{"id":2752,"date":"2021-07-17T17:50:56","date_gmt":"2021-07-17T16:50:56","guid":{"rendered":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?post_type=rcno_review&#038;p=2752"},"modified":"2021-07-17T17:55:41","modified_gmt":"2021-07-17T16:55:41","slug":"geschichten-einer-abenteurerin-band-1","status":"publish","type":"rcno_review","link":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?rcno_review=geschichten-einer-abenteurerin-band-1","title":{"rendered":"Geschichten einer Abenteurerin &#8211; Band 1"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-sache-mit-der-burg\">Die Sache mit der Burg<\/h1>\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\" id=\"prolog\">Prolog<\/h2>\n\n\n<p><em>Eine kurze Vorstellung:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin Kari Sha\u2019thar, ehemals Kari Sturmtanz, eine Ren\u2019dorei. Eigentlich sollte ich, wenn es nach dem Wunsch meiner Eltern ginge, einen Adligen aus Silbermond heiraten, doch ich entschied mich dagegen. Ich lief weg und machte allerlei Dummheiten, bis ich zu dem wurde, was ich nun bin und aus der Gemeinschaft der Sin\u2019dorei ausgesto\u00dfen wurde. Seit dieser Zeit streife ich als Abenteurerin durch die Welt, erledigte Auftr\u00e4ge und schloss mich einer kleinen S\u00f6ldnereinheit an, den Falkenklingen. Die Falkenklingen erledigten Auftr\u00e4ge, an die sich der gemeine Soldat nicht einmal mit der Kneifzange herantrauen w\u00fcrde. Leider wurde die Einheit nach einigen erfolgreichen Jahren aufgel\u00f6st. Seitdem \u00fcbernehme ich die Vergabe von Auftr\u00e4gen selber.<\/p>\n\n\n<p><!--more Weiterlesen--><\/p>\n\n\n<p>Ich habe niemals eine milit\u00e4rische Ausbildung erhalten, den Kampf mit dem Schwert habe ich von meinem Bruder erlernt, der als Waldl\u00e4ufer in Silbermonds Streitmacht dient. Andere Fertigkeiten habe ich w\u00e4hrend meiner Jugend oder als Abenteurerin mir angeeignet.<\/p>\n\n\n\n<p>Manche m\u00f6gen behaupten, ich habe viele Fehler und wom\u00f6glich haben sie auch recht, aber es gibt einen Fehler, der mich selbst st\u00f6rt. Ich kann mir keine Namen merken. Ich muss also keine Namen verf\u00e4lschen, ich kann mich schlicht nicht an sie erinnern. Sie, lieber Leser, werden daher in den Texten mit einer Menge Spitznamen konfrontiert werden, ich hoffe, Sie finden sich dennoch zurecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch nun genug zu mir, auf den kommenden Seiten erz\u00e4hle ich Ihnen, lieber Leser, von den Abenteuern, die ich erlebt habe. Ich w\u00fcnsche Ihnen viel Spa\u00df und vielleicht motiviere ich Sie, ebenso wie ich, die Spannung am eigenen K\u00f6rper sp\u00fcren zu wollen und wir treffen uns eines Tages in einer tiefen, finsteren H\u00f6hle auf der Suche nach einem verborgenen Schatz.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"inhalt\">Inhalt<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-premium-container premium-container premium-container__stretch_false premium-container__boxed false\" style=\"text-align:left;min-height:NaNpx;background-color:transparent;border-style:none;border-width:1px;border-radius:undefinedpx;background-image:url('undefined');background-repeat:no-repeat;background-position:top center;background-size:auto;background-attachment:unset;margin-top:NaNpx;margin-bottom:NaNpx;margin-left:NaNpx;margin-right:NaNpx;padding-top:NaNpx;padding-bottom:NaNpx;padding-left:NaNpx;padding-right:NaNpx;box-shadow:0px 0px 0px undefined \"><div class=\"premium-container__content_wrap premium-container__top\" style=\"max-width:100%\"><div class=\"premium-container__content_inner\">\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"#kap1\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap1\">Kapitel 1 &#8211; Das Versteck<\/a><\/li><li><a href=\"#kap2\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap2\">Kapitel 2 &#8211; Schatzkammer<\/a><\/li><\/ul>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\" id=\"kap1\">Kapitel 1 &#8211; Das Versteck<\/h2>\n\n\n<p>Es ist schon eine Weile her, da hatte ich den Auftrag von einem Bekannten &#8211; ich nenne ihn den Dicken, wieso liegt wohl auf der Hand, der Kerl ist riesig und sein Bauchumfang betr\u00e4chtlich &#8211; jedenfalls hatte ich von besagten Bekannten den Auftrag bekommen, zwei Gem\u00e4lde von einer Diebesbande zur\u00fcck zu holen. Die Diebe f\u00fchrten ihre Raubz\u00fcge in Sturmwind und Umgebung aus und waren darin gar nicht mal so ungeschickt. Woher der Dicke jedoch wusste, dass sich die Diebe ein Versteck in einer verfallenen Burg gesucht hatten, war mir nicht bekannt. Aber der Dicke hatte seine Quellen. Ich war oft \u00fcberrascht, wie genau er wusste, was in Sturmwind so lief.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls hatte ich mich auf den Weg zur Ruine gemacht, um den Dieben ihr Diebesgut wieder abzunehmen. Dort angekommen, nutzte ich einen gro\u00dfen Stein als Deckung und lugte dahinter hervor, um das verfallene Hauptgeb\u00e4ude in Augenschein zu nehmen. Ich war nach kurzer Zeit erstaunt, denn es war nur eine einzelne Wache zu sehen, die an der T\u00fcr zum Geb\u00e4ude auf den Stufen sa\u00df und diese vollf\u00fchrte ihre Arbeit auch noch nicht einmal gewissenhaft. Die Wache hatte die Augen geschlossen und sonnte sich von den wenigen Strahlen, die zu dieser Jahreszeit durch die dichte Wolkendecke kamen. Ich suchte die Gegend noch einmal mit den Blicken ab, aber ich konnte beim besten Willen keine weitere Person sehen. Ich runzelte die Stirn, denn das wirkte viel zu einfach, aber ich vertraute dem Dicken, dass er keinen Mist erz\u00e4hlte und die Informationen stimmten. Ich nutzte das viele Ger\u00f6ll rund um das verfallene Gem\u00e4uer aus, huschte von Deckung zu Deckung und versuchte, so wenig Ger\u00e4usche wie m\u00f6glich zu machen. Die Wache \u00f6ffnete kein einziges Mal die Augen und erinnerte sich an seine Aufgabe. Ich schnaubte leise und schob mich weiter vorw\u00e4rts, bis ich den Fu\u00df der Treppe erreicht hatte. Und da h\u00f6rte ich es. Ein Schnarchen. Der Kerl auf der Treppe schlief! Ich sch\u00fcttelte fassungslos den Kopf. Der Auftrag war pl\u00f6tzlich um einiges leichter geworden, aber ich w\u00fcrde mich nicht beschweren. Ich \u00fcberwand die Treppe mit ein paar schnellen, leisen Schritten und probierte, die schwere Eichent\u00fcr zu \u00f6ffnen. Sie war offen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mir kam das viel zu einfach vor, ob man mir eine Falle stellen wollte? Aber ein R\u00fcckzug war nicht drin, ich schob die T\u00fcr gerade so weit auf, dass ich mich hindurch quetschen konnte und zog sie hinter mir wieder zu. Es war im Inneren recht dunkel, die wenigen Fenster, die es gab, waren zu schmal und zu wenige, um den Gang wirklich hell zu erleuchten. Und an Kerzen hatten die Banditen auch nicht gedacht. Aber ich fand das sowieso viel angenehmer, im Notfall konnte man noch Zuflucht im Schatten finden. Vor mir war eine Treppe, die nach oben f\u00fchrte und auf halben Weg nach links abknickte. Zu meiner Linken befand sich eine T\u00fcr, die nur angelehnt war und daraus drang ein Lichtschein und warf ein kompliziert aussehendes Muster auf den Boden des Ganges. Hinter der T\u00fcr waren eindeutig Stimmen zu h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorsichtig schlich ich n\u00e4her um zu lauschen. Es waren mehrere Personen, die sich unterhielten. Gerade wurde laut gelacht und dann h\u00f6rte ich eine Stimme sagen <em>\u00bb Ja doch, glaubt mir. Ich hatte echt die Hosen voll. Ich hab gedacht, jetzt haben sie mich, aber wisst ihr was diese d\u00e4mlichen Stadtwachen dann machten? Die haben mich nicht weiter beachtet, sondern eine dieser Ren\u2019doreis kontrolliert. Die hatte eigentlich nichts weiter getan, als da zu sitzen. \u00ab<\/em> Wieder Gel\u00e4chter. <em>\u00bb Du meinst, die haben ernsthaft dich, der schon von Weitem wie ein Gauner aussieht, nicht weiter beachtet? \u00ab<\/em> rief ungl\u00e4ubig eine andere Stimme. Wieder war rauhes Gel\u00e4chter zu vernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wandte mich nach dem kurzen Ausschnitt des Gespr\u00e4chs ab und schlich kopfsch\u00fcttelnd zur Treppe. Die w\u00fcrden sich gewiss noch eine Weile \u00fcber die Stadtwache am\u00fcsieren und w\u00fcrden mir daher vermutlich nicht in die Quere kommen. Ja, bei dem Thema Stadtwache schieden sich die Geister.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte einmal den Auftrag, in der Altstadt nach dem Rechten zu sehen, zu erkunden, ob das Viertel halbwegs sicher ist, oder ob da irgendwelche Banden hausten. Schlau, wie ich meinte zu sein, dachte ich mir, wieso nicht die Stadtwache befragen. Wer sonst als diese sollte wissen, wie es in der Altstadt aussah, zumal sie ja dort auch noch ihr Hauptquartier besa\u00df. Naiv wie ich damals war, ging ich also hin und fragte die Wache, ob es in den letzten Tagen irgendwelche Vorkommnisse in dieser Gegend gab. Da wurde als erstes gefragt, wieso ich sowas \u00fcberhaupt wissen wollen w\u00fcrde. Ich bin gewiss nicht aufs Maul gefallen, also antwortete ich, dass ich als B\u00fcrgerin dieser Stadt mir \u00fcberlegt habe, ob ich nicht in die Altstadt ziehe, vorher aber wissen wollte, ob das Viertel sicher w\u00e4re. Die Antwort darauf lie\u00df mich dann glatt sprachlos werden und das ist eigentlich schwierig. F\u00fcr gew\u00f6hnlich rede ich eher zu viel. <em>\u00bb Wenn ihr auf der Hauptstra\u00dfe bleibt, solltet ihr sicher sein. \u00ab <\/em>Nach dieser Aussage waren sie bei mir unten durch und bisher hatte ich noch keinen Anlass, diese Meinung zu \u00e4ndern, eher im Gegenteil, gab es da noch ganz andere Geschichten, die ich hier aber nicht zum Besten geben m\u00f6chte. Aber nicht umsonst grassierte die Meinung in Sturmwind, f\u00fcr Diebe und Banditen holt man nicht die Stadtwache, sondern wirkliche Experten. Aber zur\u00fcck zur Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich an der Treppe angekommen war, schlich ich sie hinauf und war froh, dass die Stufen aus Stein waren. So verursachten die Schritte weniger Ger\u00e4usche, als auf einer Holztreppe, die im Alter immer mehr verzog und dadurch gerne ein lautes, verr\u00e4terisches Knarzen von sich gab. Obwohl ich aufpasste, wurde ich trotzdem von der Gestalt \u00fcberrascht, die sich am oberen Ende aus der Dunkelheit sch\u00e4lte und sich als eine Menschenfrau entpuppte. Doch auch diese schien \u00fcberrascht zu sein. <em>\u00bb Was zum\u2026 \u00ab<\/em> keuchte sie und ihre Augen weiteten sich. Ich musste handeln, bevor die Frau die restlichen Banditen alarmieren konnte. Ich packte sie gedankenschnell mit beiden H\u00e4nden am Kragen und schleuderte sie gegen die Wand. Die Frau reagierte ihrerseits nicht ganz so schnell. Sie schaffte es nicht mehr, ihre Arme zum Schutz empor zu rei\u00dfen und so kollidierte ihr Gesicht mit der Wand und sie sackte schlaff in sich zusammen. Ich hielt meine ohnm\u00e4chtige Gegnerin noch mit einer Hand am Kragen und lauschte, ob der kurze Kampf bemerkt worden war, doch ich konnte keine Ver\u00e4nderung der Lage feststellen. Dabei bemerkte ich nicht, wie der Stoff der Frau, den ich gepackt hielt, riss und mir durch die Finger glitt. Mit einem dumpfen Aufklatschen ging die bewusstlose Frau vollends zu Boden und rollte mehrere Treppenstufen hinunter. Ich verzog das Gesicht, als ich dem abw\u00e4rts rutschenden K\u00f6rper hinterher blickte. Oh, das war h\u00f6chst ungesund. Wenn die Frau wieder aufwachen sollte, dann hatte sie gewiss einige Knochenbr\u00fcche auszukurieren. Ich murmelte unwillk\u00fcrlich noch ein \u00bb Entschuldigung \u00ab der Frau hinterher, denn diese Verletzung hatte ich ihr nicht antun wollen, drehte dann aber auf dem Absatz um und ging oben den Gang weiter. Dieser endete schlie\u00dflich an einer massiven Eichent\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>Um zu pr\u00fcfen, ob sich dahinter jemand befand, legte ich ein Ohr an die T\u00fcr und lauschte. Ich konnte Stimmen vernehmen, aber sie klangen ged\u00e4mpft und leise, daher ging ich davon aus, dass die Besitzer der Stimmen nicht direkt an der T\u00fcr standen. Ich riskierte es daher und dr\u00fcckte leise die T\u00fcrklinke herunter. Die T\u00fcr war verschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war dumm. Ich pr\u00fcfte das Schl\u00fcsselloch und fand heraus, dass der Schl\u00fcssel auf der anderen Seite im Schloss steckte. Mit einem Dietrich lie\u00df sich so die T\u00fcr nicht \u00f6ffnen. Ich musterte die T\u00fcr und insbesondere den T\u00fcrschlitz am Boden. Der war recht hoch, so dass einer der alten Tricks funktionieren k\u00f6nnte. Ich ging die paar Schritt zur\u00fcck zur Treppe und zur gest\u00fcrzten Banditin und befreite diese von ihrem Umhang, den sie getragen hatte. Dabei st\u00f6hnte die Frau leise auf. Sie lebte also nach dem Sturz noch, das fand ich sehr beruhigend. Ich t\u00e4tschelte ihr kurz tr\u00f6stend die Schulter und machte mich dann mit ihrem Umhang auf den Weg zur\u00fcck zu der T\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich trag einen Umhang eigentlich nur, wenn es kalt ist, oder es regnet. Wieso Andere gerne Umh\u00e4nge tragen, ist mir nie klar gewesen. Ein Umhang ist v\u00f6llig unpraktisch, eben nur sinnvoll, um vor K\u00e4lte oder Regen zu sch\u00fctzen. Oder wenn noch mit Kapuze, dann, um nicht erkannt zu werden, vorausgesetzt man entsorgt sp\u00e4ter den Umhang. Sonst ist man ja anhand des Umhangs auszumachen. F\u00fcr einen Kampf ist ein Umhang g\u00e4nzlich ungeeignet, das hatte mir mein Bruder schnell beigebracht. Stolz war ich eines Tages bei einer unserer \u00dcbungsstunden mit einem Umhang aufgetaucht, aber nur einmal. So einen Fehler mache ich f\u00fcr gew\u00f6hnlich nicht noch einmal. Mein Bruder hatte mir nicht nur beigebracht, dass der Umhang totes Gewicht war, das dich langsamer werden lie\u00df, nein, er zeigte auch noch, wie man auf so einen Umhang trat, wie man ihn packte und sein Gegen\u00fcber damit regelrecht strangulieren konnte, oder wie man den Umhang seines Gegen\u00fcber ihm einfach \u00fcber den Kopf zog. Schon konnte dieser nichts mehr sehen und war auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. F\u00fcr gew\u00f6hnlich strafte mich mein Bruder f\u00fcr Fehler immer mit einem ordentlichen Schlag, mit der Breitseite eines seiner Schwerter, auf mein Hinterteil. Die n\u00e4chsten Stunden hatte ich nach der \u00dcbung nur noch unter Schmerzen sitzen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder an der T\u00fcr angekommen, faltete ich den Umhang und schob ihn ein gutes St\u00fcck unter dem T\u00fcrschlitz hindurch. Mit einer kleinen Handbewegung sprang mir mein Messer in die Hand. Ich schaute mir noch einmal genau das T\u00fcrschloss an und stocherte schlie\u00dflich so lange mit dem Messer darin herum, bis der Schl\u00fcssel auf der anderen Seite zu Boden fiel, genau auf den dort wartenden Umhang. Dann zog ich den Umhang zur\u00fcck und hatte den Schl\u00fcssel. Die T\u00fcr damit aufzuschlie\u00dfen war ein Kinderspiel, doch dann war wieder Vorsicht angesagt. T\u00fcren, die nicht gepflegt wurden, gaben f\u00fcr gew\u00f6hnlich Ger\u00e4usche von sich, wenn man sie \u00f6ffnete. Daher nahm ich mir viel Zeit und \u00f6ffnete die T\u00fcr auch nur einen Spalt breit, gerade einmal so weit, dass ich mich durchquetschen konnte. Dann schloss ich die T\u00fcr wieder hinter mir und steckte den Schl\u00fcssel ins Schloss. Erst danach nahm ich mir die Zeit, mich umzusehen.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\" id=\"kap2\">Kapitel 2 &#8211; Schatzkammer<\/h2>\n\n\n<p>Der Raum besa\u00df zwei Fenster, weshalb es recht hell war, schlie\u00dflich war die Sonne noch nicht untergegangen. Es gab eine zweite T\u00fcr, diese war nur angelehnt und dahinter konnte man Stimmen vernehmen. Der Raum selbst war kahl, mit Ausnahme einiger Kisten und K\u00e4sten, die an den W\u00e4nden standen und die mit Sicherheit das geraubte Diebesgut beinhalteten. Das war nicht wenig, wurde mir mit Erstaunen bewu\u00dft. Ich blickte mich um und suchte die beiden Bilder, weswegen mich der Dicke geschickt hatte. Aber ich konnte sie hier nirgends entdecken. Schlie\u00dflich huschte ich leise zur anderen T\u00fcr hin\u00fcber. Da der Boden aus alten Holzdielen bestand, blieb ich immer in der N\u00e4he der Wand, genau dort, wo das Holz die wenigsten Ger\u00e4usche verursachte. An der T\u00fcr angekommen, lauschte ich und meine Nackenh\u00e4rchen stellten sich auf. Etwas war komisch. Ich war mir sicher, dass ich vorher zwei Stimmen geh\u00f6rt hatte, jetzt redete aber nur einer. Und der Kerl redete ungew\u00f6hnlich laut. Hier stimmte was ganz und gar nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich nahm aus einem meiner Beutel am G\u00fcrtel drei Kieselsteine raus und hielt sie kurz pr\u00fcfend in der Hand. Dann stellte ich mich an die Seite der T\u00fcr und warf die Kiesel in die Ecke mir gegen\u00fcber. Ich brauchte nicht lange auf eine Reaktion zu warten. Die T\u00fcr wurde fast sofort aufgerissen, als ob dahinter bereits jemand gelauert hatte und ein Kerl mit gez\u00fccktem Langschwert st\u00fcrmte in den Raum, den Blick der Richtung zugewandt, in die ich auch die Steine geworfen hatte. Ich nutzte die Unaufmerksamkeit sofort aus, trat dem Kerl in die Kniekehle, als er an mir vorbei schritt und sprang ihn, als er strauchelte, von hinten an. Wir gingen beide krachend zu Boden. Bevor der Kerl reagieren konnte, krallte ich meine Faust in sein Haar, riss seinen Kopf in den Nacken und lie\u00df ihn sogleich hart auf den Dielenbrettern aufschlagen. Es gab einen dumpfen Aufschlag und gleich darauf zappelte der Kerl nicht mehr, sondern blieb still liegen. Schnell rollte ich mich von dem Bewu\u00dftlosen herunter und stand auf, schlie\u00dflich wusste ich ja, es gab wenigstens noch einen zweiten Gegner. Der zweite Kerl stand bereits im T\u00fcrrahmen, sein vor Zorn verzerrtes Gesicht entbl\u00f6\u00dfte eine breite Zahnl\u00fccke, weshalb ich ihn auch kurzerhand Zahnl\u00fccke taufte. Und besagte Zahnl\u00fccke lie\u00df auch nicht lange auf sich warten und stach mit seinem Schwert nach mir. Dabei knurrte er beinahe wie ein Hund. Ich wich zur\u00fcck und zog meinen schweren Dolch, den mir mein Bruder damals geschenkt hatte. Zahnl\u00fccke f\u00fchrte zwei weitere wilde Hiebe, denen ich ebenso entging, indem ich weiter nach hinten zur\u00fcck wich. Aber viel Platz war da nicht mehr. Der Kampf durfte nicht lange dauern, wenn die Kerle von unten nicht alarmiert werden sollten. Das wurde wohl auch Zahnl\u00fccke klar, denn er hielt pl\u00f6tzlich inne und holte bereits Luft f\u00fcr einen lauten Schrei. Mit einer schnellen Bewegung zog ich einen meiner beiden Wurfmesser und schleuderte ihn in derselben Bewegung auf meinen Gegner. Ich konnte nur hoffen, dass er traf, doch mir war das Gl\u00fcck dieses Mal hold. Die fliegende Klinge bohrte sich in die Schulter von Zahnl\u00fccke und dieser stolperte mit einem Keuchen zur\u00fcck. Diesen Augenblick nutzte ich aus und st\u00fcrmte auf ihn zu. Meine Schulter traf ihn in die Seite und auch die letzte Luft in seinen Lungen entwich ihm mit einem Pfeifen. Dabei sp\u00fcrte ich, wie etwas in meiner Schulter riss und ein scharfer Schmerz mich durchzuckte. Doch Schmerzen sind wie l\u00e4stige Verwandte, man begr\u00fc\u00dfte sie l\u00e4chelnd und war froh, wenn man sie wieder los wurde. Ich hatte in den Jahren davor schon einigen Schmerz ertragen m\u00fcssen, weshalb er mir nicht fremd war. Ich konnte ihn zwar nicht vollst\u00e4ndig ignorieren, aber ihn soweit absch\u00fctteln, dass ich auch weiterhin Handlungsf\u00e4hig blieb. Zahnl\u00fccke selbst lag zwar am Boden, war aber noch nicht vollst\u00e4ndig ausgeschaltet. Schon sah ich, wie er wieder den Mund \u00f6ffnete, um zu schreien. Ich hob den schweren Dolch und knallte dem Kerl den Knauf an die Schl\u00e4fe. Zahnl\u00fccke gab noch einen leisen Seufzer von sich, dann lag er still. Ich atmete einmal kurz durch, richtete mich auf, steckte den Dolch weg und bewegte vorsichtig meine l\u00e4dierte Schulter. Es tat weh, aber ich konnte es aushalten. Das hatte sp\u00e4ter jemand zu begutachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich nutzte nun die Gelegenheit und betrat den Raum, aus dem die zwei Kerle gekommen waren. Auch hier waren Kisten und K\u00e4sten mit vermutlich geraubten Diebesgut an den W\u00e4nden gestapelt. Nach kurzer Suche fand ich zwei zusammengerollte Leinw\u00e4nde. Es waren die einzigen, die mir auffielen. Ich nahm sie und rollte sie ein St\u00fcck weit auseinander. Ich brauchte keinen zweiten Blick, um zu wissen, dass es genau die zwei Gem\u00e4lde waren, die der Dicke haben wollte. Perfekt. Ich steckte die beiden Leinw\u00e4nde in eine lederne Schutzh\u00fclle, die ich f\u00fcr diesen Zweck extra mitgef\u00fchrt hatte und h\u00e4ngte sie mir wieder auf den R\u00fccken. Auftrag erledigt, jetzt musste man nur noch rau\u2026 In dem Moment h\u00f6rte ich den Alarmschrei von unten. Mit schnellen Schritten war ich an der T\u00fcr und \u00f6ffnete diese, um nach drau\u00dfen zu blicken. Ich sah Gestalten auf der Treppe. Es war also zu sp\u00e4t um zu entwischen. Ich schlo\u00df die T\u00fcr und drehte den Schl\u00fcssel im Schloss. Das w\u00fcrde nicht ewig halten. Hoffentlich aber so lange, bis mir ein Ausweg einfiel. Ich blickte mich suchend um. Mein Blick fiel auf die Fenster. Es war recht hoch, von hier hinunter zu springen, aber da stand ein Baum. Mit einem beherzten Sprung konnte man diesen erreichen und mit ein wenig Gl\u00fcck dann an ihm hinunter klettern. Es w\u00e4re schwierig, aber machbar. Dann registrierte ich, dass es keine M\u00f6glichkeit gab, die Fenster zu \u00f6ffnen und der Rahmen selbst war aus solidem Holz gefertigt. Wer macht denn sowas? Und wie sollte ich das verdammte Ding jetzt \u00f6ffnen? In dem Moment wurde bereits wild an der T\u00fcr ger\u00fcttelt. Ich fuhr herum und sah, wie die T\u00fcr unter wilden Schl\u00e4gen erzitterte. Sie w\u00fcrde nicht mehr lange halten. Ich biss mir nachdenklich auf die Unterlippe, da wurde mein Gedankengang von einem St\u00f6hnen unterbrochen, das Zahnl\u00fccke ausgesto\u00dfen hatte. Er kam so langsam wieder zu sich. Harter Kerl. Und da hatte ich die Idee.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Tut mir leid Zahnl\u00fccke, aber das wird dir jetzt nicht gefallen. \u00ab<\/em> sagte ich, packte ihn am Kragen und zog ihn unter St\u00f6hnen und mit aller Kraft auf die Beine. Er schwankte und war alles andere als sicher auf den Beinen, auch wusste er wohl nicht genau, was mit ihm geschah, denn er blickte mich aus tr\u00fcben Augen an.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Den brauch ich noch \u00ab<\/em> sagte ich und zog das Wurfmesser aus seiner Schulter. Er schrie auf und presste seine Hand auf die Wunde. Die Ablenkung nutzte ich aus, steckte das Wurfmesser weg und packte den Kerl wieder feste. <em>\u00bb Das wird leider gleich noch viel mehr weh tun. Entschuldige. \u00ab<\/em> sagte ich ihm mit bedauernden Blick. Er blickte mich zuerst verst\u00e4ndnislos an. Und als er es verstand, war es bereits f\u00fcr ihn zu sp\u00e4t. Ich stie\u00df ihn mit aller Kraft Richtung Fenster. Er taumelte zur\u00fcck und krachte mit Wucht gegen die Fensterscheibe, die dem Druck nicht standhalten konnte und zerbarst. Zahnl\u00fccke schrie vor Schreck, als er durch das Fenster brach und in die Tiefe st\u00fcrzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich trat ans nun offene Fenster und blickte hinunter. Der Kerl lag direkt unter dem Fenster am Boden, das eine Bein in eine etwas unnat\u00fcrliche Lage, aber er bewegte sich noch leicht. Ich war doch schon ein wenig erleichtert. Ich kletterte auf den Fenstersims und ma\u00df die Strecke zum Baum. Es war doch schon ein gutes St\u00fcck, da musste ich ordentlich springen. Aber der Sprung war zu schaffen. Ein heftiger Schlag lie\u00df die T\u00fcr erzittern und ich drehte mich unwillk\u00fcrlich um. Noch so einen Schlag w\u00fcrde die T\u00fcr nicht mehr aushalten, es war Zeit. Ich drehte mich wieder um und zog fluchend meine Hand zur\u00fcck. Ich hatte nicht aufgepasst und mich an einem der Glassplitter geschnitten. Drei blutige Kratzer prangten nun auf meinem Handr\u00fccken. <em>\u00bb Kari, du bist dumm\u2026 \u00ab<\/em> schimpfte ich mich selbst aus, musterte noch einmal die Entfernung zum Baum und sprang dann ohne zu z\u00f6gern. Hinter mir h\u00f6rte ich, wie das Holz der T\u00fcr zerbarst.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Aufprall war nicht so, wie ich ihn mir gedacht hatte. Er war wesentlich h\u00e4rter. Ein Ast traf mich hart in den Bauch, trieb mit die Luft aus den Lungen und meine Stirn bremste mit dem Baumstamm und schrammte ordentlich dagegen, so dass ich im ersten Moment nur Sterne sah. Ich blinzelte und fasste mir an den dr\u00f6hnenden Kopf. An meiner Hand klebte Blut, als ich sie zur\u00fcck nahm. <em>\u00bb Ganz gro\u00dfe Klasse Kari. Ich wei\u00df schon jetzt, welches Gesicht mein Held ziehen wird, wenn er mich so sieht. \u00ab<\/em> fluchte ich \u00fcber mich selbst. Ich blickte hoch zu dem Fenster aus dem ich gesprungen war und sah dort die ersten Gesichter der Banditen auftauchen. Jetzt wurde es aber Zeit, die Beine in die Hand zu nehmen. Ich schwang mich das letzte St\u00fcck vom Baum auf die Erde und landete mit den F\u00fc\u00dfen direkt neben dem st\u00f6hnenden Zahnl\u00fccke. \u00bb Wird schon wieder.. \u00ab sagte ich ihm aufmunternd und rannte dann los. Es war noch ein gutes St\u00fcck Weg zur\u00fcck nach Sturmwind. Ich w\u00fcrde vermutlich erst tief in der Nacht dort ankommen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"book_footer\">Buchinformationen &amp; Anh\u00e4nge<\/h5>\n\n\n<div class=\"su-spoiler su-spoiler-style-fancy su-spoiler-icon-chevron su-spoiler-closed\" data-scroll-offset=\"0\" data-anchor-in-url=\"no\"><div class=\"su-spoiler-title\" tabindex=\"0\" role=\"button\"><span class=\"su-spoiler-icon\"><\/span>Total RP 3 Extended Item-Code (Klicken zum erweitern\u2026)<\/div><div class=\"su-spoiler-content su-u-clearfix 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