mich umzusehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Innenraum des bauf\u00e4lligen Hauses war mit altem, behelfsm\u00e4\u00dfigem Mobiliar gef\u00fcllt. Einfache Holzbetten, gedeckt mit Stroh und einem einfachen Leinentuch dar\u00fcber als behelfsm\u00e4\u00dfige Schlafst\u00e4tten, eine kleine Kochecke mit immerhin frischem Obst, einige Tische, einige St\u00fchle und ein weiterer der mechanischen Objekte, wie sie bereits am Wegesrand standen. Ich war unter Beobachtung.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap6\">Kapitel 6: Erkundungsausflug<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Nachdem ich einige Stunden, vermutlich sogar einen ganzen Tag, geschlafen hatte, verlie\u00df ich meine h\u00f6lzerne Behausung durch die offen stehende Hintert\u00fcr. Genau genommen: Durch den T\u00fcrrahmen. Eine T\u00fcr war dort l\u00e4ngst nicht mehr vorhanden, die Scharniere vom Rost zerfressen und zerfallen. Hinter dem Haus stie\u00df ich auf weitere Sch\u00e4chte: Achteckig, mit einem metallenen Gitter verst\u00e4rkt. Ich legte mich flach auf den angebrachten, h\u00f6lzernen Sockel um einen der beiden Sch\u00e4chte und sah hinab. Im Schein des Sonnenlichts erkannte ich nur grobe Strukturen unter dem heptagonalen, mit Holz ausgekleideten Schacht befand sich ein kleiner Raum mit steinernem Fu\u00dfboden. Man musste wahrlich kein Magier sein um zu erkennen, was dies war: Eine Zelle. Drei Zellen um meine Behausung herum. Ich sah niemanden darin.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kehrte ins Haus zur\u00fcck, a\u00df etwas, ehe ich einen erneuten Erkundungsgang wagte. Dieses Mal vorn aus dem Haus heraus, in die H\u00fcgel. Sie waren gr\u00fcn und voller Pflanzenvielfalt, die entfernt an das Schlingendorntal erinnerten. Doch ert\u00f6nte ein Schrei. Ein einzelner Aufschrei, hoch und spitz, vermutlich von einem weiteren Gnom. Ich duckte mich in das hohe Gras und schlich langsam n\u00e4her an den Rand des H\u00fcgels. Von meiner Position aus erkannte ich die Ansammlung von H\u00e4usern, die ich bereits auf dem Weg zu meinem Haus gesehen hatte. Aus der Ferne sah ich eine Vielzahl kleiner Gestalten, vermutlich Gnome, Goblins oder Kinder, die sich auf einem Platz zwischen den H\u00e4usern schaarten. Als \u201eder Doktor\u201c aus dem Geb\u00e4ude kam, welches einem Haupthaus gleichen w\u00fcrde, wandten sich die Gestalten schlagartig zu diesem um. Er sprach einige Worte, die ich nicht verstehen konnte und sie kehrten in umliegende Geb\u00e4ude zur\u00fcck. \u00dcber den H\u00fcgelkuppen erkannte ich einen Wachturm. Der \u201eDoktor\u201c sah einen Augenblick in meine Richtung, ich zuckte schnell wieder ins Gras und zog mich langsam zum Haus zur\u00fcck. Ich wusste nicht, ob er mich gesehen hatte, es war mir auch gleich. Ich wollte nur noch von dort fort.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap7\">Kapitel 7: Wenn die Dunkelheit sich senkt<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Tage vergingen. Ich unternahm kleinere Ausfl\u00fcge in die direkte Umgebung meines bauf\u00e4lligen Hauses. Ab und an besuchte mich Tibik, um neues Essen zu bringen. Das Wasser, welches er dazugab, wirkte tr\u00fcb und dreckig, doch war es weitaus besser als salziges Meerwasser. Es waren zwischendurch immer mal wieder neue Schreie zu vernehmen gewesen, Schreie, wohl von Gnomen, ehe sie bald schon erstickt wurden. Schreie, die mir immer wieder das Blut in den Adern gefrieren lie\u00dfen. Auch diesen Abend war es wieder so weit: Ein durchdringender Schrei durchdrang die Stille, zerfetzte die Ruhe der Insel, auf der ich mich befand. Ich nahm all meinen Mut zusammen, trank noch einen Schluck Wasser, ehe ich durch die hintere T\u00fcr hinausging. Ich kletterte schleichend die H\u00fcgel hinauf, um in die nahegelegene H\u00fcttenansammlung zu sp\u00e4hen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ich dort, im hohen Gras dicht zu Boden gedr\u00e4ngt liegend, sah, verschlug mir den Atem. Gro\u00dfe, mechanische Konstrukte waren auf einen mittig gelegenen Platz ausgerichtet. Auf diesem lagen leblose K\u00f6rper, welche von einer Vielzahl blass-gelblicher Personen, zumeist Gnomen und Goblins, in das gro\u00dfe Haupthaus geschleppt wurden. Mechanische Objekte, die entfernt an Spinnen erinnerten, patrouillierten \u00fcber die Wege, sicherten die obskure Veranstaltung von jenen Wegen aus ab. Die drei gro\u00dfen Konstrukte, die auf die Mitte zielten, wurden von kleinen Helfern neu ausgerichtet. Zu meinem Entsetzen stellte ich fest, dass in der Mitte jemand stand. Ich lehnte mich weiter vor, um auch nur einen etwas besseren Blick zu erhalten. Als ich sah, wer und was dort in der Mitte stand, feuerten die drei Konstrukte einzelne, gelbliche Strahlen ab, welche sich beim Ziel zu einem vereinten. Zwar konnte niemand vom Schiff den Bootsorc leiden, aber ein solches Schicksal w\u00fcnschte man niemandem. Er l\u00f6ste sich rasch, ausgehend vom Bauch, auf, als w\u00fcrde S\u00e4ure ihn zerfressen. Bis sein Hals sich aufl\u00f6ste, stie\u00df er einen lauten Schrei des Schmerzes aus. \u00dcbrig blieb eine unansehnliche, gr\u00fcn-gelbe Pf\u00fctze, welche rasch von den gelblich-bleichen Gestalten aufgelesen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kroch ein St\u00fcck zur\u00fcck und duckte mich erneut ins Unterholz, ins hohe Gras. Ich blickte zum augenscheinlichen Haupthaus hin\u00fcber. Aus den Fenstern des Obergeschosses drang ein schauriges Leuchten, immer wieder blitzte es unheilvoll hinter den Fenstern auf. Ohrenbet\u00e4ubende Schreie von Schmerzen erf\u00fcllten die sonst eher ruhige Atmosph\u00e4re der n\u00e4her r\u00fcckenden Nacht. Die schw\u00e4rmenden Gestalten waren inzwischen au\u00dfer Sichtweite, wohl in ihre H\u00e4user zur\u00fcckgekehrt. Ich atmete tief durch, ehe ich all meinen Mut zusammennahm und den H\u00fcgel im Gras hinab robbte. Dicht an moosbedeckten Boden gedr\u00e4ngt, heran an das n\u00e4chste Haus. Ich konnte niemanden entdecken, der mir folgte, so schlich ich langsam weiter. Bem\u00fcht, m\u00f6glichst keine Laute von mir zu geben, kam ich nur langsam voran. So kroch ich hinter dem Haus entlang, bis zum n\u00e4chsten Fenster. Ich sah mich um, um mich zu vergewissern, dass mich niemand sehen konnte und erhob mich langsam, um einen Blick durch das Fenster zu wagen.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap8\">Kapitel 8: Die Diener des Doktor Weavil<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Dort stand ich nun, den K\u00f6rper an die h\u00f6lzerne Wand des Geb\u00e4udes gedr\u00fcckt, den Kopf leicht hebend. Meine Haare blickten l\u00e4ngst \u00fcber den Sims hinaus, bis ich endlich mit den Augen etwas im durch elektrische Lichter leicht erleuchteten Raum erhaschen konnte. In der N\u00e4he des Fensters standen mechanische Ger\u00e4te, etwa in der H\u00f6he der Unterkante des Fensters. So blieben mir Personen, die direkt vor jenen standen, verborgen, ich jedoch auch gr\u00f6\u00dftenteils vor Personen im Innern. Ich drehte leicht den Kopf: Weitere mechanische Ger\u00e4te, die ratterten und klapperten, waren f\u00fcr mich zu sehen. In einer Ecke des Hauses befand sich eine gro\u00dfe Apparatur, in welche mehrere, teils mannsgro\u00dfe Glasgef\u00e4\u00dfe eingebunden waren. In diesen Glasgef\u00e4\u00dfen befand sich eine gr\u00fcn-gelbliche Fl\u00fcssigkeit, die starke \u00c4hnlichkeit zu den \u00dcberresten des Bootsorcs aufwies. Ich erschauderte beim Gedanken daran, wie viele M\u00e4nner wohl f\u00fcr eine solche Menge an Fl\u00fcssigkeit h\u00e4tten sterben m\u00fcssen. In direkter Umgebung der Apparatur und der anderen Ger\u00e4tschaften befanden sich Personen: Vor allem Gnome, teilweise in \u00dcbergr\u00f6\u00dfe, aber auch Goblins und vereinzelt ein Mensch, die die Maschinen warteten und bedienten. Jede dieser Personen hatte Narben an unterschiedlichsten Stellen des K\u00f6rpers, auch oftmals um den Kopf herum, zudem blasse, teils gelbliche Haut. Ich fragte mich, ob sie nur von der Fl\u00fcssigkeit getrunken hatten oder sie sogar in ihnen steckte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gedanke ersch\u00fctterte mich derma\u00dfen, dass ich von meiner Position am Fenster zur\u00fcckstolperte. Ich h\u00f6rte, wie unter meinen F\u00fc\u00dfen ein Zweig brach. Ich erschrak und duckte mich schleunigst ins Gras. Ich betete zum Licht, zum Pantheon, zu den \u00c4ltesten, zu jedem, der mir einfiel, dass man dies blo\u00df nicht bemerkt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Schritte wurden laut. Sowohl von der Dienerschaft des Doktors, als auch durch die mechanischen Spinnen, die auf dem Platz und auf den Wegen patrouillierten. Sie bem\u00fchten sich noch nicht einmal, leise zu sein und schritten rasch durch das Gras auf mich zu. Ich war mir sicher, dass ich sterben w\u00fcrde, w\u00fcrden sie mich nun entdecken.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap9\">Kapitel 9: Aufgeflogen!<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die mechanischen Spinnen und die Dienerschaft n\u00e4herten sich mir im Eiltempo. Suchend blickten sie sich im hohen Gras nach dem St\u00f6renfried, nach mir, um. Nach links, nach rechts, sie sahen in Geb\u00fcsche und unter die alten Holzgeb\u00e4ude. Ich hielt den Atem an, bem\u00fcht, keine Ger\u00e4usche zu machen. Dicht an den moosbedeckten Boden gepresst, welcher einen Teil der Schritte gut d\u00e4mpfte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch hab\u2018 etwas gefunden!\u201c schrie eine hohe Stimme dicht neben meinem linken Ohr auf, ehe mich einige H\u00e4nde, gro\u00dfe wie kleine, packten und aus dem Gras zogen. Tibik blickte mir ernst entgegen. \u201eSo, mein Herzchen\u2026 du hast die Gastfreundschaft des Doktors bereits lange genug ausgenutzt. Du wirst uns nun begleiten.\u201c Sprach jener mit einer f\u00fcr einen Gnom erstaunlich bedrohlichen Stimme. Er wandte sich um, ging in Richtung des Hofes zwischen den Geb\u00e4uden. Ich folgte ihm mit gesenktem Haupt. Ich war mir sicher, w\u00fcrde ich mich weigern selbst zu gehen, w\u00fcrde man mich auf der Stelle t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Tibik f\u00fchrte mich nun um das Haus herum auf den Hof, wo mich unz\u00e4hlige Augen, organische wie mechanische, anblickten. Unbeirrt von den Zuschauern ging Tibik weiter, bis zum gro\u00dfen Haupthaus. Er schritt durch die T\u00fcr voran, ich musste mich in jener ducken. Sie war wohl urspr\u00fcnglich f\u00fcr Menschen erbaut worden, doch war der Rahmen derartig verzogen, dass nur Gnome und \u00e4hnlich kleine Gesch\u00f6pfe dort m\u00fchelos hindurch passten. Im Haupthaus selbst standen weitere Ger\u00e4tschaften wie im Geb\u00e4ude zuvor. Beh\u00e4lter mit der schaurigen, gr\u00fcn-gelblichen Fl\u00fcssigkeit dominierten das Bild, von den Dutzenden Gnomen, Goblins und einigen Menschen mit der blassen, teilweise auch gelblichen Haut abgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir gingen eine kleine Treppe hinauf, in einen Vorraum. In jenem lag ein gigantischer Hund&#8230; nein, ein mechanischer, gigantischer Hund. Es schien, als w\u00fcrde er schlafen, die Augen geschlossen, nur leicht brummte ein kleiner Motor. \u201eDas ist der W\u00e4chter\u201c erkl\u00e4rte Tibik gelassen, als wir am Hund vorbeigingen. Einige Bauteile des \u201eHundes\u201c waren bereits vom Rost gezeichnet, viele in einfachem Gr\u00fcn \u00fcbermalt. Nahe seines Halses konnte ich eine Plakette mit der Aufschrift \u201eW4-3CH-T3R\u201c erkennen. Humor hatte man hier wohl noch, gerade, wenn man bedachte, dass der \u201eHund\u201c etwa doppelt so gro\u00df wie ein Mensch war.<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgte ein kleines Treppenhaus. Die Fenster des selbigen waren vom Dreck getr\u00fcbt, manche sogar eingeschlagen. Beinahe jede Stufe knarzte, bedrohlich wirkte die Treppe, als ob sie jeden Moment einbrechen k\u00f6nnte. Wir kamen am oberen Treppenabsatz an, Tibik wuselte durch den Raum zu einem Arbeitsplatz bei einem Beh\u00e4lter mit der gr\u00fcn-gelblichen Substanz\u2026 und dann stand ER vor mir.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap10\">Kapitel 10: Aller Anfang\u2026<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\u201eVerhalten sich so etwa G\u00e4ste, Mister Prescott? Nutzt man die Gastfreundschaft anderer aus, indem man spioniert, statt zu fragen? Indem man sich des Nachtens herumschleicht? Dir wurde gesagt: Andere Geb\u00e4ude sind dir verboten und doch h\u00e4lst du dich nicht daran.\u201c Begann der Gro\u00dfgnom, der sogenannte Doktor, schlie\u00dflich seine Ansprache. Ich \u00f6ffnete den Mund, um etwas zu sagen, um mich zu verteidigen, doch der Doktor unterbrach mich: \u201eSchweig\u2018 still! Du wirst mich nicht unterbrechen!\u201c fuhr er mich an, ehe er sich von mir abwandte und in die Mitte des Raumes trat, wodurch ich einen Blick auf die Maschine werfen konnte. Diese, so schloss ich, musste die Quelle des unheilvollen, n\u00e4chtlichen Aufblitzens sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehrere gro\u00dfe, mit Entl\u00fcftungsschlitzen und Hebeln, mit verdreckten Armaturen und kaum leserlichen Beschriftungen versehene K\u00e4sten standen dort am Ende des Raumes. Sie waren \u00fcber ein kompliziert wirkendes System von Kabeln, von Querstreben, von Rohren und Schl\u00e4uchen, mit gigantischen Zahnr\u00e4dern, so gro\u00df wie ein Mann, verbunden. Einige Rohre f\u00fchrten zu Beh\u00e4ltern mit der altbekannten gr\u00fcn-gelblichen Fl\u00fcssigkeit, welche dort vor sich hin blubberte. Eine seltsame, runenbedeckte Kugel befand sich in der Mitte der Konstruktion, eine Art von Kanone zielte auf einen mit Ketten an der Decke befestigten K\u00e4fig. Um den K\u00e4fig herum ersp\u00e4hte ich mehrere humanoide K\u00f6rper.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Doktor, der meinen Blick bemerkt hatte, funkelte mich boshaft an. \u201eNa, gef\u00e4llt dir meine Maschine?\u201c fragte er mit s\u00fcffisantem Grinsen. \u201eSie ist, was sie ist: Eine glorreiche Konstruktion zur Verl\u00e4ngerung des nat\u00fcrlichen Lebens organischer Wesen. Zusammen mit von mir entwickelten Ger\u00e4ten, die in den K\u00f6rper einer Testperson implantiert werden, sorgt sie f\u00fcr die Aufrechterhaltung des Lebens der Testperson. Ebenso macht es diese gef\u00fcgiger f\u00fcr Anweisungen! Dies k\u00f6nnte die Kriegsf\u00fchrung der Welt&#8230; nein, dies wird die ganze Welt ver\u00e4ndern! Und du\u2026 du kommst mir gerade gelegen! Sag\u2018 mir, wie geht es der Welt dort drau\u00dfen? Bekriegt sie sich immer noch?\u201c fragt er mich nach seinem Vortrag nun direkt. Tibik entfernte sich w\u00e4hrenddessen von seinem Arbeitsplatz und wuselte durch den Raum.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch\u2026 der Krieg zwischen Horde und Allianz ist allgegenw\u00e4rtig und\u2026.\u201c Weiter kam ich nicht. \u201eAu!\u201c rief ich aus. Tibik hatte mir eine Nadel in den Arm gesto\u00dfen. Ich sah zu, wie er eine Probe meines Blutes aus meinem Arm zog, ehe er die Nadel abzog.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKein Grund zur Beunruhigung, Mister Prescott. Wir nehmen lediglich eine Probe, um die Implantate korrekt auf die individuelle Physiologie des K\u00f6rpers abzustimmen. Bald werdet auch Ihr ein Teil der Familie des gro\u00dfartigen, brillanten Doktor Weavil sein!\u201c erl\u00e4uterte der Doktor selbstherrlich die Blutentnahme. Mir war klar, dass \u201egro\u00dfartig und brillant\u201c die falschen Worte waren. Ich w\u00fcrde den Doktor eher \u201ebrillant und wahnsinnig\u201c nennen.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap11\">Kapitel 11: \u2026ist schwer<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\u201eWer von der Norm abweicht, erh\u00e4lt eine Nachbehandlung. Niemand darf und wird sich widersetzen. Sie reagieren nur auf meinen Befehl\u2026 Bald werden wir die Welt kontrollieren und Ihr, Mister Prescott, werdet uns dabei helfen.\u201c Sprach der Doktor weiter. \u201eSeht selbst!\u201c forderte er mich auf. Ich folgte seinem Deut und sah gen des K\u00e4figs, welcher von der Decke hing. Zwei der blassen Gnome betraten den Raum, sie hoben einen der leblosen K\u00f6rper nahe des K\u00e4figs auf. Sie legten diesen K\u00f6rper in den K\u00e4fig und entfernten sich dann wieder. Der Doktor dr\u00fcckte auf einige Kn\u00f6pfe, legte einen Hebel um.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ganze Maschine begann zu vibrieren und zu brummen. Die runenversehene Kugel inmitten der Maschinerie begann, sich zu drehen und zu leuchten. Dampf quoll aus den Entl\u00fcftungsschlitzen hervor, die gr\u00fcn-gelbliche Fl\u00fcssigkeit wurde von den Beh\u00e4ltern durch die Rohre zur Maschine gepumpt. Unheilvoll leuchteten die Ringe an der Kanone auf. Ich kniff die Augen zusammen und zwang mich, hinzusehen: Aus der Kanone schoss ein einzelner, kurzer Blitz hervor, welcher den K\u00f6rper im K\u00e4fig traf. Der Gnomenleib b\u00e4umte sich auf, ehe sich die Augen \u00f6ffneten. Er setzte sich auf, wirkte ersch\u00f6pft. \u201eSo ist\u2019s gut\u2026\u201c sprach der Doktor, ehe er die K\u00e4figt\u00fcr \u00f6ffnete und die Maschine deaktivierte. Der wiedererweckte Gnom trat aus dem K\u00e4fig und verlie\u00df, in mechanisch anmutenden Bewegungen, den Raum. \u201eUnd das Beste daran\u2026\u201c fuhr der Doktor fort. \u201e\u2026sie erinnern sich nicht an die Prozedur. Sie wissen nur, dass sie zu dienen haben.\u201c Er lachte schallend auf. \u201eKommt, wir bringen Euch zu Eurem Haus zur\u00fcck. Ihr werdet dort auf Eure Prozedur warten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich stand wie angewurzelt dort und starrte den Doktor an. Aus den Augenwinkeln bemerkte ich eine Bewegung, doch konnte ich nicht darauf reagieren. \u201eNa, wird\u2019s bald?\u201c fragte der Doktor ungeduldig, ehe er sich in Bewegung setzte. Ich folgte ihm aus dem Raum, Tibik ging dicht hinter uns. Wir verlie\u00dfen das Haupthaus, den schlafenden Mechano-Hund dort lassend. Wir schritten \u00fcber den Innenhof, weiter gen des Wegs. Pl\u00f6tzlich hielt der Doktor inne. Ich brauchte einige Sekunden, ehe ich den Grund daf\u00fcr selbst feststellte: Das Brummen eines Motors war in der Ferne zu vernehmen.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap12\">Kapitel 12: In Tr\u00fcmmern<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Mir schossen mehrere Gedanken durch den Kopf. Was w\u00fcrde nun passieren? War das vielleicht ein Rettungstrupp? Jemand, der nach dem Schiff suchte? Selbst wenn nicht, schon ein zuf\u00e4llig vorbeikommender Pilot k\u00f6nnte mir helfen. Wenn ich doch nur fort k\u00e4me\u2026 Als ob der Doktor meine Gedanken geh\u00f6rt h\u00e4tte, winkte er ab. \u201eDer stellt keine Gefahr f\u00fcr uns da.\u201c Er nickte nach vorn, obwohl dort niemand stand. Vom Turm oberhalb der H\u00fcgel erklang nun ein dumpfes Surren, dicht gefolgt von einer Kette gleichartiger Ger\u00e4usche, \u00e4hnlich kleiner Explosionen\u2026 nur ohne Feuer.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch das Bl\u00e4tterdach der B\u00e4ume beobachteten wir, wie mehrere Geschosse vom Turm aus in die Luft aufstiegen. Eines traf eine Tragfl\u00e4che der Flugmaschine, welche daraufhin ins Schleudern geriet. Mit Entsetzen sah ich zu, wie die brennende Maschine mit weiterhin laufendem Motor trudelte und schlie\u00dflich unweit von uns auf die Insel st\u00fcrzte, etwa in der N\u00e4he des Hauses, in dem ich untergebracht war. \u201eAha!\u201c rief der Doktor aus und wollte bereits losgehen, doch wurde er aufgehalten. Tibik war es, der aufschrie: \u201eIch werde nicht l\u00e4nger Euer Sklave sein!\u201c erklang es hasserf\u00fcllt vom Gnom, ehe dieser dem Doktor mit Wucht ein Messer durch den R\u00fccken stie\u00df. Der Doktor fiel vorn\u00fcber. Gelber Schleim trat aus den Wunden aus, doch konnte jener nichts tun. Ebenso wenig konnte ich erkennen, wie schwerwiegend die Verletzungen des Doktors waren. \u201eKomm!\u201c wies Tibik mich an und eilte gen des Hauses, gen des abgest\u00fcrzten Fliegers.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas wird ihn vermutlich nicht aufhalten, sondern nur erz\u00fcrnen. Wir haben nicht viel Zeit.\u201c Sprach Tibik ungeduldig. V\u00f6llig von den sich \u00fcberschlagenden Ereignissen \u00fcberrumpelt folgte ich ihm gen des bauf\u00e4lligen Hauses, in welchem ich die letzte Zeit gen\u00e4chtigt hatte. Das ohnehin schon l\u00f6chrige Dach war nun auch von einer m\u00e4chtigen Schleifspur gezeichnet. Wohl war eine Tragfl\u00e4che der Flugmaschine \u00fcber das Dach geschrappt, ehe der Flugapparat hinter dem Haus in den H\u00fcgel einschlug. Rauch stieg auf, bei\u00dfender Brandgeruch lag in der Luft. Ich wusste nicht, warum ich Tibik genau dorthin folgen sollte, wo unsere Rettung doch am Ehesten am Strand lag.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap13\">Kapitel 13: Neue Hoffnung?<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Der bei\u00dfende Rauch, der vom Wrack der Maschine, die mein Heim der letzten Wochen zerst\u00f6rt hatte, ausging, schn\u00fcrte mir die Kehle zu. Dennoch k\u00e4mpfte ich mich durch die \u00dcberreste der h\u00f6lzernen H\u00fctte und gelangte ins Freie. Dort verfl\u00fcchtigte sich viel vom Rauch gen Himmel und bot so einen Blick auf die Flugmaschine.<\/p>\n\n\n\n<p>Viel war vom Exemplar technischer Errungenschaft nicht mehr \u00fcbrig, dass man es als \u201eFlugmaschine\u201c h\u00e4tte erkennen k\u00f6nnen. Viele Kleinstteile, aber auch einige gr\u00f6\u00dfere St\u00fccke hatten sich durch den harten Aufprall schlagartig gel\u00f6st und wurden in die Umgebung geschleudert. So hatten sie den Boden, die B\u00e4ume, die H\u00fcgel und auch die R\u00fcckwand des Hauses zersiebt. Hei\u00dfes \u00d6l und Benzin ronnen in eines der vergitterten Verliese. Ein Funke h\u00e4tte gereicht, um alles in die Luft zu jagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wollte mich gerade abwenden, als ich ein R\u00f6cheln vernahm. Konnte es sein? H\u00e4tte jemand diesen Absturz \u00fcberleben k\u00f6nnen? Ich z\u00f6gerte keine Sekunde. Zur Tat entschlossen schritt ich, dem bei\u00dfenden Rauch und Gestank zum Trotz, auf das Wrack der Flugmaschine zu. Ich kniff die Augen zusammen, um etwas erkennen zu k\u00f6nnen und tats\u00e4chlich: In der Flugmaschine sa\u00df ein Mensch. Er lehnte leicht hinaus, hatte sich wohl ein Bein eingeklemmt. Er sah mich hilfesuchend an. Erneut schritt ich zur Tat: Ich hob das St\u00fcck der Maschine, welches auf seinem rechten Schienbein lastete, lange genug an, damit er sich hinausziehen konnte. Ich folgte ihm, nachdem ich das St\u00fcck wieder loslie\u00df, aus der Zone des Rauchs hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eD&#8230; danke.\u201c Hustete der braunhaarige Mann. Er nahm einen handels\u00fcblichen Trinkschlauch vom G\u00fcrtel und nahm einige Schlucke, ehe er den Schlauch zur\u00fcckh\u00e4ngte und sich r\u00e4usperte. \u201eDanke\u2026 f\u00fcr die Rettung. Ohne Euch w\u00e4re ich wohl da drin gestorben. Ich muss aber noch einmal ran, ich brauche no\u2026\u201c Weiter kam er nicht. Die Hitze und die Flammen brachten die eigentlichen Treibstoffe der Flugmaschine zur Explosion. Wir duckten uns im Affekt noch leicht, dann riss uns die Explosion von den F\u00fc\u00dfen. Wir wurden gegen die R\u00fcckwand des Hauses geschmettert, die durch die Explosion nachgab. Ich h\u00f6rte das Dach knirschen und nachgeben, ehe mir schwarz vor Augen wurde.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap14\">Kapitel 14: Zur\u00fcck unter den Lebenden<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Ich wei\u00df nicht, wie lange wir bewusstlos waren. Es mussten auf jeden Fall Stunden gewesen sein. Als ich meine Augen aufschlug, war der Qualm verflogen. Lediglich der Geruch des verbrannten Benzins und Gummis lag in der Luft. Mechanische Bauteile \u00fcbers\u00e4ten das Land um meine Bettstatt herum. Meine Bettstatt? Ja, es war lediglich ein Strohsack mit einer Leinendecke dar\u00fcber. Ich legte den Kopf zur Seite und erblickte den Piloten der Maschine. Er sa\u00df an einem kleinen Lagerfeuer, stocherte darin herum. Wo Tibik abgeblieben war, wusste ich nicht. Ich hatte ihn aus den Augen verloren, als ich zur Maschine vorangeschritten war.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAh, du bist wach.\u201c Sprach der Braunhaarige zu mir, als ich mich aufsetzte. Langsam n\u00e4herte ich mich dem Feuer, zu welchem ich mich setzte. \u201eWie lange\u2026\u201c begann ich, doch er unterbrach mich und reichte mir einen Becker mit etwas tr\u00fcbem Wasser. \u201eHier, trink das. Du warst beinahe zwei Tage bewusstlos. Das, was du hier siehst, ist alles, was von der \u201aSilberflamme\u2018 \u00fcbrig geblieben ist.\u201c Sprach er weiter. Ich nahm den Becher und trank einige Schlucke, mich erneut umsehend. Neben ihm lag ein Haufen mechanischer Kleinteile. F\u00fcr mich waren sie nicht mehr als Schrott, aber vermutlich konnte er etwas damit anfangen. Neben dem Haufen lagen zudem noch ein Rucksack und eine Signalpistole.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa, damit werden wir von dieser Insel fliehen.\u201c Der Mann hatte meinen Blick wohl bemerkt. Ich sah wieder zu ihm auf. \u201eDoch zun\u00e4chst will ich mich vorstellen. Mein Name ist Ben D\u00e4mmerauge, ich bin Soldat des Allianzmilit\u00e4rs. Mein Geschwader wurde nach Kalimdor beordert, um die strategisch wichtigen Seehandelswege zu sichern. Ich war auf einem Erkundungsflug vom Kurs abgekommen, ehe ich hierhin st\u00fcrzte.\u201c Ich nickte leicht und stellte mich ebenso vor, ehe ich ihm von den Luftabwehrgesch\u00fctzen am Turm erz\u00e4hlte, woraufhin sich seine Mine verfinsterte. \u201eDas\u2026 erschwert eine Flucht deutlich.\u201c Kommentierte er schlie\u00dflich trocken. \u201eK\u00f6nnen wir zum Strand gelangen?\u201c fragte er mich nun.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas ist m\u00f6glich, allerdings m\u00fcssen wir einem bestimmten Weg folgen. Vermutlich wurde der \u00fcbrige Teil vermint. Am Besten w\u00e4re es, wir halten uns in den H\u00fcgeln, um den Gesch\u00fctzen zu entgehen, die entlang des Weges aufgestellt wurden. Wie geht es deinem Bein?\u201c fragte ich leicht besorgt, dass wir es nicht schaffen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMein Bein? Oh&#8230; nun, diverse Schnittwunden, \u00fcber das halbe Schienbein fehlt die Haut, aber das ist vernachl\u00e4ssigbar. Ich habe es bandagiert. Wenn wir aufbrechen, nehmen wir alle Sachen mit, die wir gebrauchen k\u00f6nnen. Was Schrott ist, lassen wir hier.\u201c Schloss er ab, ehe er sich zur\u00fccklehnte. Wir schliefen einige Stunden, ehe wir die Reste des Feuers l\u00f6schten und alles, was uns wichtig war, einpackten. Bei mir war dies praktisch nur, was ich am Leib trug, zudem das Leinentuch von meinem behelfsm\u00e4\u00dfigen Bett. Ben hingegen verstaute seine Kleinteile, die Pistole und den Becher in seinem Rucksack, ehe er jenen fest zuschn\u00fcrte. \u201eGehen wir.\u201c Sprach er dann, ehe ich voraus in die H\u00fcgel ging.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap15\">Kapitel 15: Vorbereitungen<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Wann immer wir auf unserem beschwerlichen Weg eine kurze Pause einlegten, um uns vor Bots zu sch\u00fctzen oder durchzuatmen, nahm ich mir einen Moment Zeit, um \u201eBen\u201c zu betrachten. Unter seinen braunen Haaren, die sich im Ansatz bereits wieder schwarz zeigten und somit sicherlich gef\u00e4rbt waren, waren blau-graue Augen gelegen. Ich war mir sicher, dass dies im Zusammenspiel mit schwarzen Haaren besser wirken w\u00fcrde, doch fragte ich nicht nach. Trotz meiner Zeit auf der Insel h\u00e4tte ich eine solche Frage als unh\u00f6flich empfunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir setzten unseren Weg nach jeder Pause fort, hinauf auf H\u00fcgel und hinab ins n\u00e4chste kleine Tal, dicht an Klippen und Abh\u00e4ngen entlang, immer bedacht, die B\u00e4ume nicht zu sehr zu r\u00fctteln, um keine unn\u00f6tige Aufmerksamkeit zu erregen oder den Fall von Objekten vom Baum zu provozieren. Schwer atmend und verschwitzt erreichten wir den Strand schlie\u00dflich unentdeckt, als die Dunkelheit der Nacht sich bereits senkte. Gnome oder Bots waren nicht zu sehen, also machten wir uns direkt ans Werk.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sammelten Totholz und frische, starke St\u00e4mme, die Ben mit einer kleinen, aber \u00e4u\u00dferst stabilen Handaxt aus seinem Rucksack schlug. Wir gaben uns M\u00fche, m\u00f6glichst wenig L\u00e4rm zu machen, so kamen wir nur sehr langsam voran. W\u00e4hrend Ben neues Holz schlug, entfernte ich \u00fcberz\u00e4hlige Triebe von bereits vorhandenen St\u00e4mmen und versiegelte kleine L\u00f6cher mit Baumharz.<\/p>\n\n\n\n<p>Als wir einige St\u00e4mme zusammen hatten, legten wir sie am Strand neben einander. Mit den starken Seilen von Ben banden wir sie unter erheblichem Kraft- und Zeitaufwand zu einem Flo\u00df zusammen. Jenes bot lediglich Platz f\u00fcr zwei, h\u00f6chstens drei Personen, war somit aber f\u00fcr uns ausreichend. Wir nahmen uns noch zwei lange, d\u00fcnne Triebe, legten sie auf das Flo\u00df. Mit dem letzten Rest an Seil befestigten wir einen kleinen Pfahl am Flo\u00df und daran das Leinentuch als behelfsm\u00e4\u00dfiges Segel.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade, als wir unsere Arbeiten abgeschlossen hatten, h\u00f6rten wir F\u00fc\u00dfe vom Inneren der Insel herabkommen. Viele F\u00fc\u00dfe, auch Bots, die ihre mechanischen Bewegungen knirschend und quietschend ausf\u00fchrten. Uns blieb nicht viel Zeit: Wir begaben uns auf unser wackeliges Gef\u00e4hrt und stie\u00dfen uns mit den langen Trieben vom Strand ab, keine Sekunde zu sp\u00e4t.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap16\">Kapitel 16: Das gro\u00dfe Warten<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Unz\u00e4hlige Diener des Doktors kamen, zusammen mit den Bots und dem mechanischen Hund des Doktors angef\u00fchrt von demselbigen den H\u00fcgel herab. Ich verschwendete in diesem Moment keinen Gedanken daran, mich zu fragen, wie der Doktor \u00fcberlebt hatte. Meine Gedanken drehten sich einzig und allein darum, der Insel zu entfliehen, so stie\u00df ich, so stie\u00dfen wir, mit unseren Trieben nach dem Untergrund von Strand und K\u00fcste, um uns von jenem abzusto\u00dfen. Zu lange durften wir uns dabei nicht Zeit lassen: Waffen wurden ausgerichtet, ehe man auf die weite Entfernung auf uns schoss, oftmals jedoch verfehlte. Ben wurde jedoch von einer Kugel getroffen und sank zusammen. Der Beschuss endete erst, nachdem wir uns weit genug vom Strand entfernt hatten. Man folgte uns nicht weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich lie\u00df meinen Stecken fallen und kniete mich wacklig neben Ben. Eine Kugel war knapp unterhalb seines linken Schl\u00fcsselbeins in seinen K\u00f6rper eingetreten. Er hustete leicht und deutete auf seinen Rucksack, welchen ich mir schnappte. Ich \u00f6ffnete ihn und ersp\u00e4hte eine Tasche mit Verbandsmitteln. Ich griff jene, legte den Rucksack bei Seite. Ich \u00f6ffnete die Tasche und zog ein Skalpell und eine Pinzette hervor, ehe ich Ben das Hemd soweit \u00f6ffnete, dass ich an die Wunde herankam. Ein, zwei Mal stocherte ich neben die Wunde, was ihn schmerzerf\u00fcllt aufschreien lie\u00df, ehe ich die Wunde traf und vorsichtig das Projektil aus ihm entfernte. Ich legte es zusammen mit der Pinzette und dem Skalpell zur\u00fcck in die Tasche, ehe ich nach einem Verband griff.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eN.. nein..\u201c brachte Ben leise hervor. \u201eNadel und Faden\u2026!\u201c wies er mich an und ich verstand. Die Wunde war zu tief, als dass ein Verband reichen w\u00fcrde. Ich nahm also Nadel und Faden aus der Tasche, es war ein qualitativer Faden, f\u00fcr den Moment w\u00fcrde er jedoch ausreichen. Ich n\u00e4hte dem vor Schmerzen schreienden Ben die Wunde zu, ehe ich abschlie\u00dfend den Verband um seine Schulter und damit auch die Wunde legte. Erleichtert atmeten wir beide aus. Das war geschafft.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich legte das Verbandszeug zur\u00fcck in den Rucksack und entnahm diesen die Signalpistole, ehe ich den Rucksack schloss und ihn unter Bens Kopf legte. Er sollte sich ausruhen, was er auch tat. Ich hingegen nahm meinen Mut zusammen und schoss. Die rote Kugel schoss in den Himmel empor und explodierte in rote Streifen und Sterne. Ich steckte mir die Pistole seitlich unter den Hosenbund, leer war sie ohnehin. Dann erst setzte ich mich auf den h\u00f6lzernen Boden des Flo\u00dfes und wartete.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap17\">Kapitel 17: Flammen des Todes<\/h2>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Zeit auf dem Wasser kam mir endlos vor. Ich wei\u00df nicht, ob Minuten oder Stunden vergingen. Eine Minute f\u00fchlte sich an wie ein Tag. Wir hatten kein Wasser, wir hatten kein Brot. Als Ben erwachte, ergriff ich seine k\u00fchle Hand, um ihm zu verdeutlichen, dass er nicht allein war. Sanft l\u00e4chelte er auf, blieb jedoch zun\u00e4chst liegen, ehe er zwei, drei Minuten sp\u00e4ter schlagartig hochschreckte. \u201eD\u2026 da\u2026\u201c stammelte er, ehe er kraftlos einen Arm hob und gen Horizont zeigte. Ben musste gute Ohren haben, dass er das, was da kam, vor mir in seinem Zustand vernommen hatte: Tats\u00e4chlich bewegten sich mehrere Punkte am Horizont, die schnell gr\u00f6\u00dfer wurden. Ich konnte sie nach einigen Minuten als Flugmaschinen ausmachen. Ob Freund oder Feind, war mir egal. Ich stand auf, um mit den Armen zu winken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Flugger\u00e4te kamen n\u00e4her und umkreisten uns in der Luft, langsamer werdend. Von zwei Maschinen wurden Leitern zu uns herabgelassen, die wir emporkletterten, obgleich es f\u00fcr meinen braunhaarigen Mitstreiter einiges an Kraftaufwand bedeutete. Ersch\u00f6pft lie\u00dfen wir uns in unsere Sitze sinken. Zu meiner \u00dcberraschung hielt man mir keine Waffe entgegen, sondern eine Feldflasche. Vor mir sa\u00df ein Mensch, die Flugmaschine trug Wappen der Allianz.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir lie\u00dfen das behelfsm\u00e4\u00dfige Flo\u00df hinter uns und gewannen wieder an H\u00f6he. Die Flugmaschinen folgten dem Zeichen des Geschwaderf\u00fchrers und drehten, kehrten auf ihren Kurs zur\u00fcck. Sie brachten uns nordw\u00e4rts, \u00fcber das weite Meer und diverse Inseln hinweg. Ich traute mich nicht, einzuschlafen und tat es schlie\u00dflich dennoch.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erwachte in einem Zelt. Dieses Mal lag ich in einem Bett, trug frische Kleidung und blickte die Zeltdecke an. Ich legte meinen Kopf zur Seite und sah, dass Ben unweit von mir in einem anderen Bett lag. \u201eEr ist auf dem Weg der Besserung.\u201c Sprach eine Stimme, sie klang wie von weit her. Ich wollte mich aufsetzen, doch wurde ich zur Umsicht angemahnt. \u201eNicht so eilig. Dein K\u00f6rper ist ersch\u00f6pft und braucht Ruhe.\u201c Sprach die Stimme weiter, sie trat n\u00e4her. Ich blickte einer Frau in wei\u00dfem Kittel entgegen. Sie strahlte eine gewisse Ruhe aus und so legte ich mich wieder hin.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"schlusswort\">Schlusswort<\/h2>\n\n\n<p>Diese Geschichte mag vielen wie reine Fiktion vorkommen, doch ist sie dies nicht. Ich habe mir zwar bei der Figur des Edgar einige Freiheiten gelassen, ebenso bei der Ausgestaltung der Insel und der darauf befindlichen Personen, doch ist der Kern der Geschichte wie der Kern jeder guten Geschichte: Wahr. Die sogenannte Insel Alcaz unweit der K\u00fcste der D\u00fcstermarschen ist ein schrecklicher Ort voller Gefahren. Jeder, der unachtsam an diese Insel heranfliegt, wird von Gesch\u00fctzen aus der Luft geholt. Die Dienerschaft, die sich selbst \u201eSklavengnome\u201c nennt, ist dem brillanten, aber wahnsinnigen Doktor Weavil absolut h\u00f6rig. Jener Doktor verband gnomische Ger\u00e4tschaften und Alchemie, wurde so untot und vergr\u00f6\u00dfert, ebenso umso wahnsinniger. Jeder, der diese Region bereist, sollte, egal ob zu Wasser oder in der Luft, einen gro\u00dfen Bogen um die Insel machen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"book_footer\">Buchinformationen &amp; Anh\u00e4nge<\/h5>\n\n\n<div class=\"su-spoiler su-spoiler-style-fancy su-spoiler-icon-chevron su-spoiler-closed\" data-scroll-offset=\"0\" data-anchor-in-url=\"no\"><div class=\"su-spoiler-title\" tabindex=\"0\" role=\"button\"><span class=\"su-spoiler-icon\"><\/span>Total RP 3 Extended Item-Code (Klicken zum erweitern\u2026)<\/div><div class=\"su-spoiler-content su-u-clearfix 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