{"id":2877,"date":"2021-08-27T22:07:07","date_gmt":"2021-08-27T21:07:07","guid":{"rendered":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?post_type=rcno_review&#038;p=2877"},"modified":"2026-05-31T16:39:01","modified_gmt":"2026-05-31T15:39:01","slug":"geschichten-einer-abenteurerin-band-3","status":"publish","type":"rcno_review","link":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?rcno_review=geschichten-einer-abenteurerin-band-3","title":{"rendered":"Geschichten einer Abenteurerin &#8211; Band 3"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-sache-mit-der-hohle\">Die Sache mit der H\u00f6hle<\/h1>\n\n<p><!--more Weiterlesen--><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"prolog\">Prolog<\/h2>\n\n\n<p><em>Was bisher geschah:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ich in einer alten Burg zwei Gem\u00e4lde Dieben abgenommen hatte, bekam ich von meinem Bekannten, dem Dicken, den Auftrag eine Art Vergr\u00f6\u00dferungsglas zu besorgen, dass sich <em>Glas des versteckten Sehens<\/em> nannte. Dieser Gegenstand befand sich in einem Turm in Westfall, in der Obhut eines Schwarzmagiers. Also reiste ich dahin, \u00fcberlistete einige Wachen, schickte den Zauberer schlafen und erbeutete das gew\u00fcnschte Artefakt. Das ging leider nicht ganz so Reibungslos vonstatten, wie gew\u00fcnscht und ich kam mit einem Brummsch\u00e4del und einigen blauen Flecken nach Hause. Das Glas lie\u00df ich beim Dicken und kurierte mich einige Tage lang aus. Dann wurde ich wieder von meinem Bekannten gerufen.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"inhalt\">Inhalt<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-premium-container premium-container premium-container__stretch_false premium-container__boxed false\" style=\"text-align:left;min-height:NaNpx;background-color:transparent;border-style:none;border-width:1px;border-radius:undefinedpx;background-image:url('undefined');background-repeat:no-repeat;background-position:top center;background-size:auto;background-attachment:unset;margin-top:NaNpx;margin-bottom:NaNpx;margin-left:NaNpx;margin-right:NaNpx;padding-top:NaNpx;padding-bottom:NaNpx;padding-left:NaNpx;padding-right:NaNpx;box-shadow:0px 0px 0px undefined \"><div class=\"premium-container__content_wrap premium-container__top\" style=\"max-width:100%\"><div class=\"premium-container__content_inner\">\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"#kap1\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap1\">Kapitel 1 &#8211; Eine Schatzkarte<\/a><\/li><li><a href=\"#kap2\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap2\">Kapitel 2 &#8211; Aufstieg<\/a><\/li><li><a href=\"#kap3\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap3\">Kapitel 3 &#8211; Absturz<\/a><\/li><\/ul>\n\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap1\">Kapitel 1 &#8211; Eine Schatzkarte<\/h2>\n\n\n<p><em>\u00bb Ah, guten Morgen meine allerliebste Elfe. Du kommst genau richtig. \u00ab<\/em> wurde ich begr\u00fc\u00dft, als ich mit dem obligatorischen Klingeln der T\u00fcr den Laden des Dicken betrat. Ich presste kurz die Lippen aufeinander, um nicht etwas dummes zu erwidern. Das war schon beim letzten Mal schief gelaufen. <em>\u00bb Guten Morgen Dicker. Ich hab die Tage Pause gebraucht, um mich ein wenig zu erholen. Was gibt es denn? \u00ab<\/em> fragte ich daher.<\/p>\n\n\n\n<p>Der H\u00fcne musterte mich kurz, dann winkte er mich zum Tresen hin und beugte sich selbst dar\u00fcber. <em>\u00bb Dann komm und schau mal hier durch. \u00ab<\/em> Ich trat n\u00e4her und erkannte sofort eine der beiden Leinw\u00e4nde, die ich aus der Burg geholt hatte. Sie lag ausgerollt auf dem Tisch und darauf stand dieses Vergr\u00f6\u00dferungsglas, was ich aus dem Turm des Schwarzmagiers geholt hatte. Ich runzelte kurz die Stirn, weil mir nicht ganz klar war, was der Dicke von mir tats\u00e4chlich wollte, beugte mich dann \u00fcber das Glas und schaute hindurch. Neben den Linien des gemalten Bildes konnte ich weitere Linien entdecken, die ohne dieses Glases nicht sichtbar waren. Ich fuhr \u00fcber die ganze Leinwand und sehr schnell formte sich ein Bild in meinem Kopf und ich hob den Kopf. <em>\u00bb Bei allen D\u00e4monen&#8230; das ist ja eine Karte. \u00ab<\/em>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Dicke grinste und nickte triumphierend. <em>\u00bb Ganz genau. Und um pr\u00e4ziser zu werden, es ist Karte zu einem Schatz. \u00ab&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Schatz? \u00ab<\/em> fragte ich \u00fcberrascht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der H\u00fcne nickte. <em>\u00bb Ja genau. Vor einiger Zeit habe ich davon geh\u00f6rt, dass auf zwei Leinw\u00e4nden eine Schatzkarte aufgezeichnet sei, die man aber nur durch ein Videt Speculum Occultatum sehen kann. Angeblich hat diese Karte ein Schwarzmagier Namens Ean Graeme hergestellt, seit gut hundert Jahren tot, um seine wertvollsten Gegenst\u00e4nde zu verstecken, so das nur Eingeweihte diese bekommen m\u00f6gen. Das hat aber dann wohl nicht so ganz hingehauen. \u00ab&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich dachte nach und kaute dabei auf meiner Unterlippe. <em>\u00bb Und was ist dieser Schatz? Irgendwelche magischen Artefakte? \u00ab&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Dicke zuckte mit den Schultern. <em>\u00bb Vermute ich mal. Aber sicher bin ich mir nicht. Jedenfalls wird sich niemand diese M\u00fche machen, um Gro\u00dfmutters alten Nachttopf zu verstecken. Es wird schon wertvoll sein. \u00ab<\/em> Er musterte mich kurz mit einem leichten Schmunzeln und ich konnte mir schon vorstellen, was er als n\u00e4chstes sagte. <em>\u00bb Wie sieht es aus? Hast du Lust einen Schatz zu suchen? \u00ab&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Zu meiner Schande muss ich gestehen, Lust darauf hatte ich gar sehr viel. Mir ging es da weniger um den Sachwert dieses Schatzes, sondern eher darum, was mich alles f\u00fcr Abenteuer auf den Weg dahin erwarten w\u00fcrden. Das mir sehr vertraute Kribbeln setzte ein, dass ich immer bekam, wenn etwas Spannendes in der Luft lag. Ich nickte fast sofort. <em>\u00bb Bin dabei. Wohin geht es? Hast du das schon rausgefunden? \u00ab&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Dicke deutete auf die Leinwand. <em>\u00bb Habe ich. Es geht hier um ein H\u00f6hlenkomplex im Norden, bei den Bergen. Ein wenig wandern und klettern ist also schon angesagt. \u00ab&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich hob eine Augenbraue. <em>\u00bb Im Norden in einer H\u00f6hle? Das muss ich aber vorbereiten. Das ist nichts, was man so schnell machen kann. \u00ab&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der H\u00fcne l\u00e4chelte. <em>\u00bb Keine Sorgen, das war mir schon klar. Plane du, wie du es f\u00fcr richtig h\u00e4ltst. Hauptsache du kommst zur\u00fcck. Am besten noch erfolgreich, klar? Und dann teilen wir. Ist das ein Deal? \u00ab&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich \u00fcberlegte kurz und kaute dabei wieder auf meiner Unterlippe herum. Geld war f\u00fcr mich noch nie wichtig gewesen. Gut, man konnte sich davon eine warme Wohnung leisten und Kleidung, bis der Kleiderschrank barst, aber das alles hatte ich schon. Mehr Geld war unn\u00f6tig. Allerdings der Reiz des Abenteuers, die Spannung, der Tanz auf der Rasierklinge, das war mein Antrieb. Das Kribbeln, wie bereits oben beschrieben, das mein K\u00f6rper erfasst, die Energie, die ich versp\u00fcre, wenn ich auf Abenteuer ausziehe, als k\u00f6nnte mich nichts besiegen, daf\u00fcr lebte ich lange Zeit ausschlie\u00dflich. Abenteurer haben in der Regel ein intensives, aber recht kurzes Leben. Irgendwann st\u00fcrzte man von der Rasierklinge und dann war es aus. Mir war schon lange klar, dass ich vermutlich nie sonderlich alt werden w\u00fcrde, aber so ist es eben, wenn man Abenteurerin ist.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb In Ordnung Dicker \u00ab<\/em> h\u00f6rte ich mich sagen <em>\u00bb Ich informiere mich noch ein wenig mehr, plane, wie ich dahin komme und alles weitere. Das wird ein paar Tage dauern. Dann hole ich dir seinen Schatz. \u00ab<\/em> Wir reichten uns wie \u00fcblich die H\u00e4nde und schon im n\u00e4chsten Moment war ich, begleitet von dem T\u00fcrklingeln, drau\u00dfen und atmete die Luft Sturmwinds ein. Also auf zu einem neuen Abenteuer.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap2\">Kapitel 2 &#8211; Aufstieg<\/h2>\n\n\n<p><em>Ein paar Tage sp\u00e4ter<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich dr\u00fcckte mich tiefer in mein flaches Versteck zwischen den Steinen und fasste mir an die schmerzende Stirn. Als ich die Hand wieder runter nahm, hatte ich Blut an den Fingerspitzen. Ich sch\u00fcttelte nur leicht den Kopf und fluchte innerlich. Wie hatte das alles nur so schief gehen k\u00f6nnen?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weg durch die Berge war zwar anstrengend aber nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig schwierig gewesen. Ich hatte vorgesorgt und mich warm angezogen, so dass der kalte Wind mir nichts aus machte. Die wei\u00dfen Bergspitzen weiter oben glitzerten in der Sonne, die auch meinen selbstgew\u00e4hlten Weg beschien. Ich war allerbester Laune, eine Bergwanderung im Sonnenschein und am Ende eine dunkle H\u00f6hle mit einem Schatz, was konnte man sich noch besseres w\u00fcnschen? Ich schritt zwischen den Nadelb\u00e4umen hindurch und genoss deren frischen Geruch. Was war ich doch unbedarft. Viel zu unbedarft.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das r\u00e4chte sich. Ich ging um eine steile Felswand herum und suchte mir eine flache Stelle, an der ich weiter nach oben kam und \u00fcberwand schlie\u00dflich die n\u00e4chsten Schritte. Ich richtete mich auf und wischte mir den Schwei\u00df aus dem Gesicht, der mir bereits in die Augen bi\u00df. Genau in dem Moment bemerkte ich eine Bewegung zwischen den B\u00e4umen weiter oben. Ich war viel zu tr\u00e4ge, um zu reagieren und hatte eh kaum Deckung, daher blieb ich einfach stehen. Die Bewegung entpuppte sich als vier Kerle, die hinter den B\u00e4umen hervor traten. Einer der M\u00e4nner hatte eine Armbrust auf mich gerichtet, weshalb ich tunlichst jede schnelle Bewegung bleiben lie\u00df. Dann war da noch so ein H\u00fcne. Der Kerl war fast zweimal so gro\u00df wie ich und doppelt so breit, mit Armen, die den Umfang zwei meiner Beiner hatten. Also jeder einzelne. Der Kerl hatte ein \u00fcberaus unangenehmes Grinsen im Gesicht, als er n\u00e4her kam. Die anderen beiden Kerle beachtete ich nicht so genau, denn sie blieben etwas zur\u00fcck. Von ihnen strahlte weniger Gefahr aus. Ich hob langsam die H\u00e4nde.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Darf man mal fragen, was das soll? Ich bin nur eine einfache Wanderin, die bei diesem sch\u00f6nen Wetter vor hat, den Gipfel zu ersteigen. \u00ab<\/em> Es war wichtig eher harmlos zu wirken, als eine Gefahr. M\u00f6glicherweise konnte sie die Kerle, die mit Sicherheit irgendwelche R\u00e4uber waren, die sich hier in den Bergen versteckten, \u00fcberzeugen, dass sie keine Gefahr war.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Eine einfache Wanderin kleines Elflein? Na vielleicht kannst du uns ja davon \u00fcberzeugen. Du musst dir aber M\u00fche geben. Und jetzt.. nimmt das Schwert vom R\u00fccken und leg es ab. \u00ab&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich runzelte die Stirn, tat aber, was man mir befohlen hatte. Ich zog die Klinge vom R\u00fccken und steckte sie vor mir in den Boden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Was.. ist mit M\u00fche geben gemeint? \u00ab<\/em> fragte ich irritiert. Ich sollte mir M\u00fche geben, eine einfache Wanderin zu sein? Nichts leichter als das. Der H\u00fcne kam immer n\u00e4her, sein bereits unangenehmes Grinsen hatte sich verwandelt. Es war jetzt eher schmierig, anz\u00fcglich.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Du wirst dich regelrecht f\u00fcr uns zerrei\u00dfen m\u00fcssen, um uns alle zufrieden zu stellen. \u00ab <\/em>sagte er und ich verstand. Das w\u00e4re kein angenehmes Schicksal, aber ich hatte auch nicht vor dieses zu erf\u00fcllen. Ich hatte mir bereits einen Plan zurechtgelegt, wie ich aus dieser mir selbst verschuldeten Falle herauskommen w\u00fcrde. Das gr\u00f6\u00dfte Problem war der Kerl mit der Armbrust. Einem Bolzen konnte man kaum ausweichen und ein Treffer w\u00fcrde h\u00f6chst unangenehme Folgen haben. Und eine Deckung gab es hier nicht, es sei denn, ich wollte mich nach hinten, die Felswand hinunter werfen. Das ging vermutlich gute zwanzig Schritt nach unten, das w\u00fcrde weh tun. Blieb mir also nur der H\u00fcne, der auf mich zu kam. Wenn ich mich richtig positionieren w\u00fcrde, dann kam er dem Armbrustsch\u00fctzen hoffentlich in die Quere und dann konnte ich handeln. Ich schob mich also von meiner Position weiter nach rechts, um die gew\u00fcnschte Situation zu erhalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Zerrei\u00dfen? An mir ist doch gar nichts dran. \u00ab<\/em> spielte ich weiter die Dumme und erntete Lachen von den Kerlen. Nur noch wenige Augenblicke, dann war der Moment zu Handeln gekommen. Ich sprang vor und der breite R\u00fccken des H\u00fcnen stand dem Armbrustsch\u00fctzen im Weg. Mein Ziel waren die B\u00e4ume, die ich mit ein paar schnellen Schritten erreichen sollte. Dann hatte ich wieder etwas Deckung vor dem heranfliegenden Bolzen. Und je mehr B\u00e4ume ich zwischen mich und dem Sch\u00fctzen brachte, um so besser. Die zwei Kerle, die zwischen den B\u00e4umen standen, hatte ich bisher ignoriert. Sie erschienen mir nicht so gef\u00e4hrlich. Ich wollte gerade weiterlaufen, da packte mich eine Hand, gro\u00df wie eine Schaufel am Oberarm und riss mich von den F\u00fc\u00dfen. Der Griff war so hart wie eine Stahlklaue und zog mich regelrecht zu dem H\u00fcnen hin. Ich zappelte und versuchte mich loszurei\u00dfen, aber gegen die Kraft dieses Kerls hatte ich keine Chance. Die zweite Hand des Kerls griff nach meinem Hals und dr\u00fcckte zu, als wolle er mir das Leben aus dem Leib pressen. Vermutlich war das auch sein Ziel gewesen. Ich packte seine Hand, die mich w\u00fcrgte mit beiden H\u00e4nden, aber ich bekam nicht einmal einen Finger von ihm weg gebogen. Er sch\u00fcttelte mich wie ein kleines Kind und ich war fest davon \u00fcberzeugt, dass er mir gleich das Genick wie einen Zweig brechen w\u00fcrde. Mir schwanden bereits die Sinne, der Luftmangel wurde sp\u00fcrbar. In meinem D\u00e4mmerzustand h\u00f6rte ich noch jemanden etwas sagen, ich wusste aber nicht wer, oder was die Stimme sagte. Aber ich nahm noch einmal all meine Konzentration zusammen, ich musste mich aus diesem Klammergriff befreien. In meiner Verzweiflung trat ich zu. Kein Erfolg. Ich trat noch einmal nach und dieses Mal sah ich durch einen Schleier eine Ver\u00e4nderung im Gesicht des H\u00fcnen. Das fiese Grinsen war wie weggewischt und seine Augen waren \u00fcberraschend gro\u00df. Er sch\u00fcttelte mich noch einmal wild durch und ich trat noch ein weiteres Mal nach. Da sp\u00fcrte ich, wie ich den Boden unter den F\u00fc\u00dfen verlor. Und pl\u00f6tzlich war der Druck auf meinen Hals weg. Daf\u00fcr schwebte ich in der Luft. Leider nur kurz, dann kam der Absturz. \u00dcber die Felskante.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap3\">Kapitel 3 &#8211; Absturz<\/h2>\n\n\n<p>Als ich wieder zu mir kam, lag ich zwischen unz\u00e4hligen Steinen, hatte h\u00f6llische Kopfschmerzen und blutete bereits an der Stirn. Ich versuchte mich zwischen den Steinen noch tiefer zu verstecken, da ich bereits das Knirschen von Schritten auf Ger\u00f6ll h\u00f6rte. Ich hielt den Atem an. Langsam zog ich mit der linken Hand meinen schweren Dolch aus der Scheide, Fingerbreit f\u00fcr Fingerbreit. Mein rechter Arm f\u00fchlte sich taub an und jede Bewegung mit ihm tat weh. Ich hatte noch nicht die Zeit gehabt, mir den Arm genauer anzusehen, aber vermutlich war er mir, neben einer ordentlichen Prellung, ausgekugelt geworden. Hoffte ich zumindest. Wenn die Schulter gebrochen war, konnte ich den Arm eine lange Zeit nicht mehr einsetzen. Das w\u00e4re H\u00f6chststrafe. Naja, abgesehen vom Tod.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schmerz war schrecklich, aber ich war Schmerzen bereits gewohnt. Ich biss die Z\u00e4hne zusammen und versuchte, die Leiden zu ignorieren. Ich musste hellwach bleiben, wenn ich die n\u00e4chsten Augenblicke \u00fcberleben wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schritte kamen n\u00e4her, es waren wenigstens zwei Personen. Wenn der H\u00fcne dabei war und er mich entdeckte, war es vermutlich aus. Gegen dem seine Kraft kam ich nicht an. Die Schritte waren nun ganz nahe. Ich spielte auf Bewu\u00dftlose und hatte die Augen geschlossen, so dass ich nicht sah, wer sich mir n\u00e4herte. Es kam auf den \u00dcberraschungsmoment an und dazu musste ich die Kerle \u00fcberzeugen, keine Gefahr mehr zu sein. Au\u00dferdem, um eine Chance gegen sie zu haben, mussten sie ganz nahe bei mir sein. Ich hielt also den Atem an, und hoffte, wenigstens eine der Personen k\u00e4me nah genug an mich heran, so das ich handeln konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Hoffnung wurde erf\u00fcllt, ich h\u00f6rte die Schritte genau neben mir stehen bleiben. Jetzt war Zeit zu handeln. Ich schoss aus der liegenden Position hoch, kniff kurz die Augen zusammen, als mir schwindelig wurde und stach mit dem Dolch in die Richtung, in der ich die letzten Schritte geh\u00f6rt hatte. Ich traf genau wie erhofft und nagelte mit der Klinge den Fu\u00df des einen Kerls am Boden fest. Ein lauter Schmerzensschrei ert\u00f6nte. Erst da blickte ich mich genauer um.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich blickte nach oben, die Felswand hinaus. Ich war den fast zwanzig Schritt messenden Abhang hinunter gest\u00fcrzt, ein Wunder, dass ich noch lebte und nicht hier am Boden zerschmettert worden war. Irgendeine h\u00f6here Macht wohl ein Einsehen mit mir.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein w\u00fctendes Knurren brachte mich wieder in die Wirklichkeit. Der Kerl, den ich angegriffen hatte, hielt sich immer noch das Bein und wimmerte vor Schmerz. Der andere Mann, dessen Schritte ich geh\u00f6rt hatte, kam n\u00e4her, in der Hand hielt er mein Schwert, das ich oben hatte liegen lassen. Wie erfreulich von der eigenen Waffe in St\u00fccke gehackt zu werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wich ein wenig zur Seite weg und musterte noch einmal meine Umgebung. Der H\u00fcne war zum Gl\u00fcck nicht zu sehen, die beiden Kerle hier waren diejenigen, die ich Anfangs als keine Gefahr angesehen hatte. Der Eine w\u00fcrde es wohl auch nicht sein, er wimmerte immer noch mit meinem schweren Dolch im Fu\u00df. Das brachte mich zu dem Thema, dass mir die Waffenwahl so allm\u00e4hlich ausging. Dolch und Schwert waren weg, die Pistole konnte ich auch nicht so einfach ziehen, sie hing am G\u00fcrtel f\u00fcr die rechte Hand. Die konnte ich jedoch nicht bewegen, geschweige denn, mit ihr greifen. Auch das kleine, verborgene Messer war f\u00fcr die rechte Hand. Ich hatte also nur noch zwei Wurfmesser in greifbarer N\u00e4he und mit Links war ich eine echt miese Werferin. Aber was blieb mir schon anderes m\u00f6glich? Ich fluchte leise vor mich hin und schwor mir, wenn ich das hier \u00fcberleben sollte, w\u00fcrde ich auch mit links werfen trainieren. Dann zog ich den ersten Wurfdolch.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich zielte kurz und warf. Aber schon im n\u00e4chsten Moment wusste ich, das der Wurf nichts wurde. Die Klinge flog \u00fcber die Schulter des Kerls mit meinem Schwert, so das dieser geh\u00e4ssig grinste. <em>\u00bb Das war wohl nichts Kleine. \u00ab<\/em> Er wedelte dabei mit meinem Schwert und drehte es l\u00e4ssig hin und her. <em>\u00bb Es wird mir eine Freude sein, dich mit deiner eigenen Waffe aufzuspie\u00dfen, du dummes Biest. \u00ab<\/em> Ich sparte mir eine Antwort und zog den letzten Wurfdolch. Ich versuchte meine Atmung zu verlangsamen und noch einmal den aufkommenden Schmerz zur\u00fcck zu dr\u00e4ngen. Dann warf ich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wurf war keine Glanzleistung, die Klinge drehte sich nicht wie gew\u00fcnscht um Flug, doch sie traf immerhin. Sie traf den Kerl, mit dem Griff zuerst gegen den Mund. Sein Kopf ruckte zur Seite und er spuckte Blut und Teile eines Zahns aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Er war nur diesen einen Augenblick abgelenkt und ich musste handeln. Ich sprang vor und rammte den Kerl mit der Schulter in den Bauch, so dass wir beide gemeinsam zu Boden gingen. Meine rechte, l\u00e4dierte Schulter gab ein merkw\u00fcrdiges Ger\u00e4usch von sich und der Schmerz potenzierte sich um ein Vielfaches, als der Oberarmknochen wieder zur\u00fcck in seine Pfanne sprang. Mir wurde schlecht und schwarz vor Augen, aber ich versuchte noch irgendwie die Situation wahr zu nehmen. Ich war nach dem Ansturm zusammen mit dem Kerl zu Boden gegangen, er auf dem R\u00fccken, ich b\u00e4uchlings auf ihm drauf. Bei dem Umsturz hatte er mein Schwert aus der Hand verloren. Soweit so gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch der Kerl war noch bei Bewu\u00dftsein und gerade dabei, wieder nach meinem Schwert zu angeln. Wenn er es erreichte, war ich tot. Aber in meinem Kopf drehte sich alles und der Schmerz lenkte mich zu sehr ab, als das ich einen klaren Gedanken h\u00e4tte fassen k\u00f6nnen. Ich tat das mir naheliegendste. Mein Kopf ruckte nach vorne und meine Stirn traf die Nase meines Angreifers. Es gab ein h\u00e4ssliches Knirschen, als der empfindliche Knochen brach. Ich hob den Kopf und lie\u00df meine Stirn noch einmal auf das Gesicht meines Gegners krachen und dann noch ein drittes Mal, bevor ich selbst zur Seite sackte, einer Ohnmacht nicht mehr fern. Aber immerhin r\u00fchrte sich der Kerl unter mir nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wusste nicht, wie lange ich so da gelegen hatte, es konnte allerdings nicht zu lange gewesen sein, denn der Kerl mit meinem Dolch im Fuss wimmerte immer noch an Ort und Stelle vor sich hin. Ich setzte mich langsam auf. In meinem Kopf drehte sich alles, aber ich brachte es fertig, mich nicht \u00fcbergeben zu m\u00fcssen. M\u00fchsam griff ich mit der Linken nach meinem eigenen Schwert und richtete mich auf. Ich musste vermutlich einen grausigen Anblick bieten. Blut lief mir ins Gesicht, wobei ich mir nicht sicher war, ob es meins oder die des Kerls war. Es war auch jetzt egal. Ich musste verschwinden, bevor dieser H\u00fcne oder der Kerl mit der Armbrust den H\u00fcgel herunter gestiegen waren. In der jetzigen Verfassung w\u00e4re ich ein leichte Opfer. Ich wankte auf den wimmernden Kerl zu und richtete m\u00fchsam die Spitze meines Schwertes auf ihn. <em>\u00bb Hinlegen und Augen schlie\u00dfen. Wenn du keine Dummheiten machst, lass ich dich am Leben, auch wenn du es nicht verdient hast, verstanden? \u00ab<\/em> versuchte ich so gef\u00e4hrlich wie m\u00f6glich zu wirken. Der Kerl unterbrach sein Wimmern, blickte hoch zu mir und war von meinem Anblick so erschrocken, dass er sich ohne zu z\u00f6gern ergab und sich mit geschlossenen Augen hinlegte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich beeilte mich, kniete mich hin, legte das Schwert zur Seite und zog eine kleine Giftnadel, die mit Schlafgift gef\u00fcllt war, aus dem Leder meines G\u00fcrtels. Ich zog das Hosenbein von dem Kerl so weit hoch, dass ich seine Haut sehen konnte und stach die Nadel dort hinein. Der Kerl schnaufte kurz wegen des Stichs, aber er blieb liegen. Ich musste ein wenig warten, bis das Gift schlie\u00dflich wirkte. Als sich sein K\u00f6rper merklich entspannte, war die Zeit zum Handeln gekommen. Ich packte nach dem Griff des Dolches und zog in aus dem Fu\u00df des Kerls. Die Blutung hielt sich in Grenzen, wie ich zufrieden bemerkte. Er w\u00fcrde daran nicht sterben. Ich steckte den Dolch ein, nahm mein Schwert auf und wankte davon, den Berg wieder hinunter.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Ausflug zur H\u00f6hle war f\u00fcr Heute beendet, ich hatte genug Abenteuer gehabt. Ein Arzt w\u00e4re jetzt nicht schlecht und dann wollte ich nur noch nach Hause. Nach Hause und mich hinlegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ich w\u00fcrde wiederkommen. Die H\u00f6hle war noch nicht erkundet, der Schatz noch nicht entdeckt, das Abenteuer noch nicht beendet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Finale findet im n\u00e4chsten Band statt, also geehrter Leser, seid gespannt und der Serie treu.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Kari Sha\u2019tha<\/em>r<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"book_footer\">Buchinformationen &amp; Anh\u00e4nge<\/h5>\n\n\n<div class=\"su-spoiler su-spoiler-style-fancy su-spoiler-icon-chevron su-spoiler-closed\" data-scroll-offset=\"0\" data-anchor-in-url=\"no\"><div class=\"su-spoiler-title\" tabindex=\"0\" role=\"button\"><span class=\"su-spoiler-icon\"><\/span>Total RP 3 Extended Item-Code (Klicken zum erweitern\u2026)<\/div><div class=\"su-spoiler-content su-u-clearfix 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