{"id":3111,"date":"2022-02-06T18:48:00","date_gmt":"2022-02-06T17:48:00","guid":{"rendered":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?post_type=rcno_review&#038;p=3111"},"modified":"2026-05-31T16:38:22","modified_gmt":"2026-05-31T15:38:22","slug":"geschichten-einer-abenteurerin-band-8","status":"publish","type":"rcno_review","link":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?rcno_review=geschichten-einer-abenteurerin-band-8","title":{"rendered":"Geschichten einer Abenteurerin \u2013 Band 8"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-falkenklingen-die-untoten-kommen\">Die Falkenklingen &#8211; Die Untoten kommen!<\/h1>\n\n<p><!--more Weiterlesen--><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"prolog\">Prolog<\/h2>\n\n\n<p>Vor diesem Auftrag hatte ich es noch nie mit Untoten zu tun bekommen und ich muss gestehen, ich m\u00fcsste es auch niemals wieder. Ena hatte diesen Gro\u00dfauftrag an Land gezogen, der die meisten unserer Einheit beanspruchte. Wir r\u00fcckten also mit gro\u00dfer Anzahl gegen Norden ab. Ziel war eine kleine Festung der Allianz, in dessen N\u00e4he sich in den letzten Wochen immer wieder vereinzelte Untote blicken lie\u00dfen. Nun berichteten Sp\u00e4her, eine gro\u00dfe Anzahl Untoter w\u00e4re auf dem Marsch in Richtung Festung. Die regul\u00e4ren Verteidiger waren zu weniger, um einen geballten Angriff abzuwehren und Unterst\u00fctzung war nicht in Sicht. Daher wurden wir engagiert. Nach der Einsch\u00e4tzung der Sp\u00e4her hatten wir keine zwei Tage mehr Zeit, die Verteidigung zu organisieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Als wir schlie\u00dflich ankamen, sah es mit den Befestigungen wirklich mau aus, ein Flickenteppich von Mauern und vereinzelten Sperren. Das w\u00fcrde die Untoten kaum abhalten. Ena machte sich also zusammen mit Sommersprosse &#8211; eine Elfe mit auffallenden Sommersprossen im Gesicht, kurzen Haaren und einer Affinit\u00e4t zu Ingenieurskunst &#8211; auf, die Verteidigung zu organisieren. In Begleitung von Sommersprosse waren immer zwei mechanische Raubkatzen dabei. Ich misstraue schon den lebenden Raubkatzen, den mechanischen traue ich noch weniger. Ich hielt mich daher bei diesem Auftrag auf Abstand zu Sommersprosse. Aber meine Expertise wurde eh nicht gefragt, daher k\u00fcmmerte ich mich Anfangs um die kleine Heldin, die mal wieder zu viel Fantasie zeigte und mit der Gefahr, bei diesem Angriff zu sterben, konfrontiert wurde und dadurch zu Stein erstarrte. Ich versuchte ihr gut zuzureden, ihr klar zu machen, dass sie l\u00e4ngst Gef\u00e4hrlicheres erlebt und \u00fcberlebt hatte, aber ich drang scheinbar nicht zu ihr durch. Manchmal habe ich wirklich den Wunsch, sie zu sch\u00fctteln und zu schlagen, um ihr mehr Vernunft einzubl\u00e4uen. Leider f\u00fcrchte ich mich ein wenig vor dem Echo, denn die kleine Heldin ist ziemlich stark und ein Schlag von ihr w\u00fcrde vermutlich dazu f\u00fchren, dass ich ein paar Meter Flugerfahrungen machen w\u00fcrde und irgendwie kann ich darauf gut verzichten. Ich wandte mich also schlie\u00dflich von der kleinen Heldin ab, obwohl der nahe gelegene, eiskalte See wirklich verlockend war, sie hinein zu schubsen und lie\u00df sie dort stehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Gl\u00fcck gab es auch etwas, was meine Aufmerksamkeit ablenkte. Die hiesigen Wachen f\u00fcrchteten sich vor einer H\u00f6hle, in der ein monstr\u00f6ses Ding leben sollte. Der Rote &#8211; ein Elf, der besonders gerne eine zumeist aus roter Farbe bestehende R\u00fcstung trug &#8211; und Fl\u00fcgelchen &#8211; eine Elfe und Waldl\u00e4uferin, die, als ich sie das erste Mal traf, eine R\u00fcstung mit Fl\u00fcgeln getragen hatte &#8211; waren bereits in die H\u00f6hle vorgedrungen und man h\u00f6rte ihre Stimmen bis zum Ausgang. Es klang so, als w\u00fcrde Fl\u00fcgelchen ihrem damaligen Freund und jetzigen Mann einen Vortrag halten, was er &#8211; mal wieder &#8211; falsch gemacht hatte. Da ich also nichts zu tun hatte, entschied ich, mit meinem Mann Kio &#8211; andere kennen ihn unter dem Spitznamen Held &#8211; den Beiden zu folgen. Kio ist ein gro\u00dfer, stattlicher Leerenelf und einer der besten Magiere, die ich kenne. Die Haare, naja, etwas unordentlich, obwohl er stets behauptete, das sei eine Frisur.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Da es dunkel in der H\u00f6hle war, entz\u00fcndeten wir eine Fackel. Wir wollten gerade das dunkle Loch betreten, da h\u00f6rten wir Schreie. Sie kamen von Fl\u00fcgelchen und dem Roten. Wir rannten los.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"inhalt\">Inhalt<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-premium-container premium-container premium-container__stretch_false premium-container__boxed false\" style=\"text-align:left;min-height:NaNpx;background-color:transparent;border-style:none;border-width:1px;border-radius:undefinedpx;background-image:url('undefined');background-repeat:no-repeat;background-position:top center;background-size:auto;background-attachment:unset;margin-top:NaNpx;margin-bottom:NaNpx;margin-left:NaNpx;margin-right:NaNpx;padding-top:NaNpx;padding-bottom:NaNpx;padding-left:NaNpx;padding-right:NaNpx;box-shadow:0px 0px 0px undefined \"><div class=\"premium-container__content_wrap premium-container__top\" style=\"max-width:100%\"><div class=\"premium-container__content_inner\">\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"#kap1\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap1\">Kapitel 1 &#8211; Die H\u00f6hle<\/a><\/li><li><a href=\"#kap2\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap2\">Kapitel 2 &#8211; Der Angriff<\/a><\/li><\/ul>\n\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap1\">Kapitel 1 &#8211; Die H\u00f6hle<\/h2>\n\n\n<p>In der H\u00f6hle war es w\u00e4rmer als drau\u00dfen, wo Schnee lag, daf\u00fcr tropfte es \u00fcberall von der Decke. Doch das interessierte uns nicht sonderlich, wir h\u00f6rten nur die Schreie von drinnen und sahen in der Ferne ein Licht sich wild hin und her bewegen. Als wir endlich n\u00e4her kamen begr\u00fc\u00dfte uns ein bestialischer Gestank nach verrottetem Fleisch, der einem fast den Atem raubte. Der Gang vor uns endete in einem gro\u00dfen, breiten Raum, sp\u00e4rlich von einer Fackel beleuchtet. Mit unserer waren es nun zwei Fackeln, aber das leuchtete den Raum auch nicht vollst\u00e4ndig aus. Trotzdem konnten wir sehr genau sehen, was sich dort abspielte. Auf der einen Seite standen der Rote mit gezogenem Schwert und Fl\u00fcgelchen mit ihrem Bogen in der Hand. Auf der anderen Seite ein gewaltiges&#8230; Ding. Es sah ein wenig wie ein Yeti aus, nur unglaublich gro\u00df. Und es war eindeutig tot, denn Teile des K\u00f6rpers hingen bereits vom Knochen herab und es stank furchtbar nach Verwesung. Aus verschiedenen Schnitten des verrottetem Fleisches trat eine eklige Fl\u00fcssigkeit aus. Ich hatte M\u00fche, mich nicht zu \u00fcbergeben. Das gr\u00f6\u00dfte Problem war nur, dieses Vieh bewegte sich. Und gar nicht mal so langsam. Es schien gro\u00dfes Interesse zu haben, die beiden Elfen in St\u00fccke zu rei\u00dfen. Gerade t\u00e4nzelte der Rote herum und f\u00fchrte einen Angriff aus, schnitt in das Fleisch, aber schien damit wenig auszurichten. Fl\u00fcgelchen scho\u00df einen Pfeil ab und ich konnte erkennen, dass sie das schon ein paar Male gemacht hatte, denn in dem Monster steckten bereits mehrere Pfeile. Aber auch dieser Treffer schien das Vieh nicht zu stoppen. In dem Moment h\u00f6rte ich neben mir Kio etwas murmeln. Er w\u00fcrde gleich irgendetwas flammendes auf das untote Ding mit seiner Magie werfen. Ich stoppte ab und blickte mich um. Mein Schwert, f\u00fcr mich recht gro\u00df, w\u00e4re f\u00fcr jeden ausgewachsenen Mann nicht viel mehr als ein Kurzschwert. Der Rote trug eine wesentlich wuchtigere Klinge und schien mit seinen Angriffen nichts auszurichten. Was w\u00fcrde ich da mit meiner kleinen Waffe bewirken? Und meine Pistole? Fl\u00fcgelchen hatte das Vieh bereits mit Pfeilen beharkt, da w\u00fcrde eine kleine Kugel bei dem Ding auch nichts bewirken. Ich hatte also keine Waffe, mit der ich meinen Kameraden \u00fcberhaupt von Nutzen h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. Oder doch?<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Moment hatte Kio seine Formel zu Ende rezitiert und mit einer Handbewegung traf ein Feuerstrahl die Kreatur. Die verrottete Haut kr\u00e4uselte sich und das Fett fing an zu kochen und zu brennen. Es qualmte f\u00fcrchterlich und neben dem Geruch nach Verwesung machte sich auch noch der Geruch nach verbrannten Fleisch breit. Eine Mixtur, die einem den Magen umdrehte. Ich blickte hoch zu dem qualmenden Etwas, dann fiel mein Blick auf die Fackel, die ich in der Hand hielt und mir kam eine Idee.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich lief los, machte einen gro\u00dfen Bogen um das Vieh, denn ich wollte es von hinten angreifen. Die Kreatur war so gro\u00df, w\u00fcrde ich unter eine ihrer Pranken geraten, w\u00fcrde sie es gewiss noch nicht einmal merken und ich w\u00e4re nur noch ein Fettfleck auf dem H\u00f6hlenboden. Und da wollte ich gewiss nicht enden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich hinter der untoten Kreatur ankam, war mir der Blick auf meine Kameraden versperrt. Ich h\u00f6rte nur noch ihre Schreie und Befehle, die sie sich zu warfen. Ich schlug mit der brennenden Fackel zu, doch das wirkte weniger effektiv, als ich es mir vorgestellt hatte. Voller Frust schlug ich noch einmal zu, doch die Kreatur reagierte noch nicht einmal auf meine Angriffe, sondern konzentrierte sich besonders auf den Roten und Kio, die beide in Reichweite seiner gewaltigen Arme waren. Mir musste schnell was einfallen, wenn ich \u00fcberhaupt eine Hilfe sein wollte. Ich blickte den R\u00fccken des Untiers hinauf. Es war nach vorne gebeugt und das gr\u00f6\u00dfte Gewicht lastete auf den fuhrwerkgro\u00dfen H\u00e4nden. Mir kam schon wieder eine Idee, eine ziemlich verr\u00fcckte Idee, aber was solls. Wer nicht wagt, wird auch nicht gewinnen. Ich lie\u00df die Fackel fallen, zog meinen schweren Dolch. Ich nahm ein paar Schritte Anlauf und sprang dem Monster auf den R\u00fccken. Jetzt reagierte es auf mich. Es sch\u00fcttelte sich, als wolle es einen Floh abwerfen. Ich rammte meinen Dolch in das verwesende Fleisch und hielt mich verzweifelt am Griff fest. Ich wurde herum geschleudert und kam mit widerlich stinkender Fl\u00fcssigkeit in Kontakt. Au\u00dferdem knallte ich mehrmals mit dem K\u00f6rper auf das verwesende Fleisch auf. Es f\u00fchlte sich an einigen Stellen irgendwie gummiartig an, andere Stellen waren weicher und eklig matschig. Ich musste nicht nur all mein K\u00f6nnen zusammennehmen, um nicht abgeworfen zu werden, sondern auch meine Konzentration dazu verwenden, mich nicht zu \u00fcbergeben. Ich fand wieder festen Stand, zog die Klinge heraus und kletterte weiter den K\u00f6rper hinauf. Immer wieder begann das Vieh zu bocken und sprang gar einmal in die H\u00f6he, um mich wie eine Fliege an der Decke der H\u00f6hle zu zerquetschen. Zu meinem Gl\u00fcck war die Decke aber h\u00f6her, als das Monster springen konnte. Es dauerte f\u00fcr mich eine gef\u00fchlte Ewigkeit, bis ich endlich den Nacken der Kreatur erreicht hatte. Dann begann die Schweinerei erst richtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich stach, schnitt und hackte wie wild auf das verrottende Fleisch ein, riss ganze Fleischst\u00fccke heraus und war in k\u00fcrzester Zeit von oben bis unten besudelt. Mein Magen revoltierte und ich war nur froh, nicht viel gegessen zu haben, sonst h\u00e4tte ich keine Chance gehabt, an mich zu halten. Ich wusste nicht, was meine Kameraden in dem Moment taten, ich sah immer wieder Feuer aufblitzen und einmal zische ein Pfeil knapp an mir vorbei. Dann bockte dieses Monster noch einmal wild und pl\u00f6tzlich lag es still. Endlich konnte ich mit der widerlichen Arbeit aufh\u00f6ren, nicht wissend, wer letztendlich den t\u00f6dlichen Schlag verpasst hatte. Ich rutschte von dem Kadaver herunter, sah dann, dass alle Drei wohlauf waren und wankte gen Ausgang. Ich wollte mich nur noch waschen und wenn es der eiskalte und teilweise zugefrorene See w\u00e4re. Den Gestank habe ich noch bis heute in Erinnerung, eine Erfahrung, die ich, wenn m\u00f6glich, niemals wieder machen m\u00f6chte.&nbsp;<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap2\">Kapitel 2 &#8211; Der Angriff<\/h2>\n\n\n<p>Meine Laune, die nach dem Zwischenfall mit dieser \u00fcbergro\u00dfen Kreatur nicht die Beste war, stieg zumindest ein bisschen wieder, als ich gebadet hatte &#8211; nicht im besagten See &#8211; meine Kleidung entsorgt, frische Kleidung angezogen und einen Tee f\u00fcr meinen Magen getrunken hatte. Der Tag war alles andere als gelungen gewesen. Und so lag meine Hoffnung auf den n\u00e4chsten Tag.<\/p>\n\n\n\n<p>Der n\u00e4chste Tag begann langsam. Alle waren noch vom vorherigen Tag \u00fcberm\u00fcdet, sei es, wegen des Kampfes oder des Aufbaus der Verteidigung. Wenn ich ehrlich bin, habe ich von dem Aufbau der Verteidigung nicht viel gesehen. Aber man versicherte mir, alles sei ganz gut vorbereitet. Und so begann eine Zeit des Wartens, bis schlie\u00dflich gegen Nachmittag die ersten Spuren die ankommenden Untoten verk\u00fcndeten. V\u00f6gel stoben auf und flogen davon, Tiere aus dem anliegenden Wald liefen davon und es wurde unnat\u00fcrlich still. Wir hielten den Atem an, gespannt, was da erscheinen sollte. Dann kamen sie. Skelette, Ghoule, Spuks und weiter im Hintergrund mehrere Monstrosit\u00e4ten, die alle anderen \u00fcberragten. Das waren verdammt viele. Nachdenklich kaute ich auf meiner Unterlippe, w\u00e4hrend die Untoten n\u00e4her kamen und meine Kameraden sich auf den Kampf vorbereiteten. Was konnte ich gegen diese Untoten ausrichten? Der Dolch erschien mir ziemlich nutzlos gegen ein Skelett, genauso wie die Pistole. Mein Schwert mochte schon einen gewissen Nutzen mit sich bringen, aber ich w\u00fcrde kaum gen\u00fcgend Kraft dahinter bringen, Knochen in St\u00fccke zu hauen. Also wie konnte ich helfen? Dann hatte ich eine Idee, doch die w\u00fcrde gewissen Leuten nicht schmecken. Ich warf einen verstohlenen Blick auf meinen Mann. Er war bereits mit einem Zauber besch\u00e4ftigt. Gut. Ich schaute zu Ena. Auch diese war mit ihren Blicken auf den Kampf fixiert. Sehr gut. Es war also niemand da, der mich aufhalten k\u00f6nnte. Ich wich zur Seite aus, lief geb\u00fcckt ein St\u00fcck weit, sprang dann \u00fcber eine der h\u00fcfthohen, f\u00fcr mich fast kopfhohen Verteidigungsmauern und machte einen gr\u00f6\u00dferen Bogen, um im Dickicht des Waldes zu verschwinden. Erst dann atmete ich erleichtert auf. Ich hatte keinen <em>\u00bb Kari! \u00ab<\/em> Schrei oder dergleichen vernommen, also w\u00fcrden alle annehmen, ich w\u00e4re noch im Lager. Dann konnten sie auch keinen Bl\u00f6dsinn versuchen, wie hinaus zust\u00fcrmen, um mich zu suchen. Ich schlich durch das Dickicht, immer in H\u00f6rweite der Schritte des Untoten. Hinter mir begannen die Schrei und Rufe einer Schlacht. Der Kampf hatte begonnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wusste nicht, ob meine Kameraden dem Angriff standhalten oder einfach \u00fcberrollt werden w\u00fcrden. Ich wusste nur, ich musste mich beeilen, wenn ich etwas bewirken wollte. Ich erh\u00f6hte mein Tempo, auch auf die Gefahr hin, von den Untoten bemerkt zu werden, aber diese waren bemerkenswert auf ihr Ziel fixiert. Es dauerte f\u00fcr mich trotzdem viel zu lange, bis ich endlich mein Ziel erreichte. Das Ende der Kolonne. Und das bildete f\u00fcr gew\u00f6hnlich die Nekromanten, die die Horde leitete. In diesem Fall drei &#8211; lebende! &#8211; M\u00e4nner eingeh\u00fcllt in Kutten. Bewacht wurden sie jedoch von einer gewaltigen Monstrosit\u00e4t, gr\u00f6\u00dfer als alles andere, was ich in dem Zug der Untoten bisher gesehen hatte. So gewaltig, dass selbst die Faust dieser Kreatur gr\u00f6\u00dfer war als ich. Ein Treffer und von mir war nichts mehr \u00fcbrig. Kurz erwog ich meine Chancen, doch dann zuckt ich nur mit den Schultern. Wer nicht wagt, hat schon verloren. Ich beobachtete den Weg, den die Nekromanten entlang gingen. Auf der einen Seite ragten Felsen in die H\u00f6he, auf der anderen Seite war ein Abgrund. Und der war ziemlich tief. Ich h\u00e4tte warten k\u00f6nnen, weiter vorne wurde der Abgrund nicht mehr so steil, aber ich entschied mich dagegen. Ich hatte bereits schon lange genug gewartet. Ich kletterte den Abhang hinauf, bis fast zur Stra\u00dfe, auf der die Kuttentr\u00e4ger kommen w\u00fcrden und wartete. Dann waren sie da.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sprang aus meiner Deckung. Die Nekromanten waren viel zu vertieft in ihre Zauberei und w\u00e4hnten sich selbst in Sicherheit, da sie nicht nur hinter der ganzen Horde her liefen, sondern au\u00dferdem noch jeder f\u00fcr sich einen Schutzschild um sich herum aufgebaut hatte. Die magische Energie knisterte leicht und verzerrte den Blick auf den jeweiligen Zauberer etwas. Ich grinste triumphierend. Dank meines Bruders hatte ich genau das richtige Werkzeug, die drei Nekromanten davon zu \u00fcberzeugen, dass sie eben keineswegs sicher waren. Ich zog meinen schweren Dolch, sprang auf den ersten Gegner zu und rammte ihm die Klinge in die Brust. Dieses Mal war ich nicht nach \u00dcberlebenden aus. Dieses Mal wollte ich ihr Blut auf dem Boden sehen. Die Dolchklinge durchdrang m\u00fchelos das Schutzschild, die einge\u00e4tzte Schrift darauf begann deutlich zu leuchten, so dass man das thalassische Wort deutlich erkennen konnte. <strong>Sturmtanz<\/strong>. Der Name meiner Familie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Klinge war nur f\u00fcr einen einzigen Zweck konstruiert worden, n\u00e4mlich um den Schutzschild eines Zauberers zu durchdringen. Der Kuttentr\u00e4ger starrte mich ungl\u00e4ubig an, als er zusammenbrach und ich die Waffe aus ihm befreite. Dann zuckte er noch einmal und blieb dann still. Ich drehte mich zu den Verbliebenen um, als es mit einem Mal dunkel um mich herum wurde. Irritiert blickte ich auf und sah dieses gewaltige Ding, diese Monstrosit\u00e4t, wie sie unglaublich schnell auf mich zu kam und mit der Faust ausholte. Wenn das Vieh mich traf, war ich vermutlich fein s\u00e4uberlich in die Stra\u00dfe hinein gearbeitet und von deren nicht mehr zu erkennen. Die beiden anderen Nekromanten hatten den Tod ihres Kameraden kaum zur Kenntnis genommen, nur diese Monstrosit\u00e4t. Aber das reichte ja v\u00f6llig. Ich wog im Bruchteil eines Augenblicks meine Optionen ab und bemerkte, es gab nur zwei. Plattgewalzt auf der Stra\u00dfe enden, oder der Sprung zur\u00fcck \u00fcber den Abgrund. Ich entschloss mich f\u00fcr letzteres und sprang nur einen Lidschlag bevor die gewaltige Faust des Riesen aufschlug und \u00dcberreste der Leiche des Kuttentr\u00e4gers \u00fcberall hin verspritzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich fiel, doch ich versuchte meinen Sturz irgendwie abzubremsen, indem ich nach jedem Vorsprung der Felswand griff, was meinen H\u00e4nden jedoch weniger gut tat. Doch irgendwie brachte ich es fertig und konnte den Fall soweit ausbremsen, dass ich keinen Fettfleck auf dem Boden bildete. Ich schrammte mit dem R\u00fccken \u00fcber Stein und schlug mir meinen Ellbogen auf, bevor ich schlie\u00dflich auf dem Boden ankam. Der Aufprall war immer noch heftig, mir knickte mein rechter Fu\u00df um, als ich die Wucht abfedern wollte und dann durchzuckte meinen gesamten K\u00f6rper der Schmerz. Es wurde dunkel.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich die Augen wieder aufschlug, sp\u00fcrte ich als erstes den Schmerz im Fu\u00df, doch dazu gesellte sich sehr schnell noch Schmerz aus dem ganzen K\u00f6rper. Es f\u00fchlte sich an, als w\u00fcrde ich nur aus Schmerz bestehen. Dann vernahm ich den Kampfl\u00e4rm. Sie k\u00e4mpften noch immer, also konnte ich nicht lange ohnm\u00e4chtig gewesen sein. Sp\u00e4ter realisierte ich, dass es nur ein paar Augenblicke waren, die mir fehlten. Getrieben von der Angst um meine Kameraden und insbesondere um meinen Mann, k\u00e4mpfte ich mich in eine aufrechte Position. F\u00fcr Kio standen seine Freunde und Kameraden stets an erster Stelle, eine Eigenschaft die ich so sehr an ihm liebe. F\u00fcr sie tat er alles und manchmal b\u00fcrdete er sich dadurch zu viel auf. Dann ging er Risiken ein, die wahnsinnig waren. Im Grunde war er damit mir viel zu \u00e4hnlich, wie ich mit einem missmutigen Blick auf meinen zerschunden K\u00f6rper bemerkte. Aber ich hatte beschlossen, wenn einer von uns Beiden als erstes starb, dann war das ganz sicher ich. Und deshalb musste ich mich bewegen und noch einmal in das Geschehen eingreifen. Ich richtete mich mit einem St\u00f6hnen auf und merkte sofort, dass ich meinen rechten Fu\u00df kaum belasten konnte. Er war vermutlich gebrochen oder so. Aber darauf konnte ich gerade keine R\u00fccksicht nehmen, ich war Schmerz gew\u00f6hnt, ich konnte ihn aushalten, redete ich mir immer wieder ein und begann, die Felswand wieder empor zu klettern. Es klappte, ich kam gut voran und erreichte schlie\u00dflich den oberen Rand und warf einen Blick auf die Stra\u00dfe. Zu meinem Erstaunen waren die Nekromanten nicht sehr viel weiter gegangen. Zum Gl\u00fcck erwartete mich das gewaltige Monster nicht, es hatte wohl das Interesse verloren, als ich in den Abgrund gesprungen war. Es stand jetzt weiter vorne, zwischen den Nekromanten und der Schlacht die dort tobte. Und dort konnte ich auch alle meine Kameraden sehen, die am Kampf beteiligt waren. Ich sah Ena, wie sie mit ihrem Schild die Untoten vor sich her trieb, ich sah die kleine Heldin, die wohl ihre Angst abgestreift hatte und mit wuchtigen Hieben Skelette und Ghoule gleicherma\u00dfen zerteilte. Sommersprosse stand da, auf einem Felsen und feuerte Pfeil auf Pfeil ab, daneben Fl\u00fcgelchen, die es ihr gleich tat. An der Seite verteidigte der Rote die Linie in einem kompliziert aussehenden Klingentanz und lie\u00df Gliedma\u00dfen nach allen Seite regnen. Und in der Mitte stand Kio wie ein Fels mit wehenden Haaren. Magische Funken spr\u00fchten um ihm herum und er riss mit seiner Magie gro\u00dfe Fleischfetzen aus einer Monstrosit\u00e4t, bis diese endlich in sich zusammen fiel. Doch es waren immer noch so unglaublich viele Untote und meine Freunde hatten schon Federn gelassen. Von Sommersprossens mechanischen Raubkatzen funktionierte nur noch eine. Die andere war ein Tr\u00fcmmerhaufen, das vor sich hin qualmte. Die zweite Katze sah aber auch nicht mehr allzu gut aus. Ena bewegte sich nicht mehr so fl\u00fcssig wie normal. Ihre Bewegungen wirkten etwas steif. Und die R\u00fcstung der kleinen Heldin, eigentlich nie ein besonderer Hingucker, hatte an unz\u00e4hligen Stellen weitere Dellen hinzu bekommen. Im Augenblick waren sie noch eine gut ge\u00f6lte Maschine, eine Einheit, doch sollte nur eine der Schrauben fallen, w\u00fcrde die ganze Maschine ins Schlingern geraten. Ich musste handeln, damit das nicht passierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich humpelte los sprang schlie\u00dflich dem zweiten Nekromanten auf den R\u00fccken und jagte im den schweren Dolch zwischen die Schulterbl\u00e4tter. Er keuchte auf und wir gingen zusammen zu Boden. Mit M\u00fche rappelte ich mich auf, riss die Waffe aus dem K\u00f6rper des Kuttentr\u00e4gers und stolperte zum letzten Zauberer. Aus den Augenwinkeln sah ich, dass dieses riesige Unget\u00fcm nicht auf mich reagierte. Das war meine Chance. Der letzte Nekromant drehte sich zu mir um, als er mich bemerkte, doch da rammte ich ihm bereits die Klinge in die Eingeweide. Ungl\u00e4ubig starrte er mich an. <em>\u00bb Du wirst die Toten jetzt in Ruhe lassen! \u00ab<\/em> knurrte ich wenig geistvoll, als er an meiner Klinge herab rutschte und zu Boden ging. In diesem Moment bewegte sich das gewaltige Unget\u00fcm und drehte sich zu mir um. Ich seufzte auf. <em>\u00bb Das wars\u2026 \u00ab<\/em> murmelte ich, denn eine Flucht war v\u00f6llig unm\u00f6glich. Nicht mit diesem Fu\u00df. Das Vieh w\u00fcrde mich einfach platt walzen. Im n\u00e4chsten Augenblick h\u00f6rte ich einen lauten Schrei und ich sah Kio, wie er seine magische Klinge erhoben hatte und auf die Monstrosit\u00e4t los st\u00fcrmte. Er hatte mich wohl entdeckt und genau gemerkt, in welcher Gefahr ich mich befand, nur um jetzt in derselben Bedrohung zu stecken. Ich seufzte tief. <em>\u00bb Wollkopf\u2026 \u00ab<\/em> murmelte ich und musste mitansehen, wie mein Mann ganz wie sein Spitzname, heldenhaft alleine vor st\u00fcrmte, um das Monster, dass mehr als viermal so gro\u00df war, wie er, anzugreifen. Ich wollte eigentlich nicht hin sehen, doch ich konnte meine Augen nicht abwenden. In dem Moment tauchte irgendetwas gro\u00dfes, gewaltiges von den H\u00fcgeln her auf, stie\u00df auf die gewaltige Monstrosit\u00e4t hinab und zerfetzte sie in nur einem Augenblick. Dann flog diese Kreatur in den Abgrund und war einen Lidschlag sp\u00e4ter im darunter befindlichen Wald verschwunden. Das alles ging so unglaublich schnell, dass ich nicht einmal wusste, welche Farbe, geschweige denn, welche Form diese Kreatur gehabt hatte. Gleich darauf senkte sich die Stille auf die Szenerie. Wir hatten gewonnen. Und wir hatten alle \u00fcberlebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Kampf hatte bei uns allen Spuren hinterlassen. Jeder hatte seine Blessuren und teilweise auch schwerere Verletzungen. Ena hatte furchtbare Schmerzen im R\u00fccken und konnte sich eine lange Zeit kaum bewegen. Auch die zweite mechanische Raubkatze von Sommersprosse hatte so viel Schaden davon getragen, dass es sich nicht mehr lohnte, sie zu reparieren. Ich sah den Schmerz in den Augen der Elfe, als sie ihren mechanischen Gef\u00e4hrten abschaltete und es tat mir weh, dem mit anzusehen. Mein Fu\u00df war zum Gl\u00fcck nicht gebrochen, aber es dauerte lange, bis ich wieder normal auftreten konnte. Der Rest meines K\u00f6rpers war ein einziger Flickenteppich aus blauen Flecken, Schnitten und Kratzern. Auch ich musste eine ganze Weile lang pausieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch heute sehe ich das Bild meiner Kameraden vor mir, wie sie sich heldenhaft gegen eine \u00dcbermacht gestemmt hatte und stand gehalten hatten. Ich k\u00f6nnte nicht stolzer sein, als neben diesen Frauen und M\u00e4nnern gestanden zu haben. F\u00fcr mich seid ihr, Ena, kleine Heldin, Sommersprosse, Fl\u00fcgelchen, Roter und nat\u00fcrlich Kio, Helden, auch wenn ich nur einen so nenne. Es war mir eine gro\u00dfe Ehre, an eurer Seite gek\u00e4mpft und gelitten zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ach und Kio, mein Held, du hast nat\u00fcrlich eine wunderbare Frisur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Kari Sha\u2019thar<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"book_footer\">Buchinformationen &amp; Anh\u00e4nge<\/h5>\n\n\n<div class=\"su-spoiler su-spoiler-style-fancy su-spoiler-icon-chevron su-spoiler-closed\" data-scroll-offset=\"0\" data-anchor-in-url=\"no\"><div class=\"su-spoiler-title\" tabindex=\"0\" role=\"button\"><span class=\"su-spoiler-icon\"><\/span>Total RP 3 Extended Item-Code (Klicken zum erweitern\u2026)<\/div><div class=\"su-spoiler-content su-u-clearfix 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