{"id":3208,"date":"2022-03-30T09:51:59","date_gmt":"2022-03-30T08:51:59","guid":{"rendered":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?post_type=rcno_review&#038;p=3208"},"modified":"2025-04-26T15:05:49","modified_gmt":"2025-04-26T14:05:49","slug":"todliche-reisen","status":"publish","type":"rcno_review","link":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?rcno_review=todliche-reisen","title":{"rendered":"T\u00f6dliche Reisen"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"uberleben-im-dschungel-i\">\u00dcberleben im Dschungel I<\/h1>\n\n\n<!--more-->\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap00\">Inhalt<\/h2>\n\n<ul class=\"simpletoc-list\">\n\n<li><a href=\"#kap00\">Inhalt<\/a>\n\n<\/li>\n<li><a href=\"#kap1\">Kapitel I &#8211; Die Ankunft<\/a>\n\n<\/li>\n<li><a href=\"#kap2\">Kapitel II &#8211; Camp Weitsicht<\/a>\n\n<\/li>\n<li><a href=\"#kap3\">Kapitel III &#8211; Bei Einbruch der Nacht<\/a>\n\n<\/li>\n<li><a href=\"#kap4\">Danksagung<\/a>\n\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li><\/ul>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap1\">Kapitel I &#8211; Die Ankunft<\/h2>\n\n\n<p>Viele Versuche scheiterten in ihm vorzudringen und ihn zu erkunden. So abweisend bewuchert der dichteste Urwald eine wilde Berglandschaft. Er ist von tiefen Schluchten,hohen Wasserf\u00e4llen und rei\u00dfenden B\u00e4chen durchsetzt. Pro Jahr gehen hier mehr als 3 Meter Regen nieder, weshalb die Gegend regelm\u00e4\u00dfig von \u00dcberschwemmungen und Erdrutschen heimgesucht wird. Die Schlamml\u00f6cher k\u00f6nnten sogar einen Menschen bei lebendigem Leibe verschlingen. Im Unterholz lauern t\u00f6dliche Giftschlangen und Jaguare. Dornen bohren sich in Kleider und Fleisch, selbst erfahrene, mit Macheten und S\u00e4gen ausger\u00fcstete Forscher m\u00fcssen damit rechnen an einem brutalen zehn Stunden Tag bestenfalls einige Kilometer gut zu machen. Aber nicht nur nat\u00fcrliche Gefahren erschweren das Erkunden des Schlingendorntals. Der s\u00fcdliche Teil des Landes wird die h\u00f6chste Mordrate der \u00f6stlichen K\u00f6nigreiche nach gesagt und vier F\u00fcnftel aller Schmuggelware wird durch die Beutebucht geschleust. Weite Teile des Landes werden von brutalen Kartellen beherrscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sa\u00df in einem Konferenzraum der Gastst\u00e4tte &#8220;Papa Bepo&#8221; in der Hafenstadt Beutebucht und nahm an einer Einsatzbesprechung teil. Schon in wenigen Tagen sollte unser Team per Fu\u00dfmarsch in ein unerforschtes Tal tief in den Bergen des Schlingendorn. Unser Ziel war das Ufer eines namenlosen Bergbachs, damit wir dort mitten im Wald, allein auf uns gestellt ein primitives Camp errichteten. Das sollte unser Basislager sein von dem aus wir etwas erkunden w\u00fcrden, dass wir f\u00fcr die Ruinen einer bislang unbekannten Stadt hielten. Unser offizieller Auftrag bestand darin die Ruinen zu vermessen und zu kartografieren. M\u00f6gliche Fundst\u00fccke an unseren F\u00f6rderer zu \u00fcberliefern.<br><br>Keiner von uns hatte eine Vorstellung davon was uns erwartete &#8211; im tiefen Urwald und in einer Wildnis, die seit Generationen kein zivilisierter Fu\u00df mehr betreten hatte. Am Kopfende unseres Tisches stand der Einsatzleiter der Expedition. Ein pensionierter Soldat namens Edward Hallington, den alle nur Eddy nannten. Als fr\u00fcherer angeh\u00f6riger eines Elitetrupps und Feldwebel des Sturmwinder Milit\u00e4r war Eddy ein Experte f\u00fcr Urwald Eins\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Einleitung erkl\u00e4rte er uns seine Aufgabe sei ganz einfach &#8211; er solle uns lebendig nach Hause bringen. Er lie\u00df kein Zweifel daran aufkommen, dass sein Team von ehemaligen Soldaten das Sagen haben, solange wir in der Wildnis waren. Die Expedition war eine quasi milit\u00e4rische Operation und wir, die eigentlichen Teilnehmer eingeschlossen hatten seinen Anweisungen ohne Widerworte folge zu leisten. Es war das erste Mal das alle Expeditions-Teilnehmer:ein Kartograf, ein Experte f\u00fcr Sprengstoff. Zwei Geologen, einen Arch\u00e4ologen und meine Wenigkeit als Experte der Linguistik zur \u00dcbersetzung von alten Schriften zusammen kamen. Eine bunt zusammen gew\u00fcrfelte Truppe und bis jetzt im unterschiedlichen Ma\u00dfe in Kontakt zur Wildnis gekommen.<br><br>Noch ehe wir \u00fcberhaupt einen Fu\u00df in den Urwald setzten mussten wir schon auf der Hut sein denn Beutebucht kann eine gef\u00e4hrliche Stadt sein und wird von einer brutalen Kartellbande beherrscht. Wir durften niemanden verraten wof\u00fcr wir ins Kap gekommen waren &#8211; nicht in H\u00f6rweite von Angestellten der Gastst\u00e4tte \u00fcber das Projekt sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann ging Eddy zu den Gefahren des Urwalds \u00fcber &#8211; ganz oben auf der Liste der Gefahren standen die Giftschlangen, allen voran die Lanzenotter die in Kalimdor als &#8220;Gelbbart&#8221; bezeichnet wird. Dieses Reptil ist in dieser Welt f\u00fcr viele Todesf\u00e4lle verantwortlich &#8211; mehr als jede andere Schlangenart. Sie kommt nachts aus ihrem Versteck und wird von Leuten und Aktivit\u00e4ten angelockt. Sie ist aggressiv, reizbar und unglaublich schnell. Mit ihren Giftz\u00e4hnen durchschl\u00e4gt sie den dicksten Lederstiefel und speiht ihr Gift mehr als zwei Meter weit. Oft zuckt ihr Kopf nach oben und schl\u00e4gt \u00fcber dem Knie ins Bein. Ihr Gift wirkt t\u00f6dlich. Wer nicht sofort an Hirnblutungen stirbt erliegt sp\u00e4ter einer Blutvergiftung.<br><br>Wer nicht die sofortige Hilfe eines Heilkundigen bekommt und wider erwarten doch \u00fcberlebt den muss oft das Bein amputiert werden, weil das Gift eine Nekrose bewirkt. Verstohlen blickte ich in die Runde, die heitere Stimmung des Nachmittags als wir mit einem Bier in der Hand am Pier gesessen hatten war verflogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als n\u00e4chstes kam Eddy auf die sechsbeinigen Krankheitstr\u00e4ger denen wir begegnen w\u00fcrden, zum Beispiel Sandm\u00fccken,Milben,Wanzen oder Skorpione dessen Stich so schmerzhaft seien soll wie eine Schusswunde.Er mahnte uns nie und unter gar keinen Umst\u00e4nden sollte sich irgendjemand von uns einfallen lassen sich allein vom Camp oder im Urwald von der Gruppe zu entfernen. Bei jeder Exkursion waren wir angehalten einen Rucksack mit einer Notfallausr\u00fcstung. Proviant, Wasser, Kleidung, Messer, Streichh\u00f6lzer und einen Regenmantel dabei zu haben f\u00fcr den Fall das wir uns verirrten und eine Nacht im Schutze eines tropfenden Baumstamms verbringen mussten.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap2\">Kapitel II &#8211; Camp Weitsicht<\/h2>\n\n\n<p>Ich h\u00f6rte aufmerksam zu, ehrlich, aber ich hatte den Eindruck dass Eddy uns nur Angst einjagen wollte damit wir uns brav an seine Anweisungen hielten. Ich nahm an, dass er den Gr\u00fcnschn\u00e4beln unter uns lieber zu viel Vorsicht einbl\u00e4uen wollte. Ich war einer von drei Teilnehmern die das gesamte Schlingendorntal bereits umsegelten. Aus der Ferne hatte es ausgesehen wie ein sonniges Tropenparadies und nicht wie der gef\u00e4hrliche, d\u00fcstere von Ungeziefern und Schlangen verseuchte Dschungel den Eddy an die Wand malte &#8211; uns w\u00fcrde schon nichts passieren.<br><br>An diesem Punkt betritt Oscar Wetterquarz die B\u00fchne &#8211; durch den Verkauf seines \u00d6l Unternehmen war Oscar ein reicher Mann geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Oscar interessierte sich nicht nur f\u00fcr Gold, kurz nachdem Studium ging er zum Arbeiten nach S\u00fcderstade wo er einen einheimischen Troll traf, die auf den wunderbaren Rehledermantel ihres Mannes herumkaute um ihre Fl\u00f6he zu t\u00f6ten. Aus einer Laune heraus kaufte er das verlauste Kleidungsst\u00fcck. Es war der Beginn einer einzigartigen und uners\u00e4ttlichen Sammelleidenschaft. Oscar war besessen von allem was mit Trolllegenden zu tun hatte und sollte im Laufe der Zeit mehr als hundert Objekte anh\u00e4ufen.<br><br>Er war es der die Geologen und den Arch\u00e4ologen Wes Gr\u00fcnbart und mich ins Feld schickte. Wes sa\u00df rechts von mir. Er war ein robuster Zwerg, der schon viele Bergungen vorzuweisen hatte. Eddy, sein Elitetrupp und die anderen wurden von einem mir zu dem Zeitpunkt unbekannten Wohlt\u00e4ter finanziert. Wir durften nur daran teilnehmen &#8211; die Logistik sowie Organisation der Expedition leitete der Geologe Artur Grisdrell, dessen Team nur sehr oberfl\u00e4chliche Nachforschungen angestellt hatten. Die wissenschaftliche Exkursion war nur ein Vorwand den sie f\u00fcr ihr damaliges Institut vorlegten um mehrere Finanzspritzen zu erhalten. Sie wollten aber nie nach arch\u00e4ologischen St\u00e4tten suchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie wollten keine Ruinen, keine Kultgegenst\u00e4nde. Aber was trieb sie an? Wonach suchten sie?&#8230; Gold. Diese Umwidmung der Expedition war keineswegs eine spontane Idee. Das halbe Gep\u00e4ck bestand aus modernen Ger\u00e4tschaften zur Goldsuche. Darunter Tr\u00f6ge, Schaufeln,Pickel und Werkzeuge zum Bau von Waschrinnen. Nicht umsonst hatte sich Eddy als Begleiter keine Arch\u00e4ologen gew\u00e4hlt, sondern Geologen. Sie kamen mit detaillierten Informationen \u00fcber m\u00f6gliche Goldvorkommen entlang der Zufl\u00fcsse des Gebirge nahe Zul Gurub und planten ihre Routen dementsprechend.<br><br>W\u00e4hrend Eddys Pr\u00e4sentation wurde ich das erste Mal etwas skeptisch als er uns die Routen erkl\u00e4rte. Wenn ich durch die mir letzte bekannte Vermessung richtig liege, w\u00fcrden wir unser eigentliches Ziel um mehrere Kilometer verfehlen. Doch ich vertraute Eddy &#8211; nach wie vor hatte er viel Erfahrung.<\/p>\n\n\n\n<p>Als wir aufbrachen war es f\u00fcnf Uhr nachmittags. Weiches Sonnenlicht str\u00f6mte in den Wald und brach sich in goldene Strahlen und Flecken, die \u00fcber dem Waldboden tanzten. Der ganze Wald um uns hallte von den Rufen unsichtbarer V\u00f6gel, Fr\u00f6sche und anderer Tiere. Ihre Lauten f\u00fcgten sich zu einem angenehmen Murmeln, dass immer wieder vom Kreischen zweier Aras in einem nahen Baum durchbrochen wurde. Die Temperatur betrug um die 30\u00b0. <em>&#8220;Hast es schon bemerkt?&#8221;<\/em> fragte Wes &#8211; Er streckte die H\u00e4nde aus und l\u00e4chelte.<em>&#8220;Hier gibt es keine Insekten&#8230;&#8221;<\/em><br><br>Er hatte Recht &#8211; von den schrecklichen Wolken blutsaugender M\u00fccken von denen man uns gewarnt hatte war weit und breit nichts zusehen. Als ich mich umschaute dachte ich bei mir, dass ich Recht gehabt hatte und das dieser Wald alles andere als der schauderhafte Ort war als den man ihn uns geschildert hatte. Er wirkte eher wie ein Paradies. Das beunruhigende Gef\u00fchl der Bedrohung, dass mich seit Eddys Vortrag bedr\u00fcckt hatte, legte sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir folgten einem Trampelpfad von Beutebucht aus Richtung Norden. Wohin sie auch kamen durchsuchten Eddy und seine Leute Bachbetten nach Goldkl\u00fcmpchen und hielten akribisch an jedem Goldst\u00fcck fest, das sie fanden. Die n\u00e4chsten drei Wochen verbrachten sie mit der Schwerstarbeit der Goldsuche. Sie arbeiteten hart und Wolkenbr\u00fcche machten ihnen zu schaffen. Wenn wir nicht Gold sch\u00fcrften, spielten wir Karten. Bald gingen ihnen Tabak und Kaffee aus und zu allem \u00dcbel brach mit Macht die Regenzeit herein.<br><br>Unser Kartografin und Routenvermisserin Isyldra Gutherz lie\u00df die Zelte packen und gab die letzte Route bekannt, wo wir unser Forschungscamp urspr\u00fcnglich geplant hatten. Von nun an w\u00fcrden wir uns einen radikalen Weg durch die \u00fcberwucherte Wildnis schlagen. Vor uns erstreckte sich ein grenzenloser Urwaldteppich in dem wir uns tagelang mit Macheten und S\u00e4gen einen Weg durch Ranken und Schlingpflanzen pfl\u00fcgten. Dahinter \u00f6ffnete sich ein Tal mit einer gr\u00fcn, goldenen H\u00fcgellandschaft auf der die Schatten der Wolken dahin zogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sah die Sonne auf den beiden B\u00e4chen glitzern, die sich hell und klar durch den Talgrund wanden. Mit Schlingpflanzen und Bl\u00fcten \u00fcberwucherte Baumriesen zogen sich die H\u00e4nge herunter. Die Baumwipfel wippten unter den Spr\u00fcngen unsichtbarer Affen. An einer Stelle neben dem Bach wo nur einige wenige B\u00e4ume standen und das Gestr\u00fcpp h\u00f6chstens zwei bis drei Meter hoch war &#8211; so das es sich leicht mit Macheten beseitigen lie\u00df &#8211; lediglich ein paar kleinere B\u00e4ume musste gef\u00e4llt werden.<br><br>Hier wollte Eddy wieder die Ger\u00e4tschaften f\u00fcr das Gold sch\u00fcrfen platzieren. Der Platz war aus einem dichten Feld von Helikonien, auch als falsche Paradiesvogelblume bekannt, heraus geschlagen worden. Aus den fleischigen St\u00e4ngel tropft noch der milchige Saft. Die rot-gelben Bl\u00fcten und dunkelgr\u00fcnen Bl\u00e4ttern lagen \u00fcberall herum und bedeckten fast die gesamte freie Fl\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Eddy sich zu uns umdrehte, sprach er: <em> <em>&#8220;<\/em>Packt euer Zeug! Nehmt euch eine Machete und sucht euch einen Platz f\u00fcr euer Zelt, dass ihr einrichten werdet.&#8221;<\/em> Er nickte in eine Richtung einer undurchdringlichen gr\u00fcnen Bl\u00e4tterwand. In der sich ein kleines, dunkles Loch \u00f6ffnete wie eine H\u00f6hle. Ich setzte meinen Rucksack auf und folgte Wes in die \u00d6ffnung zwischen den Bl\u00e4ttern. \u00dcber einem Schlammt\u00fcmpel hatte jemand drei Baumst\u00e4mme gelegt und dahinter f\u00fchrte der frisch gehauene Pfad eine zwei meterhohe B\u00f6schung herauf.<br><br>Wir kamen in einen tiefen, finsteren Wald dessen B\u00e4ume sich wie die riesigen S\u00e4ulen einer Kathedrale hoch \u00fcber uns zu einem unsichtbaren Gew\u00f6lbe erhoben. Ihre St\u00e4mme wurden von gewaltigen Wurzeln gest\u00fctzt. Viele B\u00e4ume wurden von W\u00fcrgefeigen umklammert. W\u00e4hrend sich meine Augen langsam an die Dunkelheit gew\u00f6hnten tobten die Affen in der Ferne weiter. In der Luft hing ein schwerer bet\u00e4ubender Duft aus Bl\u00fcten, Gew\u00fcrzen und F\u00e4ulnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Geologe Christian Hail tauchte vor mir auf. Er trug einen wei\u00dfen Lederhut, der im dunkeln strahlte wie ein Leuchtturm. <em>&#8220;Hallo ihr beiden! Willkommen!&#8221;<\/em> Ich sah mich um. Eddy und die anderen Elitesoldaten hantierten mit den Ger\u00e4tschaften. Es war ein ordentlichen Lager &#8211; effizient und gut organisiert&#8230; Ich ging f\u00fcnfzig Meter weit in den Wald hinein und hoffte auf dieser Entfernung auch nach Ankunft der \u00dcbrigen ein bisschen Privatsph\u00e4re zu haben. Im Urwald sind f\u00fcnfzig Meter weit. W\u00e4hrend wir arbeiteten brach in den Baumwipfeln ein Tumult los.<br><br>Ein Trupp Klammeraffen hatte sich in den \u00c4sten \u00fcber uns versammelt und sie schienen alles andere als erfreut zu sein. Sie kreischten und johlten, ehe sie weiter herunter kamen und warfen w\u00fctend mit Zweigen nach uns. Nachdem sie eine gute halbe Stunde lang protestiert hatten lie\u00dfen sie sich auf einen Ast nieder. Schnatterten und starrten mich dabei an wie ein exotisches Zootier.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Stunde sp\u00e4ter kam Eddy um mein Lager zu \u00fcberpr\u00fcfen. Mein Zelt gefiel ihm noch nicht und er zurrte ein wenig daran herum. Dann sah er die Affen an und murmelte: <em>&#8220;Hmm &#8211; das ist ihr Baum&#8221;<\/em> und schn\u00fcffelte ein wenig. <em>&#8220;Riechst du das?&#8230;Affenpisse.&#8221;<\/em> Ich haderte einen Moment, aber es war sp\u00e4t geworden und ich hatte keine Lust mir ein neues Lager zu suchen &#8211; ich hatte mich am Rand der Gruppe eingerichtet und war ein wenig besorgt, weil ich nach Einbruch der Dunkelheit einen guten Pfad brauchte um mich nicht im Wald zu verirren.<br><br>Binnen k\u00fcrzester Zeit brach die Nacht \u00fcber uns herein. Es war als h\u00e4tte jemand das Licht ausgemacht. Es wurde absolut schwarz. Die Ger\u00e4usche des Tages verwandelten sich in etwas Tieferes. Geheimnisvolleres und das Schrillen und Rascheln klang wie die Schreie der Verdammten.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap3\">Kapitel III &#8211; Bei Einbruch der Nacht<\/h2>\n\n\n<p>Pl\u00f6tzlich kamen auch die Insekten heraus. Als erstes die Sandm\u00fccken und zwar in Schw\u00e4rmen. Sie sind viel kleiner als eine normale M\u00fccke und sehen aus wie feine Staubk\u00f6rnchen, die durch das Licht der Fackel schwebten. Sie waren so klein, dass man sie nicht h\u00f6rte und normalerweise sp\u00fcrte man auch ihren Stich nicht.<br><br>Umso sp\u00e4ter es wurde desto mehr Sandm\u00fccken schwirrten um uns herum. Wir hatten nur das Licht der Fackeln mit dem die Soldaten die Nacht ein wenig zur\u00fcck dr\u00e4ngte. Wir kauerten uns in ihrem tr\u00fcben Schein inmitten dieses riesigen Urwaldes. Ich wollte den heutigen Tag unbedingt noch dokumentieren also lief ich auf die andere Seite des Lagers um mein Notizbuch zu holen. Den Hinweg schaffte ich problemlos, aber auf dem R\u00fcckweg sah pl\u00f6tzlich alles ganz anders aus als bei Tag. Ich blieb im dichten Gestr\u00fcpp h\u00e4ngen &#8211; mir wurde klar, dass ich von meinem improvisierten Pfad abgekommen war. Der n\u00e4chtliche Urwald war finster und laut. Die Luft schwer und s\u00fc\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Licht der Fackel wurde schw\u00e4cher und ich versuchte einige Minuten lang panisch alles damit sie wieder heller schien. Dann lie\u00df ich den Lichtstrahl \u00fcber den Waldboden gleiten &#8211; auf der Suche nach meinen Fu\u00dfabdr\u00fccken oder Anzeichen nach meinem Pfad den ich am Nachmittag ins Geb\u00fcsch geschlagen hatte. Als ich glaubte Spuren entdeckt zu haben folgte ich ihnen eilig und w\u00e4hrend ich mich durch das Unterholz bewegte sp\u00fcrte ich zunehmende Erleichterung bis ich pl\u00f6tzlich vor einem Baumriesen stand, den ich noch nie gesehen hatte.<br><br>In meiner Verwirrung war ich tiefer in den Wald gestolpert. Es dauerte eine Weile bis sich mein Atem beruhigt hatte und mein Puls nicht mehr raste. Ich konnte meine Begleiter weder h\u00f6ren noch das Licht ihrer Fackeln sehen. Einen Moment lang dachte ich daran Eddy um Hilfe zu rufen, doch beschloss ich, mich nicht gleich am ersten Tag des Camps l\u00e4cherlich zu machen. Nachdem ich den Boden abgesucht habe fand ich schlie\u00dflich meine eigenen Spuren wieder und ging den Weg zur\u00fcck. Tief \u00fcber die Erde gebeugt starrte ich ins Unterholz und lief erst dann weiter wenn ich den n\u00e4chsten Fu\u00dfabdruck oder die n\u00e4chste Spur entdeckt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Minuten sp\u00e4ter bemerkte ich auf den Boden ein frisch abgeschlagenes Blatt, aus dem noch der Saft tropfte und dann noch eins &#8211; ich war wieder auf dem richtigen Weg. Wie ein Vogel den Brotkrumen, folgte ich den abges\u00e4belten Bl\u00e4ttern und Ranken bis ich in der Mitte des Lagers angekommen war. Erleichtert und dankbar erkannte ich die H\u00e4ngematte von Samuel, einer der Soldaten des Trupps. Nun h\u00f6rte ich auch wieder ihre Stimmen und sah die Lichter der Fackeln zwischen der Vegetation.<br><br>Als ich eine zweite Runde um die H\u00e4ngematte drehte blieb ich pl\u00f6tzlich wie vom Schlag getroffen stehen. Im Lichtkegel der Fackel war eine riesige Schlange. Zusammengerollt lag sie auf dem Boden direkt neben dem dort liegenden Samuel und vielleicht zwei Meter von mir entfernt. Sie war nicht zu \u00fcbersehen, denn sie war das Gegenteil von gut getarnt. Selbst im tr\u00fcben Licht der Lampe schien sie noch zu leuchten. Die Zeichnung auf ihren schuppigen R\u00fccken stach deutlich aus dem Dunkeln hervor. Ihre Augen waren zwei leuchtende Punkte.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie starrte mich an &#8211; zum zusto\u00dfen bereit und z\u00fcngelte w\u00e4hrend ihr Kopf vor und zur\u00fcck zuckte. Das Licht der Fackel schien sie zu hypnotisieren, doch sie wurde bald wieder schw\u00e4cher. R\u00fcckw\u00e4rts brachte ich mich aus der Reichweite der Schlange, die gut drei Meter lang gewesen sein d\u00fcrfte. Ich hatte schon viele Begegnungen mit Giftschlangen und einmal wurde ich sogar von einer Klapperschlange in den Stiefel gebissen. Aber einem Reptil wie diesem hier hatte ich mich noch nie gegen\u00fcber gesehen. So erregt. So konzentriert. So erschreckend intelligent. Wenn sie angegriffen h\u00e4tte, h\u00e4tte ich keine Chance gehabt. <em>&#8220;Heeey &#8211; Jungs!&#8221;<\/em> rief ich.<br><br>Ich bem\u00fchte mich relativ ruhig zu klingen. <em>&#8220;Hier ist eine riesige Schla-aange!&#8221;<\/em> Eddy antwortete. <em>&#8220;Geh ein paar Schritte zur\u00fcck aber halte das Licht auf sie!&#8221;<\/em> Die Schlange r\u00fchrte sich nicht. Ihre gl\u00e4nzenden Augen fest auf mich gerichtet &#8211; es war still geworden im Wald. Wenige Sekunden sp\u00e4ter war Eddy zur Stelle und den Rest der Gruppe im Schlepptau. Ihre lodernden Fackeln schwankten durchs Dunkle. <em>&#8220;Verdammt!&#8221;<\/em> rief jemand. Eddy sprach klar. <em>&#8220;Bleibt zur\u00fcck!&#8221;<\/em> Er zog seine Machete aus der Scheide hackte einen jungen Ast ab und verwandelte ihn mit wenigen Hieben in einen zwei meterlangen Schlangenstock.<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8220;Ich werde sie aus dem Weg r\u00e4umen.&#8221;<\/em> Vorsichtig n\u00e4herte er sich der Schlange, dann stie\u00df er zu Boden. Die Schlange tobte, peitschte und schlug in alle Richtungen. Nun sahen wir erst wie lang sie wirklich war. Eddy bewegte die Gabel bis hinter ihren Kopf w\u00e4hrend sie weiter w\u00fctete. Ihr Schwanz vibrierte bedrohlich. W\u00e4hrend Eddy den Hals der Schlange mit der linken zu Boden dr\u00fcckte, packte er mit der Rechten ihren Kopf. Sie hatte das schneewei\u00dfe Maul weit aufgesperrt und entbl\u00f6\u00dfte ihre lange F\u00e4nge und verspritze eine hellgelbe Fl\u00fcssigkeit. W\u00e4hrend sie ihren Kopf wand um ihre Z\u00e4hne in Eddys Faust zu versenken, spritzte sie Gift auf seinen Handr\u00fccken &#8211; sofort warf die Haut blasen. Er rang die Schlange zu Boden und kniete sich auf ihrem zappelnden K\u00f6rper. Mit der linken zog er ein Messer von seinem G\u00fcrtel.<br><br>Mit einem Ruck schnitt er den Kopf ab und spie\u00dfte ihn mit dem Messer auf dem Boden. Erst dann lie\u00df er den K\u00f6rper los. W\u00e4hrend des Kampfes hatte er kein Wort gesagt, auch wir \u00dcbrigen hatten erstarrt geschwiegen. Er stand auf, wusch sich die Hand und brach endlich das Schweigen. <em>&#8220;Tut mir Leid, dass ich sie nicht gleich beseitigen konnte, aber ich musste erst das Gift abwaschen.&#8221;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter gestand er mir, er sei ein wenig in Sorge gewesen, das Gift w\u00fcrde in eine Wunde auf seiner Hand laufen. Wir starrten die leblose Schlange an und langsam kehrten die Ger\u00e4usche der Nacht zur\u00fcck. <em>&#8220;Sie ist ein Weibchen, die sind in der Regel immer aggressiver &#8211; Wir k\u00f6nnten sie essen, sie schmecken gar nicht schlecht aber wir sollten in die Zelte. Sie kommen selten alleine&#8221;<\/em> sprach er weiter. Wir tauschten noch einige Blicke und teilten die Sorgen ehe wir alle z\u00fcgig in die Zelte verschwanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich lies mich in mein Gemach fallen aber konnte nicht schlafen. Der Wald hallte vor L\u00e4rm &#8211; es war viel lauter als tags\u00fcber. Ich lag in der Finsternis, lauschte dem Konzert des Lebens und musste an die t\u00f6dliche Perfektion und die nat\u00fcrliche W\u00fcrde der Schlange denken. Es tat mir Leid, dass wir sie t\u00f6ten mussten &#8211; gleichzeitig war ich aufgew\u00fchlt weil ich ihr knapp entkommen war. Ein Biss dieser Schlange h\u00e4tte mein Leben f\u00fcr immer ver\u00e4ndert, wenn ich ihn denn \u00fcberlebt h\u00e4tte. Auf seltsamerweise sch\u00e4rfte die Begebenheit mein Bewusstsein f\u00fcr diesen Ort. Ein Ort, der uns in der Tat nicht wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Am folgenden Tag w\u00fcrden wir die Ruinen betreten. Bei den ersten Sonnenstrahlen waren die tosenden Baumwipfeln voller gr\u00f6lender Br\u00fcllaffen die mich aus meinem knappen Schlaf rissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das Camp schien wie ausgestorben&#8230;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p id=\"kap4\">Herausgeber: Bob Manboo<\/p>\n\n\n\n<p>Das war der erste Teil der Doku-Thriller Reihe, die die wahren Begebenheiten einer Expeditionsreise von Bob Manboo wiedergeben.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap4\">Danksagung<\/h2>\n\n\n<p>Diese B\u00fccherreihe widme ich meiner Familie und Freunde.<br>Meiner Ehefrau Berla Manboo und unsere Kinder Wilbur und Karla.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; M\u00f6gen sie in Frieden ruhen &#8211;<br><br>Eine Inspiration f\u00fcr mich diese B\u00fccher zustarten<br>war allen voran Miss Enestress und ihr Lebenswerk. &#8220;Das Skriptorium&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>Bestellt das n\u00e4chste Buch bei eurem \u00f6rtlichen Buchhandel schon jetzt vor!<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"book_footer\">Buchinformationen &amp; Anh\u00e4nge<\/h5>\n\n\n<div class=\"su-spoiler su-spoiler-style-fancy su-spoiler-icon-chevron su-spoiler-closed\" data-scroll-offset=\"0\" data-anchor-in-url=\"no\"><div class=\"su-spoiler-title\" tabindex=\"0\" role=\"button\"><span class=\"su-spoiler-icon\"><\/span>Total RP 3 Extended Item-Code (Klicken zum erweitern\u2026)<\/div><div class=\"su-spoiler-content su-u-clearfix 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