{"id":5456,"date":"2026-07-07T16:58:19","date_gmt":"2026-07-07T15:58:19","guid":{"rendered":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?post_type=rcno_review&#038;p=5456"},"modified":"2026-07-07T16:58:35","modified_gmt":"2026-07-07T15:58:35","slug":"eine-poesie-von-familie","status":"publish","type":"rcno_review","link":"https:\/\/Skriptorium.Stadt-Sturmwind.de\/?rcno_review=eine-poesie-von-familie","title":{"rendered":"Eine Poesie von Familie"},"content":{"rendered":"\n<p>Poesie aus dem Wort: Familie. Ist es das Blut oder das Wort?<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Definition von Familie, in einem Kontext, der f\u00fcr manch einen klar und f\u00fcr ein anderen unklar erscheinen kann.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kap00\">Inhalt<\/h2>\n\n<ul class=\"simpletoc-list\">\n<li><a href=\"#kap00\">Inhalt<\/a>\n\n<\/li>\n<li><a href=\"#kap01\">Verbunden, und doch irgendwie ausgesucht<\/a>\n\n<\/li>\n<li><a href=\"#kap02\">Ein Band, das bleibt und zerschnitten wurde<\/a>\n\n<\/li>\n<li><a href=\"#kap03\">Werden wir zu dem, aus das wir entstammen<\/a>\n\n<\/li>\n<li><a href=\"#kap04\">Aber geben auch etwas Neues hinzu, was wir lernten<\/a>\n\n<\/li>\n<li><a href=\"#kap05\">In dem wir den Sinn dessen wiederfinden<\/a>\n\n<\/li>\n<li><a href=\"#kap06\">Wo wir hineingeboren wurden sind ohne Grund<\/a>\n\n<\/li>\n<li><a href=\"#kap06\">Familie<\/a>\n\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li><\/ul>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap01\">Verbunden, und doch irgendwie ausgesucht<\/h2>\n\n\n<p>Vielleicht ist es eine Entscheidung, die getroffen wird, und vielleicht spielt das Schicksal mit einem, der nicht wei\u00df, wohin die Reise f\u00fchren mag. So sind wir verbunden, und doch irgendwie auch ausgesucht, in einem Zusammenhang, der keine klare Antwort geben mag.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeit hat gezeigt, dass, wenn zwei sich treffen oder auch nicht, dies gar einem Wunder gleicht. Niemand wei\u00df so recht die Antwort, und doch, wenn wir es aussuchen k\u00f6nnten, w\u00e4re sie wahrscheinlich unterschiedlicher denn je.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn nur weil wir nicht zuerst die Entscheidung treffen konnten, so war es unsere Entscheidung, dabei zu bleiben, wie es sein kann. Wenn auch unsere Wege nun getrennt sein m\u00f6gen, in der Vergangenheit blieben wir dicht beieinander, und hofften auf das, dass es sich so schimpfen mag.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur geben wir auch das weiter, was uns gelehrt wurde, in einer Zeit, als wir ganz klein waren. Ob das nun gut oder gar schlecht sein mag, erkennen wir erst, wenn uns das Alter erreicht hat. Denn nie macht etwas einen Sinn, wenn wir vergeblich danach suchen m\u00f6gen.<\/p>\n\n\n\n<p>So durchschleicht uns doch die Frage: War es wirklich jemals unsere Entscheidung, dieses Wort auszusprechen, oder sind wir hineingeboren worden?<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap02\">Ein Band, das bleibt und zerschnitten wurde<\/h2>\n\n\n<p>Nicht die Entscheidung allein, die uns trennt, sondern das Fl\u00fcstern des Schicksals, das uns auf Pfade schickt, die wir nie vollst\u00e4ndig begreifen k\u00f6nnen. Verbunden durch unsichtbare F\u00e4den, ausgesucht in einem Zusammenhang, der so oft keine klare Antwort hinterl\u00e4sst, bleiben wir miteinander verwoben \u2013 und doch auf schmerzliche Weise getrennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeit hat uns gezeigt, dass, wenn zwei Seelen sich treffen, ein unsagbares Wunder entstehen kann. Doch wie dieses Wunder geformt wird, ist ungewiss. War es Schicksal oder blo\u00dfer Zufall, der uns zusammenf\u00fchrte? H\u00e4tten wir es anders gewollt, w\u00e4re die Entscheidung vermutlich trotzdem in den Tiefen des Unbekannten versunken. Vielleicht haben wir nie die Wahl gehabt, uns zu finden, doch wir hatten immer die Entscheidung, zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun mag der Weg uns trennen, aber in der Vergangenheit standen wir nah beieinander. Die Hoffnung, dass dieses Band f\u00fcr immer bleibt, war einst stark, doch mit der Zeit verwandelte es sich. Manchmal vergeht das Gef\u00fchl, wie ein Tuch, das langsam zerrei\u00dft, St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck \u2013 nicht auf einmal, sondern schleichend, bis nur noch die Enden \u00fcbrig sind, lose, zerschnitten.<\/p>\n\n\n\n<p>Was uns blieb, ist nicht nur das Band, sondern auch die Lektionen, die es uns beigebracht hat. In der Zeit, als wir noch klein waren, wurde uns etwas mitgegeben, das wir, ob bewusst oder unbewusst, weitertragen. Und doch bleibt die Frage, ob wir dieses Band jemals freiwillig gew\u00e4hlt haben oder ob wir in es hineingeboren wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht ist es gerade diese Ambivalenz, die uns zerrei\u00dft \u2013 das ewige Ziehen zwischen dem Wunsch, die Vergangenheit festzuhalten, und der Notwendigkeit, voranzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Band, das einmal zerschnitten wurde, hinterl\u00e4sst keine klaren Kanten, sondern Fransen, die weiterhin am Herzen zerren, selbst wenn wir versuchen, die Leere mit neuen Erinnerungen zu f\u00fcllen. Die Entscheidung, dieses Band loszulassen, liegt oft nicht in unseren H\u00e4nden, und doch sp\u00fcren wir den Verlust, als h\u00e4tten wir selbst die Schere gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so tragen wir die Spuren dieser unsichtbaren Verbindung in uns \u2013 manchmal als schmerzhaftes Echo, manchmal als stillen Trost. Ob das Band je wieder zusammengef\u00fcgt werden kann, bleibt eine offene Frage, doch die Narben, die es hinterlassen hat, werden immer ein Teil von uns sein. Vielleicht war es nie unsere Wahl, dieses Band zu kn\u00fcpfen, doch in der Trennung liegt die Erkenntnis, dass manche Verbindungen \u00fcber Zeit und Raum hinaus existieren \u2013 ob wir es wollen oder nicht.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap03\">Werden wir zu dem, aus das wir entstammen<\/h2>\n\n\n<p>Es liegt eine tiefe Wahrheit in der Idee, dass wir zu dem werden, aus dem wir entstammen. Nicht nur die genetischen Spuren, sondern auch die emotionalen und geistigen Wurzeln pr\u00e4gen uns. Die Orte, die uns formten, die Menschen, die uns begleiteten \u2013 all diese Elemente hinterlassen unausl\u00f6schliche Abdr\u00fccke in uns. Auch wenn wir uns von dem entfernen, was uns einst verbunden hat, tragen wir die Essenz dieser Urspr\u00fcnge immer in uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind nicht nur das Produkt unserer Entscheidungen, sondern auch der Geschichte, aus der wir hervorgegangen sind. Jede Erfahrung, jede gelebte Verbindung, sei sie zart oder schmerzlich, hinterl\u00e4sst Spuren. So entwickeln wir uns weiter, verwandeln uns in etwas Neues, doch die Grundsteine, auf denen wir aufbauen, bleiben dieselben. Der Ursprung mag uns pr\u00e4gen, aber er bestimmt nicht zwangsl\u00e4ufig unsere Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch was geschieht, wenn das Band, das uns formte, zerrei\u00dft? Werden wir frei, oder bleiben wir ewig an das Vergangene gekn\u00fcpft? Die Antwort liegt vielleicht darin, dass wir uns, auch wenn wir uns von alten Wurzeln l\u00f6sen, unbewusst immer wieder auf sie zur\u00fcckbesinnen. Wir tragen ihre Lektionen in uns, ihre Narben und ihre Gaben, und oft realisieren wir erst in der Reflexion, wie sehr sie uns weiterhin leiten.<\/p>\n\n\n\n<p>So tragen wir die Geschichten derer, aus denen wir hervorgegangen sind, mit uns \u2013 wie unsichtbare F\u00e4den, die uns lenken. Ob sie uns halten oder uns freilassen, ist eine Frage der Perspektive. Manchmal f\u00fchlen sich diese F\u00e4den wie Ketten an, manchmal wie ein sicheres Netz. Doch eins bleibt gewiss: Egal, wie weit wir uns entfernen, ein Teil von uns bleibt immer dort verwurzelt, wo alles begann.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch was wir auch oft vergessen, ist die Macht der Ver\u00e4nderung. Auch wenn die Wurzeln tief und fest in uns verankert sind, so haben wir doch die M\u00f6glichkeit, neue Zweige wachsen zu lassen. Jede Entscheidung, die wir treffen, formt uns weiter, f\u00fchrt uns auf neue Wege und schafft andere Bindungen. Doch auch diese neuen Verbindungen entstehen nie vollkommen unabh\u00e4ngig von den alten. Sie tragen die Erinnerungen, die Lehren, und die Narben aus dem, was einst war. Es ist, als ob jeder Schritt nach vorne einen leisen Schatten der Vergangenheit in sich tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende ist es nicht das Band allein, das uns formt, sondern die Art, wie wir mit seinen Bruchstellen umgehen. Einige von uns werden aus diesen Schnitten st\u00e4rker, andere k\u00e4mpfen ein Leben lang, um sie zu heilen. Doch egal, welchen Weg wir einschlagen, das Band, das uns mit unserer Herkunft verbindet, bleibt ein Teil von uns \u2013 manchmal als stummer Beobachter, manchmal als treibende Kraft. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass wir in dieser Zerrissenheit wachsen, auch wenn die Narben bleiben.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap04\">Aber geben auch etwas Neues hinzu, was wir lernten<\/h2>\n\n\n<p>Und so ist es, dass wir nicht nur die Narben und Erinnerungen des Vergangenen tragen, sondern auch die F\u00e4higkeit entwickeln, etwas Neues hinzuzuf\u00fcgen \u2013 das, was wir im Laufe des Lebens gelernt haben. Denn die Vergangenheit mag uns gepr\u00e4gt haben, doch sie h\u00e4lt uns nicht gefangen. Wir nehmen das mit, was uns einst gebunden hat, und verwandeln es in etwas Eigenes, schaffen etwas, das uns allein geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jede Lektion, die uns auf den Weg gegeben wurde, wird zu einem Teil dessen, was wir weitergeben. In jedem Schritt, den wir nach vorne machen, mischt sich das Alte mit dem Neuen, und aus dieser Verschmelzung entsteht eine einzigartige Geschichte. Was wir geerbt haben, mag uns formen, aber was wir lernen und weitergeben, l\u00e4sst uns \u00fcber diese Wurzeln hinauswachsen. So bauen wir auf dem Fundament unserer Vergangenheit auf und tragen die Weisheiten derer, die vor uns kamen, in eine Zukunft, die wir selbst gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend wir das Neue in unser Leben integrieren, bleibt die Vergangenheit stets im Hintergrund. Die Dinge, die wir gelernt haben, die Erfahrungen, die uns gepr\u00e4gt haben, formen unsere Entscheidungen, auch wenn wir uns dessen oft nicht bewusst sind. Es ist ein st\u00e4ndiger Tanz zwischen dem, was war, und dem, was sein k\u00f6nnte, und wir weben unsere eigenen F\u00e4den in das gro\u00dfe Gewebe der Geschichte, die uns geformt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal ist es die Erkenntnis, dass die Wurzeln uns nicht festhalten, sondern uns Stabilit\u00e4t geben, die uns die Freiheit schenkt, Neues zu wagen. Die tiefen Verbindungen zu dem, was uns einst geformt hat, tragen uns durch die St\u00fcrme des Lebens.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch es sind die neuen \u00c4ste, die wir selbst wachsen lassen, die uns die M\u00f6glichkeit geben, \u00fcber uns hinauszuwachsen. In jeder Entscheidung, die wir treffen, zeigt sich das Erbe unserer Vergangenheit, aber auch die Hoffnung auf eine Zukunft, die wir selbst gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch selbst in diesem Wachstum bleibt immer ein leiser Nachklang des Alten. Wir m\u00f6gen neue Wege beschreiten, doch die Stimmen aus der Vergangenheit begleiten uns. Sie erinnern uns daran, woher wir kommen, auch wenn wir uns bem\u00fchen, uns weiterzuentwickeln. Diese Balance zwischen Altem und Neuem ist das, was uns als Menschen ausmacht \u2013 wir sind nicht nur das Ergebnis dessen, was uns vorgegeben wurde, sondern auch das, was wir daraus schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende ist es diese Mischung aus Alt und Neu, die uns formt. Die Br\u00fcche und Narben des Vergangenen sind nicht blo\u00df Spuren der Vergangenheit, sondern auch Bausteine f\u00fcr das, was wir sein k\u00f6nnen. Was wir aus dem machen, was uns gegeben wurde, ist unsere Wahl, und in dieser Wahl liegt unsere gr\u00f6\u00dfte Freiheit \u2013 die Freiheit, das zu werden, was wir sein wollen, und dabei die Weisheit und die Lektionen der Vergangenheit mit uns zu tragen.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap05\">In dem wir den Sinn dessen wiederfinden<\/h2>\n\n\n<p>In dem Moment, in dem wir den Sinn dessen wiederfinden, was uns formte, erkennen wir, dass die Narben und Erinnerungen nicht nur Wunden der Vergangenheit sind, sondern Wegweiser in die Zukunft. Es ist nicht allein der Schmerz, der uns pr\u00e4gt, sondern wie wir diesen Schmerz in Weisheit verwandeln. Denn nur durch das Wiederfinden des Sinns k\u00f6nnen wir die Lehren der Vergangenheit vollst\u00e4ndig integrieren und daraus wachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist, als ob wir in jeder Entscheidung ein St\u00fcck der Vergangenheit mit uns tragen, aber gleichzeitig etwas Neues hinzuf\u00fcgen \u2013 ein einzigartiges Element, das aus unseren eigenen Erfahrungen geboren wurde. So beginnt die Reise, auf der wir das Alte mit dem Neuen verweben und die Fragmente dessen, was uns einst ausmachte, zu einem neuen Ganzen formen. Der Sinn, den wir in den Bruchst\u00fccken finden, l\u00e4sst uns erkennen, dass jeder Schnitt, jede Narbe uns nur auf das vorbereitet hat, was wir nun sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Wiederentdecken des Sinns liegt auch die Freiheit, das Alte loszulassen, ohne es zu vergessen. Es ist ein st\u00e4ndiges Zusammenspiel aus Loslassen und Erhalten \u2013 wir bewahren, was uns gepr\u00e4gt hat, aber wir definieren uns nicht mehr ausschlie\u00dflich dar\u00fcber. Die Vergangenheit wird zu einem Spiegel, in dem wir nicht nur unsere Wurzeln sehen, sondern auch die Wege, die uns in die Zukunft f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so entsteht etwas Neues. Das, was wir gelernt haben, wird zur Basis dessen, was wir weitergeben \u2013 an diejenigen, die nach uns kommen, an die Welt, die uns umgibt. Die Vergangenheit verliert nie ihre Bedeutung, aber sie wird von der Gegenwart neu geformt. In diesem Prozess finden wir den Sinn wieder, den wir vielleicht verloren glaubten, und erkennen, dass es immer unsere eigene Reise war, die uns zu dieser Erkenntnis f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem st\u00e4ndigen Tanz zwischen Vergangenheit und Gegenwart finden wir schlie\u00dflich unseren eigenen Weg. Das, was uns gepr\u00e4gt hat, mag uns begleiten, aber es ist unsere Wahl, was wir daraus machen. Jede neue Entscheidung, die wir treffen, webt einen weiteren Faden in das gro\u00dfe Muster unseres Lebens. Und w\u00e4hrend die alten F\u00e4den immer da sein werden, sind es die neuen, die uns die Freiheit geben, uns in Richtungen zu bewegen, die wir vielleicht nie f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn am Ende erkennen wir, dass das Wiederfinden des Sinns nicht darin liegt, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, sondern sie in etwas Gr\u00f6\u00dferes zu verwandeln. Was uns einst gebunden hat, wird nun zu der Basis, auf der wir etwas Eigenes erschaffen k\u00f6nnen \u2013 eine Zukunft, die durch die Weisheit der Vergangenheit gen\u00e4hrt wird, aber von uns selbst gestaltet ist. So f\u00fchren uns die Wege, die wir gehen, immer wieder zur\u00fcck zu den Wurzeln, aus denen wir entstammen, und dennoch erlauben sie uns, zu wachsen und dar\u00fcber hinauszuwachsen.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap06\">Wo wir hineingeboren wurden sind ohne Grund<\/h2>\n\n\n<p>Vielleicht ist es das gr\u00f6\u00dfte Paradox des Lebens, dass wir in ein Umfeld, eine Familie, eine Kultur hineingeboren werden, ohne je die M\u00f6glichkeit gehabt zu haben, es selbst zu w\u00e4hlen. Ohne Grund, ohne eine bewusste Entscheidung sind wir in eine Welt gesetzt worden, die uns pr\u00e4gt, bevor wir \u00fcberhaupt die Chance hatten, uns selbst zu entdecken. Diese Wurzeln, tief in die Erde unseres Lebens gegraben, bestimmen, wie wir die Welt sehen und verstehen. Doch je mehr wir wachsen, desto st\u00e4rker f\u00fchlen wir das Bed\u00fcrfnis, uns von diesen unsichtbaren B\u00e4ndern zu befreien und eigene Wege zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein seltsames Gef\u00fchl der Ohnmacht und gleichzeitig der Neugierde \u2013 dieses Wissen, dass wir keinen Einfluss darauf hatten, woher wir kommen, und doch die Freiheit besitzen, uns neu zu definieren. Das, was uns geformt hat, liegt jenseits unserer Kontrolle, aber das, was wir daraus machen, liegt allein in unseren H\u00e4nden. In dem Moment, in dem wir beginnen, uns diese Wahrheit einzugestehen, erkennen wir, dass wir mehr sind als das, was uns vorgegeben wurde. Wir sind nicht nur die Summe unserer Herkunft, sondern auch die Architekten unserer Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Erkenntnis liegt auch ein gewisses Ma\u00df an Frieden. Denn obwohl wir uns von den unsichtbaren F\u00e4den l\u00f6sen wollen, die uns mit unserer Herkunft verbinden, verstehen wir, dass diese F\u00e4den auch die Basis unseres Seins sind. Sie geben uns Halt, auch wenn wir uns von ihnen befreien m\u00f6chten. Es ist kein Widerspruch, sondern ein Tanz zwischen dem, was war, und dem, was sein kann. Wir erkennen, dass wir, obwohl wir ohne Grund in diese Welt geboren wurden, nun den Grund in uns selbst finden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so beginnt eine Reise, bei der wir uns nicht nur von den \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden emanzipieren, sondern auch den Sinn darin finden, wie wir aus dem, was uns geformt hat, etwas Eigenes schaffen k\u00f6nnen. Diese Reise mag uns weit weg von unseren Wurzeln f\u00fchren, doch sie wird uns auch immer wieder zu ihnen zur\u00fcckbringen \u2013 nicht als eine Last, sondern als einen Teil von uns, den wir nun bewusst tragen. Die Kunst liegt darin, das Alte zu ehren, ohne von ihm bestimmt zu werden, und das Neue zu begr\u00fc\u00dfen, ohne die Essenz dessen zu verlieren, woher wir kamen.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Moment, in dem wir uns bewusst daf\u00fcr entscheiden, \u00fcber das hinauszuwachsen, was uns in die Wiege gelegt wurde, beginnt eine innere Freiheit zu reifen. Diese Freiheit ist die Erkenntnis, dass wir die Kontrolle dar\u00fcber haben, was wir aus unserem Leben machen. Wir sind nicht dazu verdammt, ewig den vorgegebenen Pfaden zu folgen, sondern besitzen die F\u00e4higkeit, neue Wege zu beschreiten, neue Verbindungen zu kn\u00fcpfen und sogar neue Familien zu finden. Denn Familie ist nicht nur Blut und Herkunft; es sind auch die Menschen, die wir in unser Leben lassen, die uns unterst\u00fctzen und lieben \u2013 unabh\u00e4ngig von der biologischen Bindung.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Zeit lernen wir, dass wahre Verbundenheit nicht zwangsl\u00e4ufig durch Geburt definiert ist. Es sind die Menschen, die an unserer Seite bleiben, wenn die Welt dunkel erscheint, die uns verstehen und uns Halt geben, die in unserer innersten Seele Wurzeln schlagen. Diejenigen, die uns begleiten, durch H\u00f6hen und Tiefen, die unsere St\u00e4rken feiern und unsere Schw\u00e4chen tragen \u2013 sie sind es, die letztlich den Begriff Familie neu definieren. Und in dieser Wahl liegt eine tief empfundene Freiheit: N\u00e4mlich dass wir im Nachhinein selbst entscheiden, wen wir als Familie ansehen wollen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"kap06\">Familie<\/h2>\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In den Wurzeln, tief vergraben,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wo die Tr\u00e4nen einst geflossen,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Entstand ein Band, das uns umgaben,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Schmerz und Freude, nie vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Das Erbe lastet, doch es lehrt,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In den Narben bl\u00fcht die Weite,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Jede Wunde, die uns beschwert,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wird zur Kraft, zur neuen Seite.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wir wandern Wege, die wir w\u00e4hlen,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Altes loslassen, Neues finden,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die Stimmen, die uns einst beseelen,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zeigen, wo die Herzen blinden.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;So definieren wir mit Bedacht,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Familie, die nicht blutsverwandt,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In der Liebe, die uns bewacht,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Liegen Wurzeln, stark und grand.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wenn die Zeit uns lehrt zu sehen,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Was im Herzen wahrhaft bl\u00fcht,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;K\u00f6nnen wir den Weg auch gehen,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Den der Wille uns vers\u00fc\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In der Freiheit, die wir schaffen,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Liegt das Gl\u00fcck, das uns vereint,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Liebend Menschen zu uns rufen,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die uns tragen, nie verweint.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;So entscheiden wir im Leben,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wen wir w\u00e4hlen, nah und fern,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die Familie, die wir geben,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;W\u00e4chst im Herzen, ohne Stern.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"book_footer\">Buchinformationen &amp; Anh\u00e4nge<\/h5>\n\n\n<div class=\"su-spoiler su-spoiler-style-fancy su-spoiler-icon-chevron su-spoiler-closed\" data-scroll-offset=\"0\" data-anchor-in-url=\"no\"><div class=\"su-spoiler-title\" tabindex=\"0\" role=\"button\"><span class=\"su-spoiler-icon\"><\/span>Total RP 3 Extended Item-Code (Klicken zum erweitern\u2026)<\/div><div class=\"su-spoiler-content su-u-clearfix 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