{"id":3608,"date":"2022-08-11T00:35:48","date_gmt":"2022-08-10T23:35:48","guid":{"rendered":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?post_type=rcno_review&#038;p=3608"},"modified":"2022-08-11T00:35:49","modified_gmt":"2022-08-10T23:35:49","slug":"eine-schwarzfischgeschichte-band-1","status":"publish","type":"rcno_review","link":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?rcno_review=eine-schwarzfischgeschichte-band-1","title":{"rendered":"Eine Schwarzfischgeschichte &#8211; Band 1"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-kapitanin-erzahlt-nordend\">Die Kapit\u00e4nin erz\u00e4hlt &#8211; Nordend<\/h1>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"prolog\">Prolog<\/h2>\n\n\n<p>Kurz zu meiner Person: Ich hei\u00dfe Setsun Sato oder genau genommen eher Kapit\u00e4n Setsun Sato. Denn ich bin jene Frau, welche die Kapit\u00e4nin der Schwarzfische ist. Jene Mannschaft, die ihr Schiff und ihre Heimat, <em>Die leichte Brise<\/em>, einmal die Woche f\u00fcr Fremde \u00f6ffnet, um sie f\u00fcr einen geselligen und lustigen Schiffstavernenabend einzuladen. Oder vielleicht kennt man uns auch von den unz\u00e4hligen M\u00e4rkten oder anderen Veranstaltungen, bei denen wir Speisen und Getr\u00e4nke ausschenken.<\/p>\n\n\n<p><!--more Weiterlesen--><\/p>\n\n\n<p>Viele Leute denken, man w\u00e4re bereits immer Kapit\u00e4n gewesen. Als w\u00e4re man regelrecht mit dieser W\u00fcrde geboren worden. Vielleicht trifft das bei einigen Leuten zu, bei mir hingegen war das nicht der Fall. Ich hatte eigentlich nie wirklich etwas mit der Seefahrt am Hut, vielmehr liebte ich den Wald mit seinen schattigen Pl\u00e4tzen und dem lieblichen Vogelgesang.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch, wie so oft, kommt es im Leben anders, als man denkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schicksal wollte es, dass ich einst auf einem Schiff landete, das <em>Die leichte Brise <\/em>genannt wurde, damals noch unter einem anderen Kapit\u00e4n. Es war interessant, was g\u00e4nzlich anderes, als ich bisher kannte und ich hatte das \u00fcberw\u00e4ltigende Gef\u00fchl von Freiheit. Es war mein erster richtiger Kontakt mit der Seefahrt, abgesehen von den paar einfachen \u00dcberfahrten, die ich als Gast auf fremden Schiffen vorher gemacht hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch es war noch zu fr\u00fch f\u00fcr mich und die Schwarzfische. Damals musste ich noch zu mir selbst finden und so trennten sich erst einmal die Wege zwischen mir und den Fischen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich probierte andere Dinge aus, haupts\u00e4chlich Handel. Eine Taverne namens &#8211; <em>Zur schwarzen Kr\u00e4he<\/em> &#8211; nannte ich kurze Zeit meins. Danach war es ein Spielzeugladen. Doch alle diese Dinge f\u00fcllten mich nicht aus. Die Freiheit, die ich einst auf der <em>Leichten Brise<\/em> erlebt hatte, zog mich wieder in den Bann. Und so schloss ich mich schlie\u00dflich doch den Schwarzfischen an und erlebte eine spannende und erf\u00fcllende Zeit. Ich bew\u00e4hrte mich, stieg in der Hierarchie immer weiter auf und wurde letztendlich die Kapit\u00e4nin. Dieses Amt und diese Ehre f\u00fclle ich nun seit bereits zwei, bald schon drei Jahren aus und bin es immer noch nicht leid, im Gegenteil, ich habe endlich meine Bestimmung gefunden. Sicher, am Anfang war es schon ein wenig holprig und mache Tasse liegt nun auf dem Scherbenfriedhof, aber am Ende legte sich der Sturm und wir fuhren in ruhigere Gew\u00e4sser.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Ziel ist es, den Schwarzfischen eine Heimat zu schenken, nicht einfach nur einen Arbeitsplatz in der Gastronomie. F\u00fcr alle jene, die denken, sie seien alleine, oder ohne Ziel, gibt es in der Mannschaft Platz. Eine Mannschaft, deren wichtigstes Ziel der Zusammenhalt ist. Denn ohne Zusammenhalt k\u00f6nnten wir niemals durch Sturm und hohe See segeln, k\u00f6nnten wir niemals die Ufer fremder L\u00e4nder ansteuern und den dortigen Gefahren trotzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir stehen zusammen, wir sind eine Mannschaft, denn wir sind die Schwarzfische!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Anmerkung:&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich werde in meinen Geschichten weder die Namen meiner Mannschaftskameraden erw\u00e4hnen, noch die Au\u00dfenstehender. Man m\u00f6ge dies mir verzeihen, denn m\u00f6glicherweise m\u00f6chte der eine oder die eine nicht genannt werden und so entgehe ich m\u00f6glichen Beschwerden. Au\u00dferdem geht es hier um die Mannschaft als Ganzes und nicht um einzelne Individuen. Ich danke dem lieben Leser f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgeschrieben wurden die Geschichten von Kari Sha\u2019thar.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"inhalt\">Inhalt<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-premium-container premium-container premium-container__stretch_false premium-container__boxed false\" style=\"text-align:left;min-height:NaNpx;background-color:transparent;border-style:none;border-width:1px;border-radius:px;border-color:;background-image:;background-repeat:no-reapet;background-position:top center;background-size:auto;background-attachment:unset;box-shadow:0px 0px 0px  \"><div class=\"premium-container__content_wrap premium-container__top\" style=\"max-width:100%;min-height:NaNpx\"><div class=\"premium-container__content_inner\">\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"#kap01\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap01\">Kapitel 1 &#8211; Am Anfang war eine Reise<\/a><\/li><li><a href=\"#kap02\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap02\">Kapitel 2 \u2013 Nordend<\/a><\/li><li><a href=\"#kap03\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap03\">Kapitel 3 \u2013 Ein Ritt macht noch keinen Reiter aus<\/a><\/li><\/ul>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\" id=\"kap01\">Kapitel 1 &#8211; Am Anfang war eine Reise<\/h2>\n\n\n<p>Es war einmal eine Mannschaft\u2026 so w\u00fcrde jedes M\u00e4rchen anfangen, aber hier m\u00f6chte ich nicht von einer erfundenen Geschichte berichten, sondern von einer wahrhaft erlebten. Am Anfang war eine Reise. Eine Reise nach Nordend. Warum, m\u00f6chte der geneigte Leser gerne wissen? Nun, ganz einfach, weil ein Freund der Mannschaft uns fragte. Der Auftrag war einfach. Wir sollten ihn und seine Reisegruppe nach Nordend bringen. Das klingt zun\u00e4chst einmal recht einfach, doch wir reden hier von Nordend. Eine Gegend, die nicht ungef\u00e4hrlich ist, eine Gegend, in der es &#8211; in jetziger Zeit sogar noch h\u00e4ufiger &#8211; Ger\u00fcchte gab \u00fcber unheimliche Wesen und Begegnungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das schreckte die Mannschaft nicht und so setzten wir die Segel gen Norden. Die \u00dcberfahrt selbst war gar nicht das Problem, Probleme kamen erst, als wir an Land gehen, oder besser, die Reisegruppe an Land bringen wollten. Das Dorf, in dem wir anlegten, sah schon nicht sehr einladend aus. Zur Sicherheit lie\u00df ich die Kanonen besetzen und feuerbereit machen, eine ganz normale Sicherheitsvorkehrung. Aber auch das Dorf hatte Kanonen, die die ganze Zeit auf uns gerichtet waren. Kein angenehmes Gef\u00fchl.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst einmal passierte nichts. Wir legten an und die Reisegesellschaft stieg aus. Wir wechselten gerade noch ein paar warme Worte, als das Gerede von einem Schatten aufkam. Die Mannschaft blickte sich nerv\u00f6s um, doch da war nichts. Genau in diesem Moment ert\u00f6nte ein ohrenbet\u00e4ubendes Grollen. Wir zuckten vor Schreck alle zusammen und dann erschien er. Ein riesiger Frostwyrm. Und er kam vom Meer. Ich stand in einer denkbar ung\u00fcnstigen Position, auf dem Steg, vor mir die Reisegruppe und dahinter das Dorf und hinter mir die <em>Leichte Brise<\/em> und das Monster. Das Vieh kam schnell n\u00e4her und als es \u00fcber dem Schiff war, spie es Feuer. Die Flammen fra\u00dfen sich durch die Segel und lie\u00dfen den Kreuzmast &#8211; der hinterste Mast, direkt am Steuerrad &#8211; wie eine Kerze entz\u00fcnden. Doch zum Gl\u00fcck brannte nicht das ganze Schiff ab. Die Mannschaft nutzte zum Schrubben der Planken das <em>1A Plankenklar<\/em>, ein Mittelchen, dass die Poren des Holzes versiegelt und so dem Feuer weniger Nahrung bietet. Es \u00fcberraschte mich ein wenig, dass die Mannschaft auch den Mast damit eingerieben hatte, wodurch der Schaden sich in Grenzen hielt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Frostwyrm landete dann tats\u00e4chlich in der Dorfmitte und ich war den Bewohnern dieses \u00d6rtchens dankbar, dass sie vorher nicht das Feuer aus ihren Kanonen auf das Vieh er\u00f6ffnet hatten. Die<em> Leichte Brise <\/em>w\u00e4re so vermutlich noch st\u00e4rker in Mitleidenschaft gezogen worden, als es bereits das Feuer getan hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber jetzt war das Monster am Boden, also st\u00fcrmten alle in die Mitte des Dorfes, um das Mistvieh zu erledigen. Na ja, also zumindest die Leute aus dem Dorf und die Reisegesellschaft, die wir nach Nordend gebracht hatten. Wir Fische sind gr\u00f6\u00dftenteils Nahk\u00e4mpfer und nicht sehr erfahren in solchen Dingen. Nur eine unserer Bogensch\u00fctzin ging mit und er\u00f6ffnete das Feuer in unserem Namen.<\/p>\n\n\n\n<p>Lichtwerkerin tr\u00e4nkte einige Pfeile mit Licht, doch der Kreatur waren jede Art von Pfeile einerlei. Wir konnten erkennen, wie die Magie von allen Seiten auf den Frostwyrm einprasselten. Arkan, Druidisch, Feuer, Licht, im Prinzip war praktisch alles bis auf Leere vertreten. Man m\u00f6chte ja meinen, so viel Macht w\u00fcrde das Monster klein bekommen, aber falsch gedacht. Es vertrug eine ganze Menge und wehrte sich mit allem, was es hatte, seinem riesigen Maul, dem Schwanz, den Fl\u00fcgeln und den Klauen. Es sah f\u00fcr die Verteidiger schon schlecht aus, als ich zu einer der Kanonen rannte, die zum Dorf ausgerichtet war, zielte und schoss.<\/p>\n\n\n\n<p>Gut, war nicht zwingend die schlauste Idee, aber jeder der mal in Gefahr war, kennt das Gef\u00fchl etwas machen zu m\u00fcssen. Und wenn das Schiff schon Kanonen besitzt, wieso sollte man sie nicht auch einsetzen? Und man glaubt es kaum, ich traf. Also fast. Also ich streifte das Vieh\u2026 leicht. Immerhin konnte ich es so ablenken, so dass die Verteidiger eine Chance bekamen, sich zu sammeln und noch einmal mit vereinten Kr\u00e4ften gegen das Monster vorzugehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Vieh war endlich geschw\u00e4cht und trat den R\u00fcckzug an. Ich wollte dem Frostwyrm noch einen freundlichen, eisernen Gru\u00df hinterher senden, doch leider war die Kreatur schneller au\u00dfer Reichweite, als ich nachladen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir konnten durchatmen und begannen uns um die Verletzten zu k\u00fcmmern. Zum Gl\u00fcck gab es keine Toten unter der Mannschaft, jedoch genug Rippenbr\u00fcche, Prellungen, fehlender Arm und eingerissene N\u00e4gel, um uns auf Trab zu halten. Bei den Dorfbewohnern sah das leider wesentlich schlechter aus. Hier waren mehrere Tote zu beklagen und die Verletzungen waren von der Anzahl her h\u00f6her und sehr viel gravierender.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ach ja, aber einen schweren Verlust mussten wir dann doch hinnehmen. Die Bogensehne unserer Bogensch\u00fctzin war gerissen, woran ich vermutlich eine gewisse Teilschuld trug. Tragischerweise war die Kugel, die ich abgefeuert hatte, in einem Stapel Kisten gelandet und die herumfliegenden Splitter hatten die Sehne des Bogens in Mitleidenschaft gezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie dem auch sei, die Mannschaft war von Bord gegangen, um die Verletzten zu versorgen, da tauchte dieses Mistvieh pl\u00f6tzlich wieder auf. Es hatte nur einen gro\u00dfen Bogen gemacht und sich \u00fcber den Wolken versteckt. Jetzt st\u00fcrzte sich der Wyrm wieder auf die Siedlung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ballisten aus dem Dorf wurden abgefeuert und trafen auch. Doch noch immer fand das Vieh kein Ende. Verdammt z\u00e4hes Ding!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich eilte zur\u00fcck aufs Schiff zu der frisch geladenen Kanone, um dem Monster endlich den Rest zu geben. Die Verletzten wurden w\u00e4hrenddessen eilig in Sicherheit gebracht und der ein oder andere aus der Mannschaft eilte wieder zum Schiff, um dieses zu verteidigen. Denn wenn es um die <em>Leichte Brise<\/em> geht, dann verteidigen wir sie mit Klauen und Z\u00e4hnen, wenn wir m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schoss und dieses Mal traf ich besser. Leider st\u00fcrzte der Frostwyrm dadurch auf unser Mitteldeck und brachte das ganze Schiff zum Schwanken. Und das Mistvieh war immer noch nicht tot. Es war zu schwach, um noch einmal abzuheben, aber es war auch am Boden ein ernstzunehmender Gegner. Der peitschende Schwanz zerschmetterte einen Teil des Hauptmastes, w\u00e4hrend immer mehr Leute aus der Mannschaft sich versammelten, um die Kreatur zu bek\u00e4mpfen, die ihre Heimat bedrohte. Irgendjemand gab dem Frostwyrm dann schlie\u00dflich den Gnadensto\u00df, ich konnte jedoch nicht erkennen, wer es war, ich war dabei zu weit weg gewesen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch jetzt standen wir vor gro\u00dfen Herausforderungen. Der Hauptmast war schwer in Mitleidenschaft gezogen, der Kreuzmast zerst\u00f6rt worden und uns blieb nur noch der Fockmast, mit dem wir alleine jedoch keinen noch so kleinen Sturm \u00fcberleben w\u00fcrden. Dazu lag eine riesige, tote Kreatur auf unserem Mitteldeck. Wir waren also f\u00fcr eine Weile in Nordend gestrandet.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\" id=\"kap02\">Kapitel 2 &#8211; Nordend<\/h2>\n\n\n<p>Die Mannschaft nahm es nicht ganz so gut auf. Die Moral war auf dem Tiefstand und in den Augen der Meisten stand die Angst. Ein paar Beruhigungsmittel mussten verteilt werden, damit niemand vor lauter Panik ins Meer sprang, um zur\u00fcck nach Sturmwind zu schwimmen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich versuchte alle zu bes\u00e4nftigen und zu versichern, dass die Brise schon schlimmeres \u00fcberstanden h\u00e4tte. Aber ganz ehrlich? Mir fiel keine Situation ein, in der das tats\u00e4chlich so gewesen w\u00e4re. Immerhin sch\u00f6pfte nach meiner Rede der ein oder andere wieder Mut und konnte die Nacht \u00fcber durchschlafen. Ich konnte mir diesen Luxus nicht erlauben. Ich \u00fcberlegte und plante und verwarf und hatte immerhin am Ende eine Idee.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag ging ich zum B\u00fcrgermeister des Dorfes und besprach die Angelegenheit mit ihm. Da wir dem Dorf geholfen hatten und dies auch noch weiterhin taten, sollte er und die Bewohner der Siedlung uns helfen, einen Ersatzmast zu organisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der B\u00fcrgermeister stellte uns einen Holzf\u00e4ller, ein paar Magier und einige Schreiner zu Verf\u00fcgung, fehlte nur noch der passende Baum, aus dem wir einen Hauptmast machen konnten. Es konnte nicht irgendein Baum sein, er brauchte eine bestimmte Breite und H\u00f6he. Au\u00dferdem musste er stabil genug sein, um einen Sturm \u00fcberstehen zu k\u00f6nnen. Und genau diesen Baum zu finden, war das gr\u00f6\u00dfte Problem. F\u00fcr das F\u00e4llen hatten wir ja den Holzf\u00e4ller, um ihn zu transportieren die Magier und um ihn zu bearbeiten die Schreiner. Wir kannten uns aber in Nordend nicht aus und auch wenn hier unz\u00e4hlige hohe B\u00e4ume wuchsen, so musste unserer doch noch mehr Anspr\u00fcchen gen\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Problem war der tote Frostwyrm an Deck der Brise. Doch zum Gl\u00fcck halfen hier die Magier, lie\u00dfen den Kadaver in die Luft und weg vom Schiff schweben, so dass wir wieder anst\u00e4ndig auf dem Schiff agieren konnten. Dadurch hatten wir auch wieder bessere M\u00f6glichkeiten, den Verwundeten zu helfen. Der zerst\u00f6rte Hauptmast musste schlie\u00dflich auch noch entfernt werden. Es gab wirklich viel zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Gl\u00fcck fiel dem Holzf\u00e4ller ein, wo wir so einen passenden Baum f\u00fcr den Mast finden konnten. Und so zogen wir los. Sicher, wir h\u00e4tten das die Dorfbewohner alleine machen lassen, aber wie s\u00e4he das aus? Die Umgebung war alles andere als sicher, da konnten wir die Einheimischen doch unm\u00f6glich die ganze Arbeit \u00fcberlassen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Um nicht eine gewaltige Karawane auszur\u00fcsten, zogen wir nur zu Dritt los, zusammen mit dem Holzf\u00e4ller und einigen Magiern, au\u00dferdem unseren Koch mit Pferdekarren, damit wir den Baumstamm nach dem F\u00e4llen zum Schiff transportieren konnten. Der Rest der Mannschaft blieb unter dem Kommando meines ersten Maats auf dem Schiff. Auch wenn die <em>Leichte Brise<\/em> unser aller Heimat war, so sch\u00e4rfte ich ihr doch ein, dass mir das Leben eines Mannschaftsmitgliedes mehr wert war, als das Schiff. Mein erster Maat verstand, ist ja nicht ohne Grund mein erster Maat.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir marschierten also los und schon kurze Zeit sp\u00e4ter fanden wir auch einen passenden Baum, wie uns der Holzf\u00e4ller versprochen hatte. Der Baum war schnell gef\u00e4llt und dank der Magier schlie\u00dflich auch auf den Karren des Kochs gepackt. Wir waren bereit f\u00fcr die R\u00fcckfahrt, doch da raschelte es pl\u00f6tzlich um uns herum. Ich wies unseren Koch an, sofort loszufahren und Baumstamm, Magier und Holzf\u00e4ller mitzunehmen. Ich wollte niemanden davon in Gefahr bringen und der Stamm musste ganz dringend zur\u00fcck zur <em>Leichten Brise<\/em>. Denn ohne den Ersatzmast w\u00fcrde das Schiff nicht ablegen k\u00f6nnen und die Mannschaft m\u00fcsste hier in Nordend versauern. Das wollte ich auf keinen Fall zulassen. Mein Ziel war es, so viele Mannschaftsmitglieder wie m\u00f6glich nach Hause zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum rumpelte der Karren davon, tauchten sie auf. Zwei untote Hirsche und ein untoter B\u00e4r. Drei lebende Leichen gleichzeitig. Sehr ungew\u00f6hnlich. Wir drei verteilten uns, meine Steuerfrau, meine Schwester und ich und machten uns auf einen Angriff bereit. Zum Gl\u00fcck konzentrierten sich die drei Monster nur auf uns und lie\u00dfen den Karren ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem, unsere Situation sah alles andere als gut aus.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\" id=\"kap03\">Kapitel 3 &#8211; Ein Ritt macht noch keinen Reiter aus<\/h2>\n\n\n<p>Alles ging furchtbar schnell. Es war keine Zeit, sich eine Taktik zurechtzulegen, der untote B\u00e4r ging sofort auf mich los und das mit rasender Geschwindigkeit. Leider war das Vieh keins von der kleinen Sorte, sondern gro\u00df genug, um mich mit zwei Happen verspeisen zu k\u00f6nnen. In diesem Moment war ich \u00fcber zwei Dinge froh.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum einen hatte ich mich, bevor wir nach Nordend gefahren waren, informiert. Ich hatte mir die passenden B\u00fccher aus dem Skriptorium geben lassen und wusste daher, was mir bevorstand. Und zum Anderen war ich froh, dass ich flink und akrobatisch war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ber\u00fchrung mit der Kreatur w\u00fcrde mir meine Kraft rauben, daher vermied ich dies tunlichst. Ich t\u00e4nzelte geschickt nach hinten weg, als der untote B\u00e4r mich angriff. Klaue, schnappenden Kiefer, wieder die Klaue. Ich entging den Angriffen jedes Mal um Haaresbreite, doch langsam gingen mir die M\u00f6glichkeiten aus. Hinter mir tauchte ein Baum auf und begrenzte meine Ausweichm\u00f6glichkeiten. Und dann hatte ich richtig Pech, als ich \u00fcber eine Wurzel stolperte und fast der L\u00e4nge nach hinfiel. Jetzt w\u00e4re ich leichte Beute gewesen, wenn ich nicht noch ein Ass im \u00c4rmel gehabt h\u00e4tte. Ich wandelte mich in einen Worgen. Ich wurde gr\u00f6\u00dfer und st\u00e4rker und fing mich wieder. Aber trotzdem w\u00fcrde ich nicht mehr viel l\u00e4nger ausweichen k\u00f6nnen. Da kam mir eine Idee. Ich nahm meinen Umhang, drehte ihn zu einer Art Seil, schlang es dem untoten B\u00e4ren um den Hals, riss erst einmal wild daran und sprang schlie\u00dflich mit viel Schwung auf dessen R\u00fccken. Vielleicht nicht die beste Idee von mir, aber in der Not musste man nehmen, was man bekam. Ich war bis auf die Pfoten und Pranken von der Ber\u00fchrung der Kreatur gesch\u00fctzt, aber deshalb alles andere als in Sicherheit. Das Vieh bockte wie wild und versuchte mich abzuwerfen. Ich k\u00e4mpfte dagegen an, doch kamen bei den wilden Bewegungen immer meine Pfoten mit dem untoten Wesen in Ber\u00fchrung. Und das sp\u00fcrte man. Jede Ber\u00fchrung verursachte Schmerzen und zog an meiner Kraft. Ich machte mir Sorgen, ich k\u00f6nnte abgeworfen werden, denn dann war es aus mit mir. Ich biss die Z\u00e4hne zusammen und hielt weiter aus, bis die Kreatur sich ein wenig beruhigte. Die kurze Zeit, in der es nicht mehr bockte und wild um sich sprang, nutzte ich, zog meinen Dolch und rammte ihn dem B\u00e4ren in den Sch\u00e4del. Das war gar nicht so einfach und ich brauchte mehrere Versuche, doch schlie\u00dflich erreichte ich mein Ziel. Als das Wesen zusammenbrach, konnte ich mich gerade noch rechtzeitig abrollen, um nicht unter der Masse begraben zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Erste der drei Viecher war besiegt. Ich schaute mich nach den Anderen um. Meine Schwester war verletzt worden, das Geweih des einen Hirsches hatte sie an den Baum genagelt, doch von irgendwoher war die Bogensch\u00fctzin gekommen und half.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Steuerfrau stand dem anderen untoten Hirschs gegen\u00fcber und war arg in Bedr\u00e4ngnis. Ich st\u00fcrmte zu ihr und krachte in die Seite des Viehs, um es von seinem Opfer abzulenken. Es klappte, zumindest kurz. Die Kreatur war von meiner Steuerfrau schon ordentlich zerschnitten worden, aber immer noch war keine Schw\u00e4che zu bemerkten. Und schon wieder st\u00fcrmte es auf meine Kameradin los.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich machte es \u00e4hnlich wie beim B\u00e4ren, schwang mich auf den Hirsch, doch hier hatte ich nicht an das Geweih gedacht. Der Kopf des untoten Hirschs ruckte hoch und die Enden des Geweihs trafen mich schmerzhaft. Ich blieb trotzdem sitzen, hielt mich irgendwie fest und das Vieh begann zu bocken. Immerhin griff es so die Steuerfrau nicht an, die aber auch nicht unt\u00e4tig blieb. Sie schlug nach den Beinen der Kreatur und traf. Der Hirsch kippte um. Leider konnte ich mein Bein nicht schnell genug wegziehen und so krachte das ganze Gewicht des untoten Dings schmerzhaft darauf. Aber nicht nur das Gewicht auf mein Bein tat weh, nein, besonders der Entzug meiner Kraft war es, der mich alles nur noch durch einen Schleier sehen lie\u00df. Ich bekam mehrere Treffer durch das Geweih ab, denn das Vieh bewegte sich immer noch. Es wurde immer dunkler und k\u00e4lter um mich herum und die Kraft verlie\u00df mich mehr und mehr. Ich war kurz davor, endg\u00fcltig das Bewusstsein zu verlieren, da raffte ich mich noch einmal auf, nahm alle meine verbliebene Kraft zusammen und stemmte mein Bein unter der Kreatur hervor und rollte mich zur Seite weg. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie die Steuerfrau dem untoten Hirsch den t\u00f6dlichen Schlag versetzte und gestattete mir, kurz erleichtert aufzuatmen. Ich krabbelte ein St\u00fcck weg und hatte selbst dazu kaum gen\u00fcgend Kraft. Aber ich wusste nicht, ob die anderen noch in Gefahr waren, daher nahm ich etwas aus meinem Beutel und schluckte es. Ich setzte mich auf und langsam begann meine Sicht wieder klarer zu werden. Gl\u00fccklicherweise hatte die Bogensch\u00fctzin und meine Schwester es geschafft, den zweiten untoten Hirsch zu besiegen, der Kampf war also vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich aufstand, merkte ich, dass ich mein Bein nicht mehr richtig belasten konnte. Es war zum Gl\u00fcck nichts gebrochen, aber zum Fortbewegen brauchte ich Hilfe. Meine Steuerfrau und die Bogensch\u00fctzin hatten mehrere Knochenbr\u00fcche davongetragen, aber die Verletzungen meiner Schwester waren noch gravierender. Es war schon ein Wunder, dass ich am Ende diejenige war, die die wenigsten Verletzungen davongetragen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir schafften es irgendwie zur\u00fcck ins Dorf und auf das Schiff, wo wir unsere Wunden versorgen konnten. Ich hatte kaum noch Kraft, die Augen offenzuhalten, doch bevor ich nicht wusste, wie es meinen Sch\u00fctzlingen ging, konnte ich der Versuchung nicht nachgeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dank druidischer Magie konnte die Verletzung meiner Schwester geheilt werden. Sie \u00fcberlebte ihre schwere Verwundung zum Gl\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag machten sich die Schreiner ans Werk und bereiteten den Hauptmast vor, dann wurde er aufs Schiff gebracht, aufgerichtet und mit Hilfe von Tauen und Holzbalken gesichert. Das dauerte schlie\u00dflich noch einen weiteren Tag, aber dann waren auch die Ersatzsegel angebracht. Wir konnten endlich los und stachen am Morgen des n\u00e4chsten Tages in See. Die R\u00fcckfahrt nach Sturmwind verlief ruhig und zum Gl\u00fcck ohne Zwischenf\u00e4lle, hatten wir doch in Nordend schon genug erlebt. Als wir endlich am Hafen an unserem bekannten Steg anlegten, ging ich von Bord, kniete mich nieder und k\u00fcsste die Holzbohlen. Sturmwind hatte uns wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies war unsere nervenaufreibende Fahrt in den Norden, wer weitere Einzelheiten wissen m\u00f6chte, der kann zum Hafen kommen. Dort wartet die Leichte Brise einmal in der Woche stolz auf Besucher und die Mannschaft der Schwarzfische freut es, besagte Besucher zu bewirten und von ihren unglaublichen Abenteuern zu berichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Eure Kapit\u00e4nin Setsun Sato von den Schwarzfischen<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"book_footer\">Buchinformationen &amp; Anh\u00e4nge<\/h5>\n\n\n<div class=\"su-spoiler su-spoiler-style-fancy su-spoiler-icon-chevron su-spoiler-closed\" data-scroll-offset=\"0\" data-anchor-in-url=\"no\"><div class=\"su-spoiler-title\" tabindex=\"0\" role=\"button\"><span class=\"su-spoiler-icon\"><\/span>Total RP 3 Extended Item-Code (Klicken zum erweitern\u2026)<\/div><div class=\"su-spoiler-content su-u-clearfix 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