{"id":3745,"date":"2022-11-21T22:21:41","date_gmt":"2022-11-21T21:21:41","guid":{"rendered":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?post_type=rcno_review&#038;p=3745"},"modified":"2023-02-27T01:13:00","modified_gmt":"2023-02-27T00:13:00","slug":"geschichten-einer-abenteurerin-band-17","status":"publish","type":"rcno_review","link":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?rcno_review=geschichten-einer-abenteurerin-band-17","title":{"rendered":"Geschichten einer Abenteurerin &#8211; Band 17"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"kapitanin-spottdrossel-in-den-handen-der-piraten\">Kapit\u00e4nin Spottdrossel &#8211; In den H\u00e4nden der Piraten<\/h1>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"prolog\">Prolog<\/h2>\n\n\n<p>Dank einer gl\u00fccklichen F\u00fcgung bekam ich von einem Freund ein Boot geschenkt und da gerade bei meiner Einheit der An\u2019arkhana eher wenig los war, denn die Herrschaften hatten sich f\u00fcr die Forschung zur\u00fcckgezogen, entschloss ich mich, diese Chance zu nutzen und zur See zu fahren. Nun sollte sich der geehrte Leser unter dem Boot kein gro\u00dfes Schiff mit mehreren Masten vorstellen, sondern eben ein kleines, gem\u00fctliches Boot, gerade gro\u00df genug, um vier Personen aufzunehmen und eine \u00dcberfahrt nach Kul\u2019tiras zu erm\u00f6glichen, jedoch keinesfalls auf einen anderen Kontinent. Ich hatte also keine M\u00f6glichkeit, die Geheimnisse des ber\u00fcchtigten Piraten Wei\u00dfbart zu erkunden, aber immerhin ein Gef\u00e4hrt, mit dem man gem\u00fctlich an der K\u00fcste entlang schippern und vielleicht hier und da das ein oder andere Abenteuer erleben konnte. Tats\u00e4chlich meldeten sich mehrere Leute bei mir, die gerne mit auf Abenteuer gezogen w\u00e4ren, aber ich entschied mich, die erste Fahrt alleine zu meistern. Meine Segelk\u00fcnste waren alles andere als gut, hatte ich bisher doch nur eine recht kurze Einf\u00fchrung in die Seefahrt erhalten, aber wer nicht wagt, der hat bereits verloren.&nbsp;<\/p>\n\n\n<p><!--more Weiterlesen--><\/p>\n\n\n<p>Mein Schiff hatte ich auf den Namen Sturmtanz, zu Ehren meiner Familie, getauft und nannte mich selbst Kapit\u00e4nin Spottdrossel, solange ich mich auf meinem Boot befand. Wieso gerade dieser Name h\u00f6re ich bereits den geneigten Leser fragen? Tats\u00e4chlich gibt es dazu eine Geschichte, doch die ist so lange, dass sie ein eigenes Buch w\u00fcrde f\u00fcllen. Daher hier eine sehr knappe Kurzversion.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kannte die Schwarzfische schon, da war ihre jetzige Kapit\u00e4nin nicht nur noch keine Kapit\u00e4nin, sondern noch nicht einmal Bestandteil der Mannschaft. Damals waren die Schwarzfische noch keine redlichen H\u00e4ndler, sondern machten noch krumme Gesch\u00e4fte und ich kam mit ihnen durch einen Auftrag in Kontakt. Da, wie wohl mittlerweile bekannt ist, ich mir kaum Namen merken kann, hatte ich auch den damaligen Mitgliedern Spitznamen verpasst. Das gefiel einem Schwarzfisch nicht, der mich wohl \u00e4rgern wollte und nannte mich Spottdrossel. Ich fand die Bezeichnung jedoch gar nicht anst\u00f6\u00dfig, sondern irgendwie s\u00fc\u00df und behielt den Namen im Hinterkopf. Einige Zeit sp\u00e4ter hatte ich f\u00fcr die Falkenklingen einen kleinen Auftrag, in dem es darum ging, einen H\u00e4ndler am Hafen einzuwickeln. Dieser hatte Schmuggelgut und ich sollte ihn dazu bringen, mir dieses Zeug zu verkaufen, damit wir herausfanden, wo er sein Versteck hatte. Ich musste also improvisieren und mir in aller Eile einen Namen aus den Fingern saugen, denn mit meinem eigenen Namen wollte ich mich gewiss nicht vorstellen. Genau in dem Moment kam mir der Spitzname ins Ged\u00e4chtnis und Kapit\u00e4nin Spottdrossel war geboren, die zusammen mit ihrem Schl\u00e4gertyp Deko, dem H\u00e4ndler einen Besuch abstattet und die Waren f\u00fcr ihr Schiff ben\u00f6tigte. \u00dcbrigens regte sich damals der etwas tumbe Deko tierisch auf, als geistloser Schl\u00e4ger dargestellt zu werden, obwohl er genau das war. Manche k\u00f6nnen halt der Wahrheit nichts in Auge sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Auftrag war am Ende ein voller Erfolg, der H\u00e4ndler fiel darauf rein und die Schmuggelware konnte sichergestellt werden. Damals schwor ich mir, wenn ich jemals ein Schiff bekommen w\u00fcrde, ich w\u00fcrde als Kapit\u00e4nin Spottdrossel in die Geschichten eingehen. Und daher der Name.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"inhalt\">Inhalt<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-premium-container wp-block-premium-container premium-block-75c2d186-1083-421d-be7a-aca16b241251  premium-blocks-75c2d186-1083-421d-be7a-aca16b241251  alignfull premium-is-root-container\" style=\"background-color:;background-image:;background-repeat:no-repeat;background-position:center center;background-size:cover;background-attachment:unset;box-shadow:0 px 0 px 0 px   ;border-style:solid;border-color:\"><div class=\"premium-row__block_overlay\" style=\"background-color:;background-image:;background-repeat:no-repeat;background-position:center center;background-size:cover;background-attachment:unset;opacity:NaN ;filter:brightness(100 % ) contrast(100 % ) saturate(100 % ) blur(0px) hue - rotate(0deg)\"><\/div><div class=\"premium-container-inner-blocks-wrap\">\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"#kap01\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap01\">Kapitel 1 &#8211; Eine Seefahrt, die ist&#8230; abenteuerlich<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap02\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap02\">Kapitel 2 \u2013 Im K\u00e4fig<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"#kap03\" data-type=\"internal\" data-id=\"#kap03\">Kapitel 3 \u2013 Klar Schiff zum Gefecht<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div>\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\" id=\"kap01\">Kapitel 1 &#8211; Eine Seefahrt, die ist&#8230; abenteuerlich<\/h2>\n\n\n<p>Es war ein sonniger Tag, als ich schlie\u00dflich in mein neues Boot stieg, das Segel hisste und schlie\u00dflich aus dem Hafen steuerte. Ich hatte mir viele Gedanken gemacht, wohin ich als Erstes steuern sollte und mich am Ende f\u00fcr den S\u00fcden entschieden. Nicht weil dich dachte, er w\u00e4re so viel spannender als andere Gegenden, sondern weil ich so immer in der N\u00e4he des Festlandes bleiben konnte. Die erste \u00dcberfahrt zu einer der gro\u00dfen Inseln wollte ich mir f\u00fcr sp\u00e4ter aufheben, wenn ich mehr Ahnung und Gef\u00fchl f\u00fcr das Segeln und das Meer hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so ging es los, das Wetter war gut, das Wasser ruhig, alles gute Aussichten auf einen sch\u00f6nen Segelausflug. Halt nur nicht sehr abenteuerlich. Das schreckte mich jedoch nicht, es gen\u00fcgte mir anfangs einfach nur, \u00fcber das Meer zu gleiten, das war Abenteuer genug.<\/p>\n\n\n\n<p>Dank des g\u00fcnstigen Windes und der Wendigkeit des Bootes kam ich gut voran. Am Abend jedoch machte ich einen Stopp, fuhr n\u00e4her an die K\u00fcste heran, nahm das Segel herunter und warf den Anker. Im Dunkeln zu fahren war alles andere als einfach und auch nicht ganz ungef\u00e4hrlich. Au\u00dferdem w\u00fcrde ich so kaum Schlaf bekommen, also wieso sollte ich mich jetzt schon qu\u00e4len?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich legte mich also hin und tr\u00e4umte von spannenden Abenteuern, als ich etwas unsanft aus dem Schlaf gerissen wurde. Das Boot schaukelte gef\u00e4hrlich und ich dachte zuerst, ein Sturm w\u00e4re aufgezogen, doch als ich genauer hinsah, erkannte ich einen gro\u00dfen Schatten, der durch das Wasser glitt und bemerkte die wei\u00dfen Segel. Ein Schiff war gerade recht nahe an mir vorbeigefahren und hatte mein Boot in der Dunkelheit vermutlich nicht einmal bemerkt. Ich hatte wohl Gl\u00fcck gehabt, dass das Schiff mich nicht gleich \u00fcberfahren hatte. Das w\u00e4re eine wirklich bemerkenswert kurze Bootstour geworden. Aber wieso segelte ein gro\u00dfes Schiff so dicht an der K\u00fcste entlang, noch dazu bei Nacht und ohne Positionsleuchten, denn der schattenhafte Umriss wurde nur vom Mond beleuchtet. Ich hatte gelernt, dass die Schiffe nachts lieber Abstand von den K\u00fcsten hielten, damit sie nicht versehentlich auf Grund liefen, wegen eines Riffs oder einer Sandbank. Das machte mich neugierig und ich beschloss, dem Schiff so gut es geht zu folgen. Ich holte also schnell den Anker hoch und setzte die Segel. Das Schiff hatte einen guten Vorsprung, nutzte den Wind aber nicht in vollem Umfang aus, sonst h\u00e4tte ich nie eine Chance gehabt, hinterherzukommen. Vermutlich wollte man kein noch gr\u00f6\u00dferes Risiko bei Nacht auf sich nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich folgte dem Schiff ungef\u00e4hr zwei Stunden lang, dann bemerkte ich, wie die Segel eingeholt wurden und ich verlangsamte meine Fahrt ebenso. Als die ersten Sonnenstrahlen schlie\u00dflich am Himmel erschienen, fiel der Anker und das Schiff hielt in einer kleinen Bucht. Ich segelte daran vorbei und hielt schlie\u00dflich in der angrenzenden Bucht und ankerte dort.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich ging von Bord und schlich mich den Weg an Land zur\u00fcck, bis ich das fremde Schiff wieder sah. An Deck war einiges los und man verlud gerade die Ladung auf ein kleines Beiboot. Ich sah ein kleines Lager mit mehreren verschachtelten Holzh\u00fctten, h\u00f6lzernen Stegen und sogar einigen Kanonen, die in die Bucht wiesen. Es wehte keine Flagge \u00fcber dem Lager, sodass ich nicht erkennen konnte, wer genau sich dort verbarg. Die Personen, die man erkennen konnte, waren jedoch Menschen. Ich kaute auf der Unterlippe und \u00fcberlegte, ob ich die ganze Sache nicht auf sich beruhen lassen sollte, doch wie so h\u00e4ufig siegte meine Neugier. Ich musste einfach wissen, was die Leute da trieben. Ich schlich also an der Bucht entlang und n\u00e4herte mich den Holzh\u00fctten. Die Gegend war schroff und felsig, der Bewuchs war eher sp\u00e4rlich, sodass die Versteckm\u00f6glichkeiten nicht sehr gut waren. Ich huschte also mehr von einem Stein zu einer Mulde, zu einem anderen Stein und so weiter. Das ben\u00f6tigte seine Zeit und au\u00dferdem hatte ich auch noch die falsche Kleidung an. Ich hatte mich f\u00fcr blau entschieden, eine Farbe, die auf dem Meer zu mir passte. Fand ich jedenfalls. Aber hier an Land war das eher suboptimal. Hier w\u00e4ren Braunt\u00f6ne besser gewesen, aber das lie\u00df sich jetzt nicht \u00e4ndern, wenn ich nicht umdrehen und zu meinem Boot zur\u00fcckkehren wollte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fremden hatten tats\u00e4chlich Wachen aufgestellt, denn kurz bevor ich die Holzh\u00fctten erreichte, sah ich einen Kerl, der im Halbkreis hin und her ging und eindeutig so eine Seite des Lagers bewachte. Hinter einem gro\u00dfen Stein sp\u00e4hte ich hervor und beobachtete den Mann, der dort tats\u00e4chlich seiner Arbeit nachging und nicht gelangweilt da stand, wie es viele Wachen h\u00e4ufig taten. Ich konnte es den meisten nachf\u00fchlen, schlie\u00dflich war Wache halten eine der \u00f6desten Arbeiten, die man verrichten konnte. Ich fragte mich schon oft, ob die H\u00e4ndler, die diese T\u00e4tigkeit als etwas Spannendes beschrieben, tats\u00e4chlich davon \u00fcberzeugt waren und somit vermutlich noch nie selbst diese Arbeit verrichtet hatten, oder ob sie dies nur als Anreiz f\u00fcr die unerfahrenen T\u00f6lpel auff\u00fchrten. Nicht umsonst schliefen viele Wachen auf ihrer Arbeit ein, nicht weil sie wirklich m\u00fcde waren, sondern weil es einfach furchtbar monoton war. Nichts zu tun und nur L\u00f6cher in die Luft starren? Das hielt niemand lange aus. Aber zur\u00fcck zu besagter Wache. Der Kerl hatte typische Seemannskleidung an, ein h\u00e4sslich geringeltes Oberteil und Hosen, dessen Enden abgerissen waren, vermutlich weil sie irgendwo mal h\u00e4ngen geblieben waren. Am G\u00fcrtel trug der Kerl einen S\u00e4bel. Das Auff\u00e4lligste war wohl sein riesiger Zinken im Gesicht, weshalb ich ihn auch spontan als Nase taufte. Ich wartete einige Augenblicke ab und versuchte, eine Art Muster in seiner Bewegung zu erkennen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt mag wohl der geneigte Leser aufschreien und widersprechen. Keine Wache w\u00fcrde ein und denselben Weg wieder und wieder zur\u00fccklegen. Sie w\u00fcrden einfach zuf\u00e4llig hierhin und dorthin gehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ja und Nein. Mein Bruder hatte mir das einmal gezeigt und ich konnte das bereits mehrfach best\u00e4tigen. Viele glauben, sie w\u00fcrden einen zuf\u00e4lligen Weg gehen, der nicht berechnet werden kann, aber das stimmt nicht. Wir laufen lieber einen bereits benutzten Pfad entlang, als uns einen neuen zu suchen. Von der Logik her macht das auch Sinn, warum denn Energien verschwenden, um sich einen neuen Weg zu bahnen, wenn doch ein bereits benutzter Pfad daneben liegt? Von daher ist die Route einer Wache durchaus vorhersehbar. Vielleicht nicht g\u00e4nzlich exakt, aber doch exakt genug, um eine Falle zu stellen oder eine Unaufmerksamkeit auszunutzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich brauchte also nur ein wenig zu warten, dann hatte ich das grobe Muster des Kerls erfasst. Mir wurde sofort klar, an ihm vorbeischleichen w\u00fcrde nicht klappen. Dazu war er dann doch viel zu aufmerksam. Es blieb also nur eine andere M\u00f6glichkeit, wenn ich ungesehen ins Lager kommen wollte. Ich passte den richtigen Zeitpunkt ab, stand dann in geb\u00fcckter Haltung auf, schlich mich hinter den Kerl, trat ihm in die Kniekehle und zog ihm anschlie\u00dfend den Knauf meines Dolches \u00fcber den Hinterkopf. Er keuchte nur einmal kurz auf, bevor er zu Boden ging. Ich steckte meine Waffe wieder weg und durchsuchte ihn grob, fand aber nichts Aufschluss gebendes. Daher wandte ich mich also dem Lager zu.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Holzh\u00fctten waren die Versteckm\u00f6glichkeiten wesentlich gr\u00f6\u00dfer. Die H\u00e4user selbst waren so ineinander verschachtelt, dass sie alleine schon prima Deckung boten, aber dazu standen hier \u00fcberall noch Kisten und F\u00e4sser herum, hinter denen man sich ebenfalls prima verstecken konnte. Ich verschwand also im Gewirr und f\u00fchlte mich zun\u00e4chst sicher. Ich wandte mich einer der Kisten zu, ich wollte wissen, was sich darin verbarg. Ich zog also wieder meinen Dolch und begann eine der Kisten aufzuhebeln. Da h\u00f6rte ich Stimmen in der N\u00e4he und unterbrach meine Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Schreit sie immer noch herum? \u00ab<\/em> fragte eine M\u00e4nnerstimme. <em>\u00bb Ja. \u00ab<\/em> kam die einsilbige Antwort, von der ich nicht genau sagen konnte, ob sie von einer Frau oder einem Mann war. <em>\u00bb Dann stopf sie in einen anderen K\u00e4fig oben an der Klippe. Da kann sie so viel schreien, wie sie will. \u00ab<\/em> Das war wieder der Mann. Ich lugte hinter dem Stapel Kisten hervor, um zu erkennen, wer da sprach und wo die Personen standen. Mich \u00e4rgerte es, dass ich die beiden Sprechenden nicht vorher bemerkt hatte. Aber ich sah einfach niemanden. Ich huschte weiter, immer die Kisten als Deckung nehmen und da sah ich die Beiden endlich. Sie standen auf einem der h\u00f6lzernen Stege.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Mach ich. Aber das wird sie nicht lange \u00fcberleben. \u00ab<\/em> kam die Antwort und dieses Mal wusste ich, es kam von einer Frau. Genauer von einer Zwergin. Der Kerl zuckte mit den Schultern. <em>\u00bb Wenn sie nach ein paar Stunden nicht ruhig ist, dann k\u00f6nnen wir sie auch nicht gebrauchen. Dann lass sie h\u00e4ng\u2026 \u00ab<\/em> sagte er und wurde pl\u00f6tzlich von einer Stimme hinter mir unterbrochen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Wer bist denn du? \u00ab<\/em> Erschrocken drehte ich mich um und konnte im n\u00e4chsten Augenblick nur noch ein Holzbrett sehen, wie es fast in Zeitlupe auf mich zu raste. Ich war trotzdem zu langsam und wurde direkt an der Schl\u00e4fe getroffen. Ich torkelte noch zwei Schritte, bevor ich einen zweiten Schlag auf den Hinterkopf sp\u00fcrte. Dann war alles schwarz.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\" id=\"kap02\">Kapitel 2 &#8211; Im K\u00e4fig<\/h2>\n\n\n<p>Als Erstes kam der Schmerz. Bohrend, beinahe pulsierend, kaum auszuhalten. Und er war direkt in meinem Sch\u00e4del. Ich st\u00f6hnte auf, hob die H\u00e4nde und griff mir an den Kopf. Ich sp\u00fcrte an der Schl\u00e4fe etwas Feuchtes, wusste aber nicht, was es war, da ich immer noch die Augen geschlossen hielt. Ich bef\u00fcrchtete, wenn ich sie \u00f6ffnete, dann w\u00fcrde mein Sch\u00e4del einfach bersten. Nach einigen Augenblicken sank dann zum Gl\u00fcck der Schmerzpegel und ich konnte mich wieder etwas konzentrieren. In dem Moment h\u00f6rte ich eine Stimme.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Schau mal an, das neugierige M\u00e4uschen ist aufgewacht. \u00ab<\/em> Daraufhin h\u00f6rte ich einen anderen Mann rau lachen. Ich drehte den Kopf und \u00f6ffnete vorsichtig die Augen einen Spalt, um den Sprecher erkennen zu k\u00f6nnen. Im n\u00e4chsten Moment fuhr ich mit dem Oberk\u00f6rper hoch. Doch das war alles andere als vorteilhaft, denn sofort fing der Boden unter mir an zu schwanken. Tats\u00e4chlich bemerkte ich, dass das Schwanken nur zum Teil auf meinen maltr\u00e4tierten Sch\u00e4del zur\u00fcckzuf\u00fchren war, denn der Boden schwankte wirklich. Ich erstarrte in der Bewegung und blickte mich nun vorsichtiger um.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sa\u00df in einem K\u00e4fig, gerade gro\u00df genug, um aufrecht sitzen zu k\u00f6nnen und breit genug, dass ich die Beine ausstrecken konnte. Das alleine war schon beunruhigend, doch dazu kam noch, dass auch der Boden nur aus Gitterst\u00e4ben bestand und ich dadurch hinunterblicken konnte. Und der Anblick war dann richtig erschreckend, denn ich blickte auf einen Abgrund, der gut zwanzig Schritte in die Tiefe ging. Der Grund bestand aus aufgew\u00fchlten Wasser, das an die Felsw\u00e4nde klatschte und immer wieder Riffe offenbarte, die deutlich machten, dass ein Absturz hier absolut t\u00f6dlich war. Als ich mich schlie\u00dflich von dem Anblick losrei\u00dfen konnte, besah ich mir meine restliche Lage genauer.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hing also in einem K\u00e4fig \u00fcber dem Abgrund einer Klippe. Ein stabil wirkender Holzbalken, an dessen Ende sich eine dieser Rollen, wie sie auch auf Schiffen benutzt wurde, befand, \u00fcber die ein dickes Tau lief, das meinen K\u00e4fig hielt. Wie die Konstruktion genau funktionierte, verstand ich im ersten Moment nicht, bis ich am anderen Ende des Holzbalkens das Gelenk entdeckte. Im Grunde war die Konstruktion nicht anders wie ein Ladekran, wie man ihn im Hafen von Sturmwind \u00fcberall sah, nur eben kleiner. Au\u00dferdem gab es davon hier nur zwei und der andere war auch in Benutzung. Neben mir hing ein zweiter K\u00e4fig und ich erkannte darin eine Menschenfrau.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Mir scheint, dein neugieriges M\u00e4uschen hat es die Sprache verschlagen. \u00ab<\/em> h\u00f6hnte der Kerl, der vorher laut gelacht hatte. Der andere war der Sprecher, den ich mit der Zwergin hatte reden sehen. Genau betrachtet sah er nicht einmal schlecht aus und war im Gegensatz zu seinem Kameraden sogar gepflegt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Ich vermute mal, du bist der Schlaue hier, hmm? \u00ab<\/em> fragte ich schlie\u00dflich und schaute den Sch\u00f6nling an. <em>\u00bb Wieso bin ich hier in diesem K\u00e4fig? \u00ab<\/em>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kerl l\u00e4chelte. <em>\u00bb Da, siehst du? Sie kann doch reden. \u00ab<\/em> meinte er zu seinem Kamerad und schlie\u00dflich zu mir gewandt <em>\u00bb Du bist in dem K\u00e4fig, weil du einen meiner M\u00e4nner niedergeschlagen hast. Und weil du gar nicht hier sein d\u00fcrftest. Ganz einfach. \u00ab<\/em>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Schade, dass der wieder aufstehen konnte. \u00ab<\/em> murmelte die Frau in dem anderen K\u00e4fig und ich warf ihr einen kurzen Seitenblick zu und musste dabei schmunzeln.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Und was geschieht jetzt mit mir? \u00ab<\/em> fragte ich schlie\u00dflich weiter.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Nichts \u00ab<\/em> antwortete der Sch\u00f6nling einfach. Ich schaute irritiert, aber da war ich wohl nicht die Einzige. Der andere Kerl offenbarte eine beachtliche Zahnl\u00fccke, w\u00e4hrend sein Mund einen Augenblick offen stand. <em>\u00bb Wie? Du willst sie nicht verkaufen? \u00ab<\/em> fragte er dann und nahm mir eine weitere Frage ab. Der Sch\u00f6nling sch\u00fcttelte den Kopf. <em>\u00bb Schau sie dir doch an. Die ist gar nicht stark genug, um in den Minen zu arbeiten. Und sonst ist ihr nicht zu trauen. Also bleibt sie da, wo sie ist. \u00ab<\/em> Damit tippte er sich mit zwei Fingern als Gru\u00df gegen die Schl\u00e4fe und blickte uns Beide in den K\u00e4figen an. <em>\u00bb Sch\u00f6nes Restleben w\u00fcnsche ich noch. \u00ab<\/em> Damit drehte er sich um und entfernte sich, gefolgt von seinem Gef\u00e4hrten von uns. Die Menschenfrau neben mir fuhr auf und schrie \u00bb Du Bastard! So kommst du nicht davon. Wenn ich dich in die Finger kriege! \u00ab Sie schrie noch einige weitere Beleidigungen, doch nichts schien die beiden Kerle zum Umdrehen zu bewegen, oder \u00fcberhaupt eine Reaktion zu entlocken, und schon bald waren wir alleine. Ich nahm eine Bestandsaufnahme vor, die war nicht sehr rosig, aber auch nicht v\u00f6llig schlecht. Man hatte mir alles an Ausr\u00fcstung abgenommen, selbst die Stiefel. Ich war nur noch mit meiner Hose und einem Hemd bekleidet. Meinen G\u00fcrtel hatten sie mir auch abgenommen. Nur meine Armschienen hatten sie mir gelassen. Das war schon mal der erste Fehler gewesen, dachte ich zufrieden und fasste mir an den Zopf. Die Haare waren unordentlich, aber mein Haarband war noch da. Und das war dann der zweite Fehler, den die Kerle gemacht hatten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich besah mir das Schloss am K\u00e4fig genauer. Es war recht schlicht gebaut, aber stabil. <em>\u00bb Das bekommt man nicht auf. \u00ab<\/em> wurde ich in meiner \u00dcberlegung unterbrochen. <em>\u00bb Ich hab schon versucht, es aufzubrechen, aber nichts erreicht. \u00ab<\/em>&nbsp; Ich blickte zu der Frau im Nachbark\u00e4fig. <br><em>\u00bb Kommt vielleicht daher, dass du noch nicht das richtige Werkzeug hattest. \u00ab<\/em> meinte ich grinsend, zog aus dem Haarband meinen gebogenen Dietrich hervor und lie\u00df das kleine Messer aus der Armschiene mir in die Hand springen. So bewaffnet, machte ich mich daran, das Schloss zu knacken.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Man hat dir nicht alles abgenommen? \u00ab<\/em> fragte die Frau ungl\u00e4ubig und ich zuckte mit den Schultern. <em>\u00bb Wenn man wei\u00df, wo man es richtig versteckt&#8230; und jetzt pssst, ich muss mich konzentrieren. \u00ab<\/em> erwiderte ich. Es dauerte nicht lange, bis ich schlie\u00dflich das Schloss geknackt hatte. Dietrich und Messer verschwanden wieder, woher sie gekommen waren, dann stie\u00df ich die T\u00fcr des K\u00e4figs auf und ich begann, \u00fcber den Abgrund an dem Holzbalken entlang zu hangeln. Zu behaupten, ich h\u00e4tte kein mulmiges Gef\u00fchl gehabt, so in zwanzig Schritt H\u00f6he an einem St\u00fcck Holz zu h\u00e4ngen, w\u00e4re gelogen. Aber es hielt mich trotzdem nicht davor ab, es zu tun. Und es dauerte nicht lange, da hatte ich wieder festen Boden unter den F\u00fc\u00dfen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Hey, du l\u00e4sst mich hier doch nicht h\u00e4ngen, oder? \u00ab<\/em> fragte die Frau und ich musste kurz grinsen. <em>\u00bb Keine Sorge, Schreihals. Das hatte ich nicht vor. \u00ab<\/em><\/p>\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\" id=\"kap03\">Kapitel 3 &#8211; Klar Schiff zum Gefecht<\/h2>\n\n\n<p>Nachdem ich die Frau gerettet hatte, stellte sie sich als Kapit\u00e4nin Soundso vor. Also sie nannte schon einen richtigen Namen, aber wie \u00fcblich konnte ich mir diesen nicht merken. Sie hie\u00df also weiterhin Schreihals. Aber interessant war, dass sie eine Kapit\u00e4nin und mit ihrer Mannschaft auf dem Weg ins Schlingendorntal war, um dort eine Expedition zu leiten. Dabei waren sie \u00fcberfallen worden. Ihr Schiff wurde versenkt, nicht bevor die Piraten alles Wertvolle von Bord geschafft und die Kapit\u00e4nin und ihre Mannschaft in einen kleinen Raum gesperrt hatten. Sie wollten alle an irgend so einen Minenbesitzer verkaufen, der immer neue Arbeiter suchte. Und in den Minen w\u00fcrde niemand mehr nach ihnen suchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Schreihals hatte sich wohl als zu unbequem f\u00fcr die Piraten herausgestellt, weshalb man sie in dem K\u00e4fig eingesperrt hatte. Jetzt jedoch waren wir frei und bereit, den Piraten die Suppe ordentlich zu versalzen. Ich dachte mir einen Plan aus und teilte diesen mit Schreihals. Sie sollte ihre Mannschaft befreien, immerhin kannte sie ja den Ort, wo diese gefangen gehalten wurden. Dann sollte sie mit dieser an Bord des Piratenschiffs gehen und die Kanonen auf den Unterschlupf richten. In der Zwischenzeit w\u00fcrde ich die Piraten ablenken, sodass sie den Ausbruch nicht mitbekommen. Und wenn sie es endlich kapierten, dann sollte es zu sp\u00e4t sein. Gesagt, getan.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir schlichen von der Klippe herunter, wieder zum Piratenunterschlupf. Auf dem Weg dahin \u00fcberlegte ich mir, was ich machen k\u00f6nnte, um die volle Aufmerksamkeit der Seer\u00e4uber zu erlangen. Ich beschloss, zuerst einmal die Meute ein wenig ausd\u00fcnnen, bevor ich mich zu ihrem Ziel machte. Dazu ben\u00f6tigte ich jedoch eine Waffe, denn mit blo\u00dfen F\u00e4usten w\u00fcrde ich keinen Blumentopf gewinnen. Da man mir alle meine Waffen abgenommen hatte, musste ich hier auf die Schnelle etwas finden. Das Erste, was ich greifen konnte, war ein Kantholz von ca. einem Schritt L\u00e4nge. Das musste reichen, befand ich und schwang es ein paar Mal durch die Luft. Wir trennten uns schlie\u00dflich und w\u00e4hrend Schreihals zu ihrer Mannschaft schlich, streifte ich durch die \u00fcberall herumstehenden Kisten, auf der Suche nach irgendwas brauchbaren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der erste Kerl, der Pech hatte, mir \u00fcber den Weg zu laufen, war Nase mit seinem Ringelhemd. Er starrte mich erschrocken und \u00fcberrascht an. Man merkte richtig, wie er sich fragte, wie ich es denn geschafft haben k\u00f6nnte, aus dem K\u00e4fig zu kommen. Das brauchte seine Zeit. Erst als er die Frage nicht l\u00f6sen konnte, erkannte er, dass er doch besser seine Kumpanen alarmiert h\u00e4tte, aber da war es bereits zu sp\u00e4t. Ich hatte ihm meinen improvisierten Kn\u00fcppel bereits einmal quer durchs Gesicht und dann auf seinen Hinterkopf knallen lassen und er ging ohne ein weiteres Wort zu Boden. Zufrieden betrachtete ich meine Waffe. Daraus lie\u00df sich vielleicht etwas auch f\u00fcr sp\u00e4ter machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich stromerte weiter durch das Labyrinth aus Kisten und fand noch zwei weitere Kerle, denen ich eine Kostprobe meines Kn\u00fcppels verabreichen konnte. Schlie\u00dflich stand ich vor der H\u00fctte, die mir Schreihals vorher beschrieben hatte. Hier sollte ich den Sch\u00f6nling, der zugleich auch der Kapit\u00e4n dieser Piraten war, finden. Und hoffentlich auch meine Ausr\u00fcstung, denn ich hatte nicht vor, hier zu verschwinden, ohne meine Waffen wieder an mich zu bringen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schlich zur T\u00fcr und lauschte. Von drinnen waren die Stimmen von drei Personen zu h\u00f6ren, leider zu leise, als dass ich etwas verstehen konnte. Aber drei Gegner und ich hatte nicht alle meine Waffen, sondern nur einen Kn\u00fcppel? Das war gewagt. Andererseits, wer nicht wagt, hat schon verloren. Ich kaute kurz nachdenklich auf meiner Unterlippe herum und zuckte schlie\u00dflich mit den Schultern. Ich musste einfach nur schnell sein, dann w\u00fcrde es schon klappen. Ich atmete also noch einmal tief durch, griff nach der T\u00fcrklinke und riss die T\u00fcr auf, um direkt danach in die H\u00fctte zu st\u00fcrmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es befanden sich nicht drei, sondern f\u00fcnf Personen im Raum. Aber jetzt war es zu sp\u00e4t f\u00fcr einen R\u00fcckzieher. Ich musste handeln. Ein Tisch in der Mitte nahm den Gro\u00dfteil des Raumes ein, darauf befand sich eine ausgebreitete Karte, die von zwei Kerzenst\u00e4ndern &#8211; mit brennenden Kerzen &#8211; gehalten wurde. Au\u00dferdem stand dort noch eine bauchige Rumflasche und mehrere Gl\u00e4ser. Die Personen, bei denen es sich um vier Menschen und eine Zwergin handelte, standen um den Tisch herum verteilt und blickten mich \u00fcberrascht an. Im hinteren Bereich des Raums sah ich noch ein Bett, einen Schrank und eine Truhe.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte nur einen kurzen Augenblick der \u00dcberraschung, aber den musste ich nutzen, wenn ich eine Chance haben wollte. Ich machte zwei schnelle Schritte in den Raum hinein und holte aus. Zack. Treffer im Gesicht. Ich nahm mir nicht die Zeit, mein Ergebnis genau zu beobachten, sondern machte direkt weiter. Mein improvisierter Kn\u00fcppel fuhr herum und traf den n\u00e4chsten Kerl. Dieser hatte seine Arme zur Abwehr nach oben gerissen und diese bekamen nun das Kantholz mit voller Wucht ab. Er kr\u00fcmmte sich vor Schmerz und ich nutzte die Chance eiskalt aus. Ein wuchtiger Hieb von oben traf den Kerl am Hinterkopf, als er sich gerade vorbeugte. Dass seine Stirn danach noch mit dem Tisch kollidierte, sah ich schon nicht mehr, denn ich st\u00fcrmte wie eine Furie weiter auf den n\u00e4chsten Gegner. Dieser hatte bereits seinen S\u00e4bel halb aus der Scheide gezogen, bevor er einen heftigen Schlag auf die Finger bekam und mehrere davon vermutlich brachen. Er schrie auf, aber ich war unerbittlich und pr\u00fcgelte weiter auf ihn ein, bis er zu Boden ging. Jetzt waren nur noch der Sch\u00f6nling und die Zwergin da. Diese beiden hatten aber genug Zeit gehabt, sich von ihrer \u00dcberraschung zu erholen, waren vom Tisch zur\u00fcckgewichen und hatten ihre Waffen gezogen. Sch\u00f6nling einen S\u00e4bel, die Zwergin einen Hammer. Und ich war immer noch nur mit einem improvisierten Kn\u00fcppel bewaffnet. Gegen zwei. Keine gute Voraussetzung, aber ich war schon l\u00e4ngst \u00fcber jede Chancen-Kalkulation hinaus. Ich packte das Erstbeste, dem ich habhaft werden konnte &#8211; in diesem Fall die Rumflasche &#8211; und schleuderte sie auf die Zwergin. Diese war nicht schnell genug, dem Geschoss auszuweichen und so knallte die Flasche mit einem dumpfen <em>Bonk<\/em> an ihren Sch\u00e4del. Die Flasche hielt der Ersch\u00fctterung stand und \u00fcberstand sogar den Aufprall auf den Boden. Sie war wohl sehr massiv. Bei der Zwergin sah es anfangs auch so aus, als w\u00fcrde sie den Treffer einfach so wegstecken. Sie blickte mich einen Moment aus gro\u00dfen Augen an und erst dann erschlaffte ihr K\u00f6rper, sie verdrehte die Augen und ging stumm zu Boden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb So. Und nun zu dir\u2026 \u00ab<\/em> meinte ich zum Sch\u00f6nling und meine Stimme war dabei zu meinem eigenen Erstaunen v\u00f6llig ruhig, dabei kam es mir so vor, als m\u00fcsste gleich mein Herz zerspringen. Ich sp\u00fcrte in meinem K\u00f6rper schon das heftige Prickeln, den Rausch, der bei mir in Gefahrensituationen einsetzte. Ich war mir todsicher diesen Piraten ohne M\u00fche besiegen zu k\u00f6nnen, obwohl er einen S\u00e4bel trug und ich nur ein schrittlanges Kantholz. Und irgendwas musste in meinen Augen zu sehen sein, dass der Sch\u00f6nling auch davon \u00fcberzeugt war. Oder vielleicht war es auch einfach die Tatsache, dass ich gerade vier seiner Kameraden innerhalb von nur wenigen Augenblicken niedergemacht hatte und diese, wenn sie noch T\u00f6ne von sich gaben, nur st\u00f6hnten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb W&#8230; wer&#8230; bist du? \u00ab<\/em> stotterte er unsicher und ich war fast versucht, ihm irgendwas ziemlich Dummes, wie <em>\u00bb Dein schlimmster Albtraum \u00ab<\/em> oder so was von mir zu geben. Aber um ehrlich zu sein, mir fiel in dem Moment auch nichts besonders Gutes ein, daher kam am Schluss nur ein <em>\u00bb Jemand, der dir jetzt eine ordentliche Tracht Pr\u00fcgel verpasst. \u00ab<\/em> heraus. Und das war alles andere als gut, denn dadurch brachte ich ihn nicht weiter aus dem Gleichgewicht, sondern verursachte das Gegenteil. Er straffte sich und griff an. <em>\u00bb Das wollen wir mal sehen!\u00ab<\/em> t\u00f6nte er schon wieder gro\u00dfspurig. Sein Angriff war alles andere als raffiniert. Ich parierte den Schlag, merkte jedoch, dass das alles andere als gut f\u00fcr meine Waffe war, denn ein guter Teil vom Holz splitterte ab. Das bemerkte auch der Sch\u00f6nling und grinste triumphierend, sich eines Sieges sicher. Aber damit war er bei mir an die Falsche geraten. Er schlug erneut zu, doch dieses Mal parierte ich nicht nur den Schlag, sondern st\u00fcrmte dabei direkt auf ihn zu. Ich h\u00f6rte das Holz meiner Waffe splittern, kurz bevor meine linke Schulter mit dem Sch\u00f6nling kollidierte. Ich merkte es sofort, wie mein Oberarmknochen aus der Pfanne sprang und gleich darauf, der furchtbare Schmerz zu sp\u00fcren war. Aber mein Treffer hatte auch beim Sch\u00f6nling Spuren hinterlassen. Meine Schulter war auf seiner Brust gelandet, hatte ihm die Luft aus den Lungen gepresst und zur\u00fccktaumeln lassen. Doch da war sein Stuhl, den er nicht sah und daher ins Stolpern geriet und sich schlie\u00dflich der L\u00e4nge nach hinlegte. Seine Klinge schlitterte mehrere Schritte weit weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich verzog vor Schmerz das Gesicht, aber eine ausgekugelte Schulter war bei mir nichts Neues. Deshalb trug ich regelm\u00e4\u00dfig einen Schulterpanzer, also zumindest f\u00fcr die linke Schulter. Da man mir aber meine R\u00fcstung abgenommen hatte, hatte ich diesen Schutz jetzt eben nicht. Aber so eine Verletzung hielt mich deshalb nicht auf. Als der Sch\u00f6nling ansetzte, wieder aufzustehen, trat ich ihm heftig in die Seite, sodass er wieder zu Boden ging.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Bleib liegen\u2026 \u00ab<\/em> brummte ich, doch er versuchte es erneut. Daher holte ich mit dem Kn\u00fcppel aus. <em>\u00bb Bleib&#8230; verdammt&#8230; nochmal&#8230; liegen&#8230; \u00ab<\/em> br\u00fcllte ich und bei jedem Wort senkte sich meine Waffe, bis sie bei dem letzten Schlag den oberen Teil verlor. Das Holz war jetzt h\u00f6chstens noch einen halben Schritt lang und am Ende standen vereinzelte, scharfkantige Holzfasern ab. Aber endlich blieb der Sch\u00f6nling still liegen. Ich atmete schwer und blickte mich im Raum um, der sich in nur wenigen Augenblicken in ein Schlachtfeld verwandelt hatte. Ich h\u00f6rte leises St\u00f6hnen, ansonsten war es jedoch ruhig. Ich ging zum Schrank hin, biss mir auf die Lippen und rammte meine Schulter dagegen, bis der Oberarmknochen wieder in die Pfanne zur\u00fccksprang. Dabei traten mir die Tr\u00e4nen vor Schmerzen in die Augen und ich brauchte einige Zeit, bis ich wieder normal atmen und denken konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann jedoch \u00f6ffnete ich den Schrank und war erfreut, das meiste meiner Ausr\u00fcstung wiederzufinden. In der Kiste daneben fand ich schlie\u00dflich den Rest. Aber Zeit zum Anziehen nahm ich mir nicht, ich schnallte nur meinen G\u00fcrtel um, und nahm die anderen Sachen in die Hand. Gerade als ich mich abwenden wollte, regte sich Sch\u00f6nling schon wieder und hob den Kopf mir entgegen. Ich konnte es mir nicht verkneifen und semmelte ihm noch eins mit dem Holz \u00fcber. Dabei erwischte ich jedoch auch sein Gesicht und hinterlie\u00df, durch die scharfkantigen Holzfasern, einen blutigen Streifen auf seiner Wange.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bb Ups&#8230; \u00ab<\/em>, meinte ich, als der Sch\u00f6nling wieder zusammenbrach. Ob das eine Narbe hinterlassen sollte? Ich zuckte mit den Schultern und griff beim Herausgehen noch nach der Karte, die auf dem Tisch lag. Drau\u00dfen flitzte ich Richtung Schiff und atmete erleichtert auf, als ich Schreihals mit ihrer Mannschaft sah, wie sie das Boot gerade flott machten. Ich rief ihnen zu, dass ich mich zu meinem Boot aufmachen w\u00fcrde und setzte dies auch gleich in die Tat um. Gerade als ich die Segel setzte, h\u00f6rte ich in der Ferne das Donnergrollen von Kanonen und musste grinsen. Schreihals w\u00fcrde wohl nicht viel vom Piratenunterschlupf \u00fcbrig lassen. Zufrieden segelte ich im untergehenden Sonnenschein neuen Abenteuern entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Kari Sha&#8217;thar<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"book_footer\">Buchinformationen &amp; Anh\u00e4nge<\/h5>\n\n\n<div class=\"su-spoiler su-spoiler-style-fancy su-spoiler-icon-chevron su-spoiler-closed\" data-scroll-offset=\"0\" data-anchor-in-url=\"no\"><div class=\"su-spoiler-title\" tabindex=\"0\" role=\"button\"><span class=\"su-spoiler-icon\"><\/span>Total RP 3 Extended Item-Code (Klicken zum erweitern\u2026)<\/div><div class=\"su-spoiler-content su-u-clearfix 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