{"id":3670,"date":"2022-11-24T04:21:37","date_gmt":"2022-11-24T03:21:37","guid":{"rendered":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?post_type=rcno_review&#038;p=3670"},"modified":"2023-04-19T23:39:31","modified_gmt":"2023-04-19T22:39:31","slug":"eine-poesie-von-schmerz","status":"publish","type":"rcno_review","link":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?rcno_review=eine-poesie-von-schmerz","title":{"rendered":"Eine Poesie von Schmerz"},"content":{"rendered":"\n<p>Poesie aus dem Wort: Schmerz. Manchmal sehen wir ihn und manchmal nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Definition von Schmerz, in einem Kontext, der f\u00fcr manch einen klar und f\u00fcr ein anderen unklar erscheinen kann.<\/p>\n\n\n<p><!--more Weiterlesen--><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-left\" id=\"inhalt\">Inhalt<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-premium-container wp-block-premium-container premium-block-1ab68fc2-cded-4259-b531-ca116c3e665f  premium-blocks-1ab68fc2-cded-4259-b531-ca116c3e665f  alignfull premium-is-root-container\" style=\"background-repeat:no-repeat;background-position:center center;background-size:cover;background-attachment:unset;box-shadow:0px 0px 0px rgba(0,0,0,0)  ;border-style:solid;border-color:rgba(0,0,0,0)\"><div class=\"premium-row__block_overlay\"><\/div><div class=\"premium-container-inner-blocks-wrap\">\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"#kap01\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap01\">Der Schmerz, der in einem ruht<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap02\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap02\">Verbunden, und doch getrennt<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap03\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap03\">Leben, aber nicht geliebt werden<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap04\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap04\">Durchschlagen, aber nicht zerbrochen<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap05\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap05\">Der Schmerz, der hinaus schreit<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap06\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap06\">Und zeigt, dass wir am Leben sind<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap01\">Der Schmerz, der in einem ruht<\/h2>\n\n\n<p>An einem Bach, in der N\u00e4he des Waldes, da stand ich. Gewusst, dass ich \u00fcber den Fluss komme. Meine Beine, wie Metall, sie schlugen und schrien &#8211; Ich habe es nicht vernommen. Der erste Schritt ins kalte Nass, ein Schauer durchzog den Nacken &#8211; Trieb mich nieder, auf die Knie.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war der Schmerz, der zu mir spricht. Diesen Schmerz, den werde ich nie vergessen. Es war mein Schmerz &#8211; Schmerz, der in einem ruht &#8211; In jedem von uns. Wir verweilen, wir leben und wir weinen. Irgendwann, da steht jeder an diesem Ufer, des nahen Waldes. Gehen wir hin\u00fcber? &#8211; Oder bleiben wir stehen. Das andere Ufer, sieht so schwierig aus &#8211; So verblasst, so vom dichten Nebel durchzogen. Wir kommen nicht weiter &#8211; Wir hoffen auf eine helfende Hand &#8211; Wir starren, aber so verbissen auf das andere Ufer, dass wir nichts davon erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie grausam es doch ist, schreien wir &#8211; Unverbitterlich. Voller Zorn &#8211; Alle anderen k\u00f6nnen einfach so \u00fcber das Ufer, aber wir &#8211; Wir bleiben hier stehen. Dieses andere Ufer, es kann so sch\u00f6n sein &#8211; Man h\u00f6rt Gel\u00e4chter, man h\u00f6rt den Spa\u00df. Die Freude, die Liebe &#8211; Und das pure Gl\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wir verschlie\u00dfen, voller Neid und Zorn &#8211; Wollen nichts davon h\u00f6ren, und dennoch w\u00fcnschen wir uns das, was wir nicht kriegen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap02\">Verbunden, und doch getrennt<\/h2>\n\n\n<p>Die rechte Hand streckte sich heraus, fein \u00fcber die Wasseroberfl\u00e4che des Ufers gestreichelt. Verbunden, und doch irgendwie getrennt. Der reum\u00fctige Blick verliert sich in dem Spiegelbild. Wohin kommen wir, wenn wir es endlich schaffen, r\u00fcber zu gehen &#8211; Eine simple Frage, an das Spiegelbild, das nicht antwortet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein sanfter Regen er\u00f6ffnet sich im Horizont &#8211; L\u00e4sst die Flut kommen, die das Ufer so chaotisch wirken l\u00e4sst. Das Spiegelbild, wovon wir so viele Antworten haben wollen, verschwindet. Einzig und allein, bleiben nur die Wassertropfen, pl\u00e4tschernd auf der Wasseroberfl\u00e4che zur\u00fcck. Wir k\u00f6nnen nicht anders, als unsere Hand darauf zu halten, die einzelnen Tropfen aufzufangen &#8211; Weil, wer sonst, kann diese kleinen Tr\u00f6pfchen auffangen und ihnen ein wenig Hoffnung schenken?<\/p>\n\n\n\n<p>Der Qual, der leise Schmerz, er breitet sich aus. Arme, Beine, R\u00fccken &#8211; Selbst die Knochen fangen an zu schmerzen. Jeder Gang, jede Bewegung, ein Laster, mit dem wir fertig werden m\u00fcssen. Was w\u00e4re wohl, wenn wir nichts von diesem K\u00f6rper h\u00e4tten? W\u00fcrden wir dann noch immer, diesen Schmerz empfinden? Ein Schlag mit der Faust ins Wasser &#8211; Vermischt sich die Regentropfen mit Tr\u00e4nen auf dem Gesicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Blick \u00fcber die Schulter, erhofft und vermittelt uns das Gl\u00fcck &#8211; Irgendwo da, m\u00fcsste doch auch jemand sein, der an diesem Ufer steht und nicht weiter kann.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap03\">Leben, aber nicht geliebt werden<\/h2>\n\n\n<p>Siehe da &#8211; Es ist jemand da. Wir eilen zur\u00fcck, auf den Boden, im dichten Gras &#8211; Was so voller Blumen erbl\u00fcht. Wir lachen &#8211; Wir genie\u00dfen. Wir haben Gl\u00fcck &#8211; Was ist schon das andere Ufer, wenn man hier verweilen, bis in aller Ewigkeit?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tr\u00e4nen sie trocknen, der Schmerz einfach wie davon geflogen. Ein lachendes, L\u00e4cheln auf den Lippen &#8211; Verspricht doch nur die Best\u00e4ndigkeit. Und doch, schauen wir genauer hin &#8211; Sehen wir dieses Spiegelbild, dass wir noch zerst\u00f6rt hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine L\u00fcge, es war eine selbstgemachte L\u00fcge &#8211; Die wir gelebt haben. Keiner, der uns ansah, uns zum Lachen brachte, geschweige denn, uns je geliebt hat. Ja, wir leben &#8211; Werden aber nicht geliebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Lachen verstummt. Die Augen nicht mehr imstande zu sehen &#8211; Ein lautloser Schrei, im dichten Nebel, in den verwelkten Blumen &#8211; Da, wo wir nun zu Boden sinken. H\u00e4nde, die sich ballen zu F\u00e4usten, schlagen immer wieder auf das dichte, schwarze Gras. Wir erkennen es.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war unsere eigene Last, der wir die Chance gaben, uns zu blenden. Durchatmen, durchatmen &#8211; Schreit unser Herz, das beinahe daran erstickt. Aufstehen, aufstehen, schrie unser Stolz in den Nacken. Augen auf, Augen auf, ist die Seele leise im Fl\u00fcstern, um bittet um Hoffnung.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap04\">Durchschlagen, aber nicht zerbrochen<\/h2>\n\n\n<p>Die Knie, sie zittern. Die Lippen pressen sich aufeinander &#8211; Ehrgeiz, Mut, Hoffnung &#8211; Immer wieder wollen diese Zeilen durchgekaut werden. K\u00e4mpfen, k\u00e4mpfen, k\u00e4mpfen &#8211; Ist der leise Schrei, neben dem, was wir erhoffen. Die F\u00fc\u00dfe stampfen sich in die Erde, durchbohren alles, was nur geht. Durchschlagen, sind wir alle, aber nicht zerbrochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Man h\u00e4lt sich fest, an einem Ast &#8211; Er biegt sich, will nicht &#8211; Warum auch, viel zu gro\u00df, diese Last. Die Z\u00e4hne pressen sich aufeinander, ein Schrei nach unserem letzten Kampf &#8211; Wir m\u00fcssen doch alle dadurch, sagt die verdammte Vernunft. Und wei\u00df, dass dieser Kampf, kein Einzelner bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf halben Beinen, mit einer Hand am Ast, schaut man um Hilfe, da wo es gerade eben passt. Keiner dreht sich herum &#8211; Keiner scheint zu beachten. Hier, hier &#8211; Ist gerade jemand, der beinahe zerbricht. Tr\u00e4nen zerflie\u00dfen, sofort, wie auf hei\u00dfen Gestein. Schwer atmet die Lunge, die letzten Kr\u00e4fte zu b\u00fcndeln, um sich aufzurichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum sieht keiner? Warum h\u00f6rt keiner? Ich bin hier &#8211; Direkt, an diesem Ort, wo so viele bereits standen. Aber keiner schaut auch nur einen kurzen Moment zur\u00fcck. Sie alle, gehen \u00fcber dieses Ufer &#8211; Wieso f\u00e4llt es ihnen so leicht? Ich will es auch schaffen. Zerbrechen, zerschlei\u00dfen &#8211; Aber ich habe keine Kraft mehr. Bitte, irgendwer: Erl\u00f6se mich von diesem Leid.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap05\">Der Schmerz, der hinaus schreit<\/h2>\n\n\n<p>Ein Schrei, so laut und donnernd, wie das schlimmste Gewitter. So furchteinfl\u00f6\u00dfend, dass selbst die wildesten Tiere davon rennen. M\u00e4chtig genug, dringt er die Knochen, derjenigen, die daneben verweilen. Sie schauen endlich &#8211; Direkt ins traurige Antlitz.<\/p>\n\n\n\n<p>Augenkontakt &#8211; Denn das hier, ist nun der Schmerz, der hinausschreit. Da zeigt sich endlich auch dieses \u00dcbel, dass wir all die Zeit einfach nicht beachtet hatten. Der Schmerz, der uns im Nacken lag. Der uns l\u00e4hmte, leise Worte zufl\u00fcsterte &#8211; Und dennoch beachteten wir dieses Gef\u00fchl nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir stehen wie versteinert da &#8211; K\u00f6nnen unseren Augen, unseren H\u00e4nden und Beinen nicht mal mehr trauen. Um so l\u00e4nger wir in jenes \u00dcbel schauen, um so leichter f\u00e4llt uns die Bewegung. Die Gliedma\u00dfen werden weicher. Die Tr\u00e4nens\u00e4cke flie\u00dfen ohne Reue oder Scham. Der Hals nicht mal mehr verschn\u00fcrt &#8211; Endlich, k\u00f6nnen wir es erkennen. Was wir da sehen &#8211; Ist ein Teil von uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr und mehr dr\u00fcckt sich der R\u00fccken gerade &#8211; Mehr und mehr, lassen wir den Ast, der uns helfen soll, los. Das Herz schl\u00e4gt, in einem regelm\u00e4\u00dfigen Rhythmus. Wir m\u00fcssen nicht mehr k\u00e4mpfen. Die rechte Hand, sie streckt sich aus, zu dem \u00dcbel, wozu wir keinen Bezug nehmen wollten. Wir nehmen es wahr, so wie wir es geschaffen: Aus uns selbst.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap06\">Und zeigt, dass wir am Leben sind<\/h2>\n\n\n<p>Der Nebel lichtet sich &#8211; Man sieht das Gras, das andere Ufer. Es ist alles so, wie wir es uns vorstellten. Aber wir tranken von so viel Schmerz, dass wir davon blind wurden. Die Hand greift zu dem Schmerz, umarmt ihn sichtlich. H\u00f6rt zu, was er denn zu sagen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Leise, fast unh\u00f6rbare Worte, dringen in unser Ohr &#8211; Von Verlust, Trauer, Einsamkeit und sogar das eigene Leben. Wir verstehen &#8211; Wir h\u00e4tten hinsehen m\u00fcssen, konnten es aber nicht. Was musste geschehen, dass wir dem entgegenblicken, was ein Teil von uns ist?<\/p>\n\n\n\n<p>Die H\u00e4nde, greifen zu dem schmerzlichen Herz, was voller Narben bereits ist. Die Seele kauert trauernd in der Ecke &#8211; Verbissen und gesehen. Sp\u00fcren, empfinden, nicht wegsehen! &#8211; Nicht die anderen, sondern wir selbst. Schaut hin, nimmt es wahr. K\u00e4mpft nicht dagegen an &#8211; Es ist das, was wir zum Leben brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schmerz, zeigt uns, dass wir am Leben sind. So kraftvoll er uns auch zu Boden ringen mag. So verzweifelt, wir im ersten Moment auch sein m\u00f6gen. Es ist die Erkenntnis, dass das Gef\u00fchl, was uns sagen m\u00f6chte: Beachte auch die dunkelsten Gef\u00fchle, die in einem brodeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn aus ihnen sch\u00f6pfen wir die neue Kraft, im n\u00e4chsten Moment, im \u00fcbern\u00e4chsten Moment auch einfach weiterzukommen. Nicht an das andere Ufer. Denn diejenigen, die \u00fcber jenes Ufer gingen, sind jene, die es schafften, sich ihren Gef\u00fchlen zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"book_footer\">Buchinformationen &amp; Anh\u00e4nge<\/h5>\n\n\n<div class=\"su-spoiler su-spoiler-style-fancy su-spoiler-icon-chevron su-spoiler-closed\" data-scroll-offset=\"0\" data-anchor-in-url=\"no\"><div class=\"su-spoiler-title\" tabindex=\"0\" role=\"button\"><span class=\"su-spoiler-icon\"><\/span>Total RP 3 Extended Item-Code (Klicken zum erweitern\u2026)<\/div><div class=\"su-spoiler-content su-u-clearfix 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